Erfolgsstory

Edinburgh zeigt wie Cross laufen kann

Das Crossrennen im Stadtkern von Edinburgh ist eins der bestbesetzten Rennen der Welt. Auch Deutschland ging an den Start.

Edinburgh_Cross

Auch das Rennen der Juniorinnen gehörte in Edinburgh zur neuen Team-Challenge.

Bild: race-news-service.com

Lässt man die Weltmeisterschaften einmal außer Acht, ist der Holyrood Park von Edinburgh in der Regel der Schauplatz des bestbesetzten Crossrennens der Welt. Die Wettbewerbe ziehen mehrere tausend Zuschauer an. Die sehr anspruchsvolle sowie abwechslungsreiche Strecke ist eine Herausforderung für die Athleten.

In der BBC ist das Rennen in Großbritannien live zu sehen. Rund fünf Millionen Fernsehzuschauer schauen zu, wenn die Weltklasse und die besten britischen Athleten durch den Holyrood Park rennen. Das Programm ist straff, die TV-Sendung daher kurzweilig. Trotz dieser Erfolgsstory haben die Veranstalter – der Cross gehört zu den britischen Bupa-Rennen, darunter zum Beispiel der größte Halbmarathon der Welt in Newcastle – das Format ihres Laufes seit 2011 stark geändert. Gestrichen wurde der traditionelle 9-km-Wettbewerb der Männer. Stattdessen gab es in diesem Jahr einen 3-km-Lauf mit afrikanischer Beteiligung. Alle anderen Rennen – Frauen sowie die beiden Juniorenläufe und ein weiterer Männer-Wettbewerb – fanden im Rahmen einer Team-Challenge statt. Dabei trafen Mannschaften aus Großbritannien und Nordirland sowie den USA und ein Europa-Team aufeinander.

Dass das britische Publikum Länderkämpfen sehr offen gegenübersteht, war ein Grund für die Veranstalter, einen derartigen Wettbewerb in den Edinburgh-Cross zu integrieren. Außerdem wollen sie Nachwuchsläufern die Chance geben, bei einem großen internationalen Rennen Erfahrungen zu sammeln und sich zu beweisen.

Alle Teams gingen jeweils mit neun Athleten ins Rennen. Die besten sechs von ihnen sammelten Punkte analog ihrer Platzierung. Das Team mit den wenigsten Zählern gewann – in der Gesamtwertung setzten sich die Briten vor den USA und Europa durch. Dieses Wertungsschema ist angelehnt an die Team-Wertung bei den Cross-Weltmeisterschaften. Eine Reihe von Topläufern machten diese Team-Challenge zu einer hochklassigen Angelegenheit. Für Europa liefen unter anderem die beiden amtierenden Europameister Atelaw Bekele (Belgien) und Fionnuala Britton (Irland). Außerdem war der EM-Rekordsieger Serhiy Lebid (Ukraine/neun Goldmedaillen) dabei. Auch zwei deutsche Athleten starteten: Simret Restle und der Junior Hendrick Pfeiffer.

„Die Team-Challenge bietet den Athleten eine Gelegenheit, ihre Standards zu verbessern, um dann die dominierenden afrikanischen Athleten herausfordern zu können“, sagte Andy Caine, der in Edinburgh für die Eliteathleten zuständig ist. Crosslaufen hat in angelsächsischen Ländern eine große Tradition. In Deutschland wäre ein derartiger Wettbewerb wie in Edinburgh zurzeit nicht vorstellbar, dazu müsste dem Crosslaufen ein ganz anderer Stellenwert eingeräumt werden. Allerdings könnte der Deutsche Leichtathletik-Verband das Rennen in Edinburgh nutzen und für jedes der vier Teamrennen zumindest einen Läufer schicken.

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