WM-Tag 9, 23. August 2009

Ein heißer Abschiedstag mit Gänsehaut und tollen Erinnerungen

Der Marathon machte aus Berlin einen Hexenkessel und somit den Abschied noch viel schwerer.

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Die Spitzengruppe der Frauen mit dem Kanzleramt im Hintergrund.

Bild: Anine Hell

Wenn Sie irgendwann einmal die Chance haben ein Volunteer zu werden, dann nehmen Sie diese wahr. Entweder sie schließen neue Freundschaften, sind von vorne herein an dem Sport interessiert oder wollen einfach einmal hautnah dabei sein. Denn das können sie wirklich. Der Einlauf aller Beteiligten und mit den Athleten im Stadion war schon toll, irgendwie hat man richtige Gänsehaut bekommen. Alle bunten T-Shirts haben sich vermischt und die wichtigen Schlipsträger fühlten sich auch nicht auf den Schlips getreten, obwohl man ja gar keine Akkreditierung für die „gras area“ hatte. Vorher war das immer ein riesen Theater mit der Akkreditierung und wer sich wo aufzuhalten hat und wo nicht. Gänsehaut und ein tolles Gemeinschaftsgefühl kommt da im Stadion auf. Es gibt heute Abend zwei bis drei Abschlussparties an denen Volunteers und Athleten teilnehmen.
Ich tippe mal die Leichtathleten trinken nicht so viel Bier wie die Handballer!

Aber mal sehen...!

Bekele nach seinem Sieg nach 5 000 m geduldig bei einem Interwiev.

Bild: Anine Hell

Beim Marathon heute morgen, zwischen Oranienburger Straße und Brandenburger Tor war wirklich tolle Stimmung. Vielleicht revidiere ich die Aussage, dass das Feeling bei einer WW in ein Stadion einzulaufen fehlt, denn die Strecke war wirklich zum größten Teil mit Menschen belagert! Im Interview im TV zuvor gab es ein Interview mit Sabrina Mockenhaupt, der Reihnischen Frohnatur. Ich habe sie das erste Mal reden hören, obwohl die vor zwei Jahren schon einmal den Halbmarathon in Kiel gelaufen ist und auch interviewed wurde. Ich muss sagen, sie erinnerte mich am Verona Feldbusch, die ist nämlich eigentlich auch eine Frohnatur, kann nur eben nicht so schnell laufen.

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Bild: Anine Hell

Sabrina Mockenhaupt in Runde drei bei ihrem zweiten Marathon bei der WM in Berlin.

Der Bekele ist auch über die 5.000 m nicht zu bremsen. Da gehts ganz schön zu Sache auf der Innenbahn. Bekele kann zwar wohl schnell laufen aber fotogen ist er nicht gerade! Ich habe mich extra in der Medientribühne bis nach unten durchgekämpft und er hat auf fast jedem Bild die Augen zu!

Bekele siegt über fünf und zehn Kilometer und geht irgendwie in den Medien ein bisschen unter, über Bolt zerreißt sich jeder – „nur“ weil er zwei Weltrekorde rennt. Ja sicher hört sich doof an, aber Andere strengen sich doch auch an, auch wenn man es ihnen während des Wettkampfes kaum ansieht. Die Zuschauer wollen Rekorde. Höher, Schneller, Weiter, Besser! Verstehe ich nicht, keiner von denen da weiß, wie schnell die eigentlich wirklich rennen. Die haben eine wahnsinns pace drauf. Das würden die Wenigsten in ihrem Leben über nur einen Kilometer bringen!

Die WM ist vorbei! Die Menschen laufen mit den Bolt-Armen auf den T-Shirts herum und strecken ihre Kinder hoffentlich jetzt noch vermehrt in einen Sportverein. Die Journalisten zerstreuen sich wieder in alle Welt. Berlin ist Vergangenheit und Daegu 2011, die nächste Leichtathletik-Weltmeisterschaft, steht fast vor der Tür!

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