World Athletics Final

Doppelsieg für Meseret Defar

Mit einem Doppelsieg war Meseret Defar beim World Athletics Final in Stuttgart die überragende Läuferin.

Meseret Defar lief zu einem versöhnlichen Saisonabschluss beim World Athletics Final (WAF) in Stuttgart. Die 24-jährige Äthiopierin, die in diesem Jahr zunächst ihren 5.000-m-Weltrekord an ihre Landsfrau Tirunesh Dibaba verloren hatte und dann im Olympia-Finale ihren Titel über diese Distanz nicht verteidigen konnte und Dritte wurde, siegte gleich zweimal. Nachdem sie am Sonnabend beim WAF über 5.000 m triumphiert hatte, setzte sie sich am Sonntag auch über 3.000 m durch.

Meseret Defar schafft Doppelsieg beim World Athletics Final in Stuttgart.

Wie schon über 5.000 m war erwartungsgemäß auch über die kürzere Strecke Vivian Cheruiyot ihre schärfste Gegnerin. Die Kenianerin, die Defar in der Woche zuvor in Brüssel besiegt hatte, bestimmte auf dem letzten Kilometer zunächst das Tempo. Doch sie wurde Defar nicht los. Und als die Äthiopierin 250 Meter vor dem Ziel ihren Spurt begann, konnte Cheruiyot nicht mehr kontern. Defar siegte schließlich in 8:43,60 Minuten vor Cheruiyot (8:44.64) und Jane Kiptoo (Kenia/8:47.65).

Während Pamela Jelimo (Kenia) ihre Erfolgsserie über 800 m fortsetzte und auch in Rennen Nummer 14 ihrer Karriere gewann (1:56,23), standen bei den Männern zwei Langstrecken- Entscheidungen am Sonntag auf dem Programm. Für eine hochklassige Leistung sorgte dabei Paul Kipsiele Koech. Der 26-jährige Kenianer siegte im Alleingang in hochklassigen 8:05,35 Minuten mit rund zehn Sekunden Vorsprung vor seinen Landsleuten Ezekiel Kemboi (8:15,32) und Richard Mateelong (8:16,05).

Bei eiskalten Bedingungen (11° Celsius) war dies eine herausragende Leistung von Paul Kipsiele Koech. „Ich wollte eigentlich unter acht Minuten laufen, aber ohne Tempomacher und bei dieser Kälte ging das heute leider nicht”, sagte der Kenianer, der mit 8:00,57 die Jahresweltbestzeit hält und schon mehrfach unter den acht Minuten geblieben war. Zum vierten Mal in Folge gewann Koech, der unglücklich die Olympia-Qualifikation verpasst hatte, das World Athletics Final.

Über 5.000 m der Männer setzte sich mit Edwin Soi ebenfalls der Vorjahressieger durch. Gegen den Endspurt des Kenianers, der nach 13:22,81 Minuten im Ziel war, hatten die Konkurrenten keine Chance. Zweiter wurde Moses Kipsiro (Uganda) in 13:23,02 Minuten, Rang drei ging an den Kenianer Micah Kogo mit 13:23,37.


Bereits am ersten Tag der World Athletics Final in Stuttgart sorgten die favorisierten Olympiateilnehmer Gulnara Galkina, Meseret Defar und Bernard Lagat für hochklassige Leistungen. Die Olympiasiegerin und Weltrekordlerin Gulnara Galkina aus Russland gewann über die 3.000-m-Hindernis den Zweikampf gegen die in letzter Zeit immer stärker werdende Eunice Jepkorir in 9:21,73 Minuten. Das ist die schnellste Zeit, die bisher bei den diversen WAF-Auflagen gelaufen wurde.

Gulnara Galkina siegt in Stuttgart

Bild: photorun.net

Die Russin Gulnara Galkina war bereits bei den Olympischen Spielen in Peking erfolgreich.

Die Kenianerin Eunice Jepkorir, die vor einer Woche in Moskau Galkina fast geschlagen hatte und bis auf sieben Hundertstelsekunden an die Russin herangekommen war, lag dieses Mal deutlicher zurück und kam nach 9:24,03 Minuten ins Ziel. Dritte wurde knapp dahinter Ruth Bisibori Nyangau (Kenia) mit 9:24,38. Rund 600 Meter vor dem Ziel hatte Galkina das Tempo erhöht und sich entscheidend von Jepkorir gelöst. Doch auch das WAF zeigte, dass die kenianischen Frauen auf dem Weg sind, es den Männern nachzumachen. Über 3.000 m Hindernis dominieren die Kenianer seit langem das Geschehen.

Über 5.000 m revanchierte sich die favorisierte Meseret Defar gegen die Kenianerin Vivian Cheruiyot, die überraschend vor acht Tagen beim AF Golden League-Finale in Brüssel triumphiert hatte. Defar war nach einem taktischen Rennen in Stuttgart nach 14:53,82 Minuten im Ziel, Cheruiyot belegte in 14:54,60 Rang zwei. Dritte wurde Meselech Melkamu (Äthiopien) mit 14:58,76. Nachdem sie bei Olympia über 5.000 m lediglich Rang drei belegt hatte, will sich Meseret Defar in Stuttgart mit einem Doppelerfolg trösten. Sie startet am Sonntag auch über 3.000 m und trifft hier wiederum auf die Kenianerin Vivian Cheruiyot. Die Doppel-Olympiasiegerin Tirunesh Dibaba (Äthiopien) ist in Stuttgart allerdings nicht am Start.

Im einzigen Männer-Langstreckenrennen des ersten Tages in Stuttgart gewann Bernard Lagat (USA) die 3.000 m mit einem lang gezogenen Schlussspurt in 8:02,97 Minuten vor Edwin Soi (8:03,55). Der Kenianer, der am Sonntag auch über 5.000 m startet und vor einem Jahr beim WAF beide Distanzen gewann, hat damit dieses Mal keine Chance mehr auf einen Doppelsieg. Dritter wurde in diesem Rennen Matthew Tegenkamp (USA) in 8:03,56.