Towerrunning

Europas Treppenläufer auf dem Weg nach Bogota

Spitzhaustreppe

Die Spitzhaustreppe.

Bild: Towerrunning-Archiv

Aus europäischer Sicht richteten sich die Augen Anfang März nach London, wo innerhalb von nur drei Tagen zwei viel beachtete Treppenläufe über die Bühne gingen. Beim Vertical Rush in London gab es Anfang einen italienischen Doppelsieg durch Fabio Ruga und Cristina Bonacina. Auch Omar Bekkali aus Belgien holte als Zweiter wieder wertvolle Punkte. Eher enttäuschende Resultate mussten Pavel Holec aus Tschechien (7. Rang), der Italiener Dario Fracassi (9. Rang) und Daniel Ackermann aus der Schweiz (Platz 10) hinnehmen. Beim NSPCC Step Change in Londons St. Mary Axe, das wegen seiner gurkenförmigen Form auch als “Gherkin” bekannt ist, war es dann der Österreicher Norbert Lechner, der die britischen Athleten herausforderte.

Der durch die bei britischen Treppenläufen nicht zum ersten Mal auftretenden Merkwürdigkeiten bei der Chip Zeitnehmung mit einer erheblich zu schlechten Zeit klassierte Towerrunning-Athlet musste mit Rang 2 Vorlieb nehmen, der Sieg ging an den Briten Mark Sims. Dieser Umstand konnte die Stimmung von Lechner, der zum Event erst am Rennsonntag nach London flog, dennoch nicht trüben. Einerseits hätte seine zuverlässig selbst gestoppte Zeit wohl auch knapp nicht zum Sieg gereicht, andererseits gab es in der Sky Lobby jede Menge Champagner für die Athleten, was in Verbindung mit der grandiosen Aussicht die Strapazen des Aufstieges verblassen lies und den London-Trip zu einem schönen Ausklang führte.

Sicher auch für 2012 ein Geheimtipp für Treppenläufer, die einen Städtetrip mit einem außergewöhnlichen Towerrunning-Event krönen möchten. Es darf aber auch nicht unerwähnt bleiben, daß ausländische Starter nach Vorkomnissen beim Rennen im Jaht 2010 nicht unbedingt mit offenen Armen empfangen werden, sodass sich Interessierte rechtzeitig an den Veranstalter oder die Weltcup-Organisation wenden sollten. Am 20. März machte dann wieder ein anderer Österreicher Schlagzeilen: Rolf Majcen reiste nur eine Woche nach seinem Las Vegas-Abstecher in die thailändische Metropole Bangkok, wo er am Bayoke Run Up teilnahm.

Überrascht von der ungewöhnlichen Streckenführung, welche vor dem Eingang in das Treppenhaus einige Etagen auf den Auffahrtsrampen eines Parkhauses beinhaltete, lag er zur Mitte der Strecke weit zurück und kämpfte sich beim im Gruppenstartverfahren ausgetragenen Lauf auf das Bayoke Sky Hotel zurück an die Spitze seiner Startgruppe und errang hinter Kandie Moses (Kenia) und Henrik Jannborg (Schweden) den dritten Gesamtrang. Durch den Punktezugewinn übernahm er kurzzeitig Rang 4 im Weltcup, was seiner besten Karriere-Platzierung entsprach. Inzwischen ist er zwar auf Position 5 zurückgefallen, liegt aber mit nur 40 Punkten Rückstand auf den Ranglisten-Zweiten John Osborn in Schlagdistanz zu den Medaillenrängen.

Dank der Erfolge von New York, Basel und London gehen auch Norbert Lechner, Cristina Bonacina und Marie-Fee Breyer mit einer guten Ausgangsposition in die Europa-Saison und dürfen sich große Hoffnungen machen, im Weltcup-Ranking nach den europäischen Masters-Rennen die Medaillen-Plätze zurückzuerobern und sich für das große Saisonfinalrennen zu qualifizieren. Dieses wird ebenso wie im vergangenen Jahr wieder in Bogota (Kolumbien) stattfinden, wo beim Showdown in 2600 m Höhe die besten Weltcup-Athleten im Wettkampf mit mehr als 5.000 einheimischen Läufern am 8. Dezember um hohe Preisgelder kämpfen werden.

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