4. WM in Lleida / Spanien

Erfolgreiche deutsche Rückwärtsläufer

Bei der 4. Weltmeisterschaft im Rückwärtslaufen lag zwar Italien im Medaillenspiegel knapp vorne, die besten Einzelleistungen gingen aber auf das Konto der deutschen Retrorunner.

Rückwärtslaufen-WM 2012

Das 5.000 Meter Rennen bei den Weltmeisterschaft im Rückwärtslaufen.

Bild: Wegner

Nach Rotkreuz (Schweiz, 2006), Pietrasanta (Italien, 2008) und Kapfenberg (Österreich, 2010) wurde am letzten August-Wochenende im spanischen Lleida die 4. Weltmeisterschaft im Rückwärtslaufen ausgetragen. Die 140.000 Einwohner-Stadt unweit von Barcelona konnte Athleten aus zehn Nationen begrüßen. Der Großteil kam aus Spanien, Italien und Deutschland, aus Übersee waren die Länder Venezuela, Senegal und Brasilien vertreten. Im Medaillenspiegel hatte zwar Italien knapp die Nase vorne, die besten Einzelleistungen gingen aber auf das Konto der deutschen Retrorunner.

Melanie Albrecht war die Überraschung dieser Weltmeisterschaft der International-Retro-Runner (IRR). Die 16-Jährige hat sich in jüngster Vergangenheit bereits einen respektablen Namen in der Sportszene erarbeitet. Bei den diesjährigen Weltmeisterschaften holte sie sich drei Mal Gold. Über die 100 Meter lief sie mit 18,04 Sekunden die drittschnellste je von einer Frau mit dem Rücken voran gelaufene Zeit, um zwei Stunden später eine neue Weltbestzeit über die 200 Meter aufzustellen. Mit 37,94 Sekunden blieb sie eine halbe Sekunde unter dem bisherigen Rekord von Isabella Wagner (38,47 Sekunden aus dem Jahr 2008). Den goldenen Hattrick machte sie am nächsten Tag über 400 Meter perfekt. Mit einer Zeit von 1:29,40 Minuten über die Stadionrunde kam Sie der Weltrekordmarke von 1:29,00 Minuten sehr nahe.

Ihr männliches Pendant war Roland Wegner (36), der die deutsche Retrorunning-Szene schon von der ersten Minute an begleitet und neben seinen Weltrekorden als Teilnehmer bei "Wetten dass ...?" und als Buchautor bekannt wurde. Bei der Retro-WM startete er in der Aktivenklasse und holte sich als Titelverteidiger erneut Gold über die 100 Meter. Die Kurzstrecke spulte er eindrucksvoll in 15,32 Sekunden herunter. Auf den 200 Meter(n) kam es zu einem spannenden Duell. Hier blieb Roland Wegner in 31,74 Sekunden vor Garret Doherty aus Irland, der 32,04 Sekunden benötigte.

Roland Wegner (Mitte) holte über 100 m und 200 m die Goldmedaille.

Bild: Wegner

Auch Thomas Dold ist – wie Melanie Albrecht und Roland Wegner – als Treppenläufer bekannt, vor allem als mehrfacher Sieger beim Lauf auf das New Yorker Empire State Building. Er holte sich souverän ebenfalls zwei Weltmeistertitel. Ungewohnt für ihn war, dass über die 800 Meter vom Start weg ein anderer Läufer die Führung übernahm. Garret Doherty aus Irland verteidigte diese Position eine Runde lang, ehe er der läuferischen Qualität von Dold Tribut zollen musste. Den Sieg holte sich der Deutsche in einer Zeit von 2:36,33 Minuten. Silber ging an Irland ( 2:42,34 Minuten). Über die 3.000 Meter siegte erneut Thomas Dold in einer Zeit von 11:24,74 Minuten und nahm damit dem Zweitplatzierten Pablo Galleto aus Brasilien über vier Minuten ab.

Die große Hitze ließ keine neuen Rekorde auf den Langstrecken zu. Achim Aretz freute sich über über den überlegenen Sieg über 5.000 Meter in 25:36,94 Minuten. In der Seniorenwertung (Ü 50) trugen vor allem Carmen Fuhrmann, Arno Schneider und Günter Fuhrmann zum guten Abschneiden des deutschen Teams bei. Günter Fuhrmann holte sich den Titel über die 5.000 Meter in 28:07,84 Minuten. Seine Ehefrau Carmen Fuhrmann benötigte für ihren Lauf zur Goldmedaille über die 3.000 Meter gute 18:54,64 Minuten. Arno Schneider lief die 800 Meter in einer Zeit von 6:49,64 Minuten und wurde dafür mit dem WM-Titel belohnt.