Berliner Halbmarathon 2015

Erwartete Zielzeit um mehr als zehn Minuten unterboten

In Berlin lief Tobias Krempler das erste Mal die Halbmarathon-Distanz. Als Leserreporter berichtet er von seinem erfolgreichen Debüt.

Tobias Krempler beim Berliner Halbmarathon

Leserreporter Tobias Krempler bei seinem Halbmarathon-Debüt beim Berliner Halbmarathon 2015.

Bild: privat

Da war er, der 29. März. Und er kam schneller als gedacht, der 35. Berliner Halbmarathon. Für mich ein hoffentlich erster Meilenstein vor meinem ersten Antritt beim Wien-Marathon am 12. April. Die große Frage: Ist es möglich, in wenigen Monaten vom blutigen Anfänger zum Halbmarathonläufer zu werden? Sieben Uhr in der Früh, der Wecker läutet, raus aus den Federn und ab zum Frühstücksbuffet. Lustig zu sehen, wer zu dieser Zeit schon auf den Beinen ist. Das Restaurant ist voll von Läufern, alle sichtlich angespannt, und ich bin mittendrin.

Entgegen der Vorhersagen kein Regen während des Rennens

Auf den Rat eines Freundes hin habe ich so gefrühstückt wie sonst auch und auf jegliche Experimente verzichtet. Es sollte ja schließlich nicht an solchen „Kleinigkeiten“ scheitern. Nach dem ausgewogenen Frühstück hieß es erst einmal Wetterbericht studieren, tags davor hieß es wie befürchtet, dass es ein kalter regnerischer Halbmarathon werden könnte. Der Wettergott zeigte aber Erbarmen, und so blieb es entgegen den Erwartungen doch ein trockener Lauf. Also in die Laufsachen geschlüpft, Startnummer befestigt, Laufuhr kontrolliert und eingestellt.

Das Ziel war, die rund 21 Kilometer in unter 2:00 Stunden zu bewältigen. Es konnte losgehen in Richtung Alexanderplatz. Kurz vor 10 Uhr, Startblock E. Ich und ein paar andere Verrückte, und zwar etwa 35.000, stellen uns der Herausforderung: Halbmarathon, Sightseeing inklusive. Zur Einstimmung, aber auch zum Ärgernis mancher, wird Helene Fischer über die Boxen gespielt. Die Stimmung ist am Überkochen, also das Beste daraus machen – sprich lautstark mitgrölen, mitspringen.

Großartige Stimmung beim Berliner Halbmarathon 2015

Es ist soweit, der "Startschuss" ertönt und wir werden auf die Strecke losgelassen – angefeuert von hunderten Transparenten. In Erinnerung blieb unter anderem: „Lauf, dein Bier wird schon warm“. Dazu Tröten und Trommelschläge. Mich packt das Lauffieber, die ersten Kilometer sind geschafft. Brandenburger Tor gerade passiert – Blick auf die Uhr: „Geil, ich bin knapp unter meiner angestrebten Pace!“. Dass es Glück bringt, das Brandenburger Tor zu berühren, habe ich erst verstanden, als vor mir eine kleine Kolonie das Tor abklatscht. Weiter geht die Reise. Kilometer sieben, ein Drittel ist bereits geschafft und ich fühle mich toll, seit dem Start muss ich grinsen.

Nach 1:46:48 Stunden bin ich im Ziel. Und das über zehn Minuten schneller, als ich mir eigentlich vorgenommen hatte. Glückshormone überkommen mich. Unfassbar, ich habe es geschafft! Dieses Gefühl beim Zieleinlauf ist einfach unbeschreiblich. Den ganzen Lauf über war ich komplett beflügelt von der ganzen Situation: den anfeuernden Menschenmassen egal welchen Alters, Kleinkindern, mit denen ich abgeklatscht habe, Fremden, die mir hinterher riefen und mich weiter motivierten, bis hin zu den Läufern auf der Strecke. Auch wir unterstützten uns gegenseitig mit netten Worten oder kleinen Gesten. Berlin, ich komme auf jeden Fall zurück, soviel steht fest. Und vielleicht ja sogar schon früher als gedacht.

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