Halbmarathon-DM

Erster Meistertitel für Ingalena Heuck

Bei den Deutschen Halbmarathonmeisterschaften in Bad Liebenzell siegten Ingela Heuck und Stefan Koch.

Ingalena Heuck auf dem Weg zum Halbmarathon-Sieg 1

Ingalena Heuck auf dem Weg zum Halbmarathon-Sieg.

„Halbmarathon ist keine halbe Sache“, stellte Ingalena Heuck im Ziel bei den Deutschen Halbmarathonmeisterschaften in Bad Liebenzell mit Stolz fest, „sondern erfordert einen ganzen Einsatz. Und den habe ich heute gebracht.“ Schließlich gewann die 24-Jährige mit einer eher auf Taktik angelegten Renneinteilung ihren ersten Meistertitel, nachdem sie im Cross bereits auf dem Bronzeplatz eingelaufen war. Bis Kilometer 18 hatte mit Bernadette Pichlmaier die Marathonmeisterin des Vorjahres in Front gelegen.

Keine halben Sachen machte auch Stefan Koch im Männerrennen. Nach seinem Sieg 2007 an gleicher Stelle war der Braunschweiger mit besten Erinnerungen zurück ins Nagoldtal gekommen – und sieht nun nach dem neuerlichen Sieg in 1:04:51 Stunden das Kurbadstädtchen als seine Lieblingsstrecke an. Mit einem forschen Auftritt hatte der 26-Jährige schon nach sieben Kilometern die vielköpfige Spitzengruppe gesprengt und sich als tempoharter Frontläufer bewiesen. Am Kochschen Tempodiktat war dabei mit Falk Cierpinski der eigentliche Titelfavorit gescheitert, nach Seitenstichen war der Hallenser drei Kilometer vor dem Ziel auf Rang zwei liegend aus dem Rennen gegangen.

„Ich wollte nach Gefühl laufen“, erklärte die neue Halbmarathonmeisterin ihre Renntaktik bei der Siegerehrung. Vom Start weg lief sie zusammen mit der Erfurter Titelverteidigerin Melanie Schulz mit einem leichten Rückstand auf die forsch anlaufende Bernadette Pichlmaier. „Ich habe in Marokko superhart trainiert und durfte heute den entsprechenden Erfolg einfahren. Die letzten Wochen waren für mich als Studentin und Leistungssportlerin wirklich stressig, deshalb bin ich froh, dass ich endlich einmal beweisen konnte, was ich wirklich drauf habe.“

Mit 1:14:54 Stunden steigerte die Münchenerin nicht nur ihren Hausrekord um eineinhalb Minuten, sondern kann gestärkt in die anstehende Bahnsaison gehen, die bereits in zwei Wochen mit den 10.000-m-Meisterschaften in Ohrdruf einen weiteren Höhepunkt bringen. „Ich werde nach wie vor mein Hauptaugenmerk auf die Bahn richten, einen weiteren Halbmarathon werde ich vielleicht im Herbst in München laufen. Ein Marathon kommt vielleicht in zwei Jahren.“

Dagegen ist die Straße für Stefan Koch das bevorzugte Metier. „Das ist einfach ein tolles Gefühl“, freute sich der aus Rheine stammende Langstreckler mit hoch erhobenen Armen im Ziel. „Wenn man ein halbes Jahr lang von Arzt zu Arzt rennt und keiner einem helfen kann und auf Anhieb mit einem Meistertitel zurückkehrt, das ist ein unbeschreibliches Gefühl.“ Muskuläre Probleme hatten Koch immer wieder im Training ausgebremst, so dass er nach einer kompletten dreimonatigen Laufpause erst seit Januar wieder an ein geregeltes Training denken konnte.

„Natürlich ist jeder Sieg schön, aber dieser ist etwas Besonderes. Fakt ist: Ich bin wieder zurück.“ Der Braunschweiger Läufer nutzte die idealen Laufbedingungen zu einer Demonstration seiner Willensstärke. „Der Druck ist natürlich an der Spitze weitaus größer als wenn du in einer Gruppe mitlaufen kannst. Aber ich habe mir gesagt: Mache dein Ding und kümmere dich nicht um die anderen. Wenn du am Ende wieder eingeholt wirst, dann soll es eben nicht sein.“ Aber weder Falk Cierpinski noch die weiteren Verfolger wie Tobias Sauter, Richard Friedrich oder Florian Neuschwander konnten den Braunschweiger in Gefahr bringen.

„Jetzt kann ich mich in Ruhe regenerieren, im Juni einen schnellen Zehner in Oelde laufen und mich auf den Berlin-Marathon vorbereiten. Das ist mein großes Saisonziel“, blickt der 26-Jährige schon weit in die Saison hinein.

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