WM-Tag 1, 15. August 2009

Ein Abend als Zuschauer

Auf der Tribüne sitzt Anine Hell mitten zwischen vielen Trainern, die mit ihren Athletinnen fiebern.

Am Abend schaue ich mir die Wettkämpfe mit meiner Mutter an. Wir haben einen Platz am unteren Oval-Ende, an dem die Stabhochsprung-Anlage aufgebaut ist. Das ist super, denn die Gruppe B hat ihre erste Quali-Runde direkt vor uns. Die Fotografen laufen immer zwischen dem Graben und ihren Sitzplätzen vor uns in der ersten Reihe hin und her; so müssen sie sicher mehrere Male mit allem Material die Stufen dieses Stadions rauf- und runterlaufen – und die Treppen sind lang in Berlin!

Nach kurzer Zeit stelle ich fest, dass ich mitten in dem Pulk der Hochsprung-Trainer sitze, die immer wieder aufspringen, um unter großem Lärm mit ihren Athletinnen über Haltungstechniken und die Platzierung des Klebestreifens zu kommunizieren. Ich verstehe nicht viel zwischen Japanisch, Spanisch, Koreanisch und Englisch. Es geht aber wohl hauptsächlich um den letzten Fußaufsatz, nachdem der Stab im Einstichkasten platziert wird.

Die Mutter von Chelsea Johnson sitzt hinter mir und ich spüre ihre Nervosität. Die Hochspringerinnen müssen sich während der anderen laufenden Wettkämpfe sehr zurücknehmen und immer wieder neu konzentrieren können. Das zehrt an den Kräften – und an den Eltern: Chelsea´s Vater ist auch ihr Coach, er war über den Stadiongraben bemüht, alles zu geben. Chelsea ist sozusagen neu im World Championchip und belegt am Ende einen wunderbaren dritten Platz. Und sie hat jetzt einen neuen deutschen Fan.

Die junge deutsche Silke Spiegelburg scheint während es ganzen Wettkampfs überragend. Am aufregendsten anzusehen war allerdings die Spanierin Narioa Agirre: Ein weibliches Muskelpaket, das ihren Trainer öfter böse anschaute als glücklich über die Latte flog.

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