WM-Spezial

Doppelweltmeister Kenenisa Bekele im Interview

Nach den Erfolgen bei der LA-WM in Berlin spricht Kenenisa Bekele über seinen Triumph und über seine Zukunftspläne.

Bekele Interview WM 2009

Kenenisa Bekele feierte in Berlin einen Doppelsieg.

Bild: Photorun

Neben Sprint-Superstar Usain Bolt (Jamaika) hat bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften noch ein weiterer Athlet zwei Einzel-Titel gewonnen: Kenenisa Bekele schaffte dabei am Schlusstag in Berlin ein Novum. Denn als erster Mann gewann er bei Weltmeisterschaften beide Langstrecken-Titel. Sechs Tage nach seinem 10.000-m-Sieg war er auch über 5.000 m nicht zu schlagen. Nach 13:17,09 Minuten war der Äthiopier im Ziel und hatte ein packendes Spurt-Duell gegen den Titelverteidiger Bernard Lagat (USA) mit 24 Hundertstelsekunden Vorsprung für sich entschieden. Lagat bezeichnete Bekele später als „einen der größten Athleten aller Zeiten“. „Er hat alles, was man braucht, um so erfolgreich zu sein, Kenenisa ist großartig. Es wird lange dauern, bis wir wieder einen solchen Läufer sehen werden“, sagte Bernard Lagat. Der 27-jährige Kenenisa Bekele, der in seiner Karriere inklusive Cross-Team-Titel nun schon 24 WM-Goldmedaillen gewonnen hat, gab in Berlin das folgende Interview:

Wie fühlen Sie sich nach dem Doppelsieg?

Kenenisa Bekele: „Dieser Doppelsieg war sehr wichtig für mich. Ich bin sehr glücklich und stolz, dass ich das geschafft habe – das ist etwas besonderes, denn keiner hat vorher dieses Doppel bei einer WM gewonnen. Aber es war ein hartes Rennen über 5.000 Meter.“

Gab es im 10.000-m-Finale eine äthiopische Team-Taktik?

Kenenisa Bekele: „Wir hatten keine Team-Taktik in diesem Finale. Wenn das Rennen so schnell ist wie im 10.000-Meter-Endlauf, dann funktioniert das nicht. Ist das Tempo langsam, dann kann man das machen. So aber kannst du nur für dich selbst laufen."

Sie haben die äthiopische Ehre gerettet, denn ihre Landsfrauen konnten die Langstreckentitel nicht verteidigen.

Kenenisa Bekele: „Ich bin stolz über meine Erfolge. Es ist nicht leicht, wenn du in einer großen Meisterschaft für dein Land rennst, die Erwartungen sind groß. Wenn du etwas verlierst (die Goldmedaillen bei den Frauen, d. Red.), woran du dich gewöhnt hast, dann merkst du es. Man kann angesichts dieser Erfahrung sehen wie wichtig es ist, dass die Besten des Teams dabei sind. Es ist schwierig, wenn sie wegen einer Verletzung oder aus einem anderen Grund fehlen. Die Mehrheit der Äthiopier wird enttäuscht gewesen sein, dass diese Goldmedaillen verloren gingen.“

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