Leser-Reporterinnen Uschi Kremer und Manuela Heger

Etappe 2: Ein Lette springt aus dem Busch

An dritten Tag wird Uschi von einem Letten erschreckt, der aus dem Busch springt. Manuela trifft Fast-Landsleute.

Auf dem Weg nach St. Petersburg

Der Läufer wird stets von einem Radler aus dem Team begleitet.

Bild: Manuela Heger

Tag 2: Das Team trifft unterwegs auf Elche

Das Frühstück ist um 7 Uhr, der ganze Tisch gedeckt mit Essen. „Mama“ hat wieder gut gekocht. Abfahrt: 8 Uhr. Team Nr. 1 macht sich auf den Weg. Der Rest der Gruppe fährt zu den jeweiligen Einsatzpunkten. Gegen 9.50 Uhr stehen doch tatsächlich am Waldesrand zwei Elche - toll.

Manuela und Rob starten um 10.30 Uhr, es ist wieder schwül-warm, 22 bis 25 Grad. Timo läuft voraus in Richtung Smiltene, er holt den Rest der Gruppe ab. Hartmut begleitet Timo mit dem Fahrrad.

Während der endlos langen geraden Waldstrecke sehen Manuela und Rob einen VW-Bus mit Österreich-Kennzeichen: „Das war Grund genug anzuhalten um einen kleinen Plausch mit den Insassen zu machen“, erzählt Manuela. In so einer Einsamkeit „Fast-Landsleute“ zu treffen, das passiert nicht alle Tage“. Sie erzählen, dass sie beim Harley-Treffen in Tallin waren und wollten natürlich wissen, was wir hier tun. Der VW-Bus ist 38 Jahre alt und war schon in der ganzen Welt unterwegs. Zum Schluss gab’s noch ein Foto und dann ging es schon gleich weiter.

Bei Hartmut und Peter H. „läuft“ es nicht so problemlos. Um 19 Uhr kommt der Anruf: „Wir sind von der Route abgekommen, das Navi hat die falsche Richtung angezeigt – sie sind westlich von Smiltene gelandet und warten in Gatarta, wir sollen sie abholen“. Der Bus fährt zurück, die anderen Läufer müssen nochmal ran und der Rest der letzten Etappe (immerhin 12 Kilometer!) werden aufgeteilt. Um 20.15 Uhr kommen wir im Hotel Kalna Ligzda in Kalnamuiza an. Völlig erschöpft schlafen wir nach einem Abendessen ein.

Tag 3: Insekten gesellen zu den Läufern

Uschi und Peter fahren zum Ausgangspunkt zurück, es ist abermals schwül und es herrscht Gewitterstimmung. „Die Mücken plagen uns wieder, man kann beim Wechsel auf das Fahrrad nicht einen Moment lang stehen bleiben“, sagt Rob. Die beiden aus Team Nr. 2 sind erst mit dem Auto über die estländische Grenze (in Valga) gefahren, jetzt ein zweites Mal beim Zurücklaufen um Uschi und Peter Pf. im Wald bei Tropini zu treffen. Die Beine sind heute sehr müde und schwer, außerdem sorgt die lange und endlose Gerade durch den Wald für ein Motivationstief. Außerdem gesellen sich unliebsame Insekten zu uns. Die Bekanntschaft mit einem Letten, der aus einem Busch springt, und kurz mit Rob läuft, bewirkt eine zumindest kleine Ablenkung. Seine Fragen kann Rob nicht verstehen. Weg ist er, die beiden laufen weiter. Die Lethargie ist verschwunden. Endlich kommen Uschi und Peter Pf. ihnen entgegen. Zum dritten Mal fahren sie über die „Estlandgrenze“. Foto-Stop mit bayrischer Fahne. Um 18 Uhr treffen wir in der Studentenstadt Tartu ein. Es ist noch früh am Tag, deswegen laufen die Freunde Uschi, Manuela, Peter H., Peter Pf. und Rob insgesamt 20 Kilometer zusätzlich, um für die 4. Tagestour einen Puffer zu haben. Im Anschluss gibt es Abendessen, Stadtbesichtigung mit Universität und Engels- und Teufelsbrücke. Es ist 23 Uhr, fast noch hell und viele Leute sind unterwegs. Eine lebendige Stadt.

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