Starke Geste beim BAA 10 k

Erstes bedeutendes Rennen in Boston nach den Anschlägen

Der BAA 10 k war der erste bedeutende Straßenlauf in Boston seit dem Terroranschlag. Boston-Marathon-Sieger Lelisa Desisa wurde Zeiter und gab der Stadt seine Medaille zurück.

Boston-Marathon-Sieger Desisa drückt mit der Rückgabe seiner Medaille an die Stadt sein Mitgefühl für die Opfer der Anschläge aus

Boston-Marathon-Sieger Lelisa Desisa überreicht dem Bürgermeister der Stadt, Thomas Menino, seine im April gewonnene Medaille.

Bild: photorun.net

Mit einer bemerkenswerten Geste hat der Boston-Marathon-Sieger Lelisa Desisa den Opfern der Bombenanschläge sein Mitgefühl ausgedrückt. Der 23-jährige Äthiopier überreichte am Sonntag seine Siegermedaille, die er im April erhalten hatte, dem Bostoner Bürgermeister, Thomas Menino. Zuvor hatte Lelisa Desisa bei einem 10-km-Lauf an der US-amerikanischen Ostküste in 28:15 Minuten den zweiten Platz belegt.

Die BAA 10 k waren der erste international bedeutende Straßenlauf in Boston seit dem Terroranschlag, bei dem am 15. April auf der Zielgeraden des 117. Boston-Marathons drei Menschen ums Leben kamen und über 250 zum Teil schwer verletzt wurden. Die Boston Athletic Association (BAA) organisiert sowohl den Marathon als auch das 10-km-Rennen.

Für den Lauf am Sonntag hatten 6.500 Athleten gemeldet. Die Startnummern für das Rennen waren binnen 13 Stunden vergriffen. Während der Kenianer Stephen Sambu in 28:06 Minuten vor Lelisa Desisa (28:15) und Daniel Salel (28:30) gewann, wurde Mamitu Daska ihrer Favoritenrolle gerecht. Die Äthiopierin, die beim Boston-Marathon im April nicht über Rang zwölf hinausgekommen war, siegte überlegen in 31:45 Minuten und sorgte damit für die hochkarätigste Zeit des Tages. Zweite wurde Kim Smith (Neusseland) mit großem Abstand in 33:34 vor Millicent Kuria (Kenia/33:52).

Lelisa Desisa, der in diesem Jahr im Januar als Debütant bereits den Dubai-Marathon mit einer Jahresweltbestzeit von 2:04:45 Stunden gewonnen hatte, hatte im vergangenen Monat bei einem Treffen mit dem US-Staatssekretär John Kerry in Äthiopien erklärt, dass er seine Siegermedaille der Stadt Boston schenken möchte.

„Weniger als zwei Stunden nachdem ich die Ziellinie als Sieger überquert hatte, wurde aus meiner Freude plötzlich Trauer, als ich von den tragischen Nachrichten über den Tod und die Verletzungen von so vielen unschuldigen Menschen erfuhr. Dieser Tag brachte vielen Familien Schmerzen und große Trauer“, erklärte Lelisa Desisa. „Als Zeichen meiner Solidarität mit den Opfern dieses sinnlosen Aktes der Gewalt werde ich im Gedenken an die Menschen, die leiden und starben, meine Medaille den Menschen von Boston schenken.“

„Sport sollte immer eine Quelle der Freude sein, gesundheitsfördernd und einen guten Wettkampf bieten. Der Sport hat die Macht, Menschen zu vereinen und sie aus allen Teilen der Welt zusammen zu bringen, um gemeinsam die Vielfalt unserer verschiedenen Kulturen zu feiern“, sagte Lelisa Desisa.

„Unzählige freundliche und großzügige Hilfeleistungen haben unseren Geist wieder ermuntert und uns inspiriert. Im Namen der Stadt Boston danken wir Lelisa für seine rücksichtsvolle und bewegende Geste“, sagte Bostons Bürgermeister Thomas Menino.

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