Comrades-Marathon 2015

Es geht los: Start in aller Frühe

Am großen Tag fällt schon um 5.30 Uhr der Startschuss. Es ist zwar noch stockdunkel, aber schon fast 20 Grad warm.

Leser-Reporter Thomas Keller beim Comrades-Marathon 2015

Angela hat den Comrades schon einmal geschafft und kann Thomas vorm Start noch wertvolle Tipps geben.

Bild: privat

Und dann ist der große Tag auch schon da. Start ist um 5:30 Uhr, das heißt, 3 Uhr aufstehen und frühstücken – Laufveranstaltungen sind echt was für Frühaufsteher! Unser Hotel ist nur einen guten Kilometer vom Start vor der Durban City Hall entfernt, das können meine Laufbegleitung Angela und ich bequem bewältigen. Angela ist den Comrades schon vor 2 Jahren gelaufen und hat mir bereits viele wertvolle Tipps gegeben. Am Start bin ich überrascht, wie voll die Startblöcke schon sind. Offenbar kommen alle sehr früh dorthin, denn die meisten sitzen auf dem Boden. Eine Läuferin neben uns hat dafür sogar ein Kissen mitgebracht (!).

Es ist mit 19°C außergewöhnlich warm, dadurch müssen wir aber auch nicht nach dem Startschuss über weggeworfene Kleidung, Plastiksäcke und ähnliches stolpern. Kurz vor dem Start stehen dann alle auf und das Feld verdichtet sich nach vorn. Und dann kommt der stimmungsvollste Moment: zunächst wird die südafrikanische Hymne gesungen und anschließend die schwarzafrikanische: das Arbeiterlied „Shosholoza“, was so viel heißt wie „Geh voran!“. Alle singen lauthals mit – ein echter Gänsehautmoment. Dann noch ein paar Takte von Vangelis „Chariots of Fire“ und dann – nein, kein Startschuss, sondern ein Hahnenkrähen, dann aber doch noch gefolgt von einem Schuss.

Wir sind schon nach 3 Minuten über der Startlinie, müssen aber nach wenigen hundert Metern schon wieder stehen bleiben, da es sich staut. Kurz darauf geht es aber schon wieder im Laufschritt weiter. Gott sei Dank bleibt dies der einzige Stau auf der gesamten Strecke. Es ist noch stockfinster um 5:30 Uhr in Durban, klar – ist ja Winter. Aber nachdem der erste Streckenabschnitt durch die Stadt auf die Stadtautobahn geht, sind alle Straßen beleuchtet. Ich versuche, bei Angela zu bleiben, trotzdem verlieren wir uns ziemlich schnell aus den Augen. Nach einer Pinkelpause meinerseits ist sie erst mal verschwunden.

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88 Kilometer von Durban nach Pietermaritzburg