Towerrunning

Doppelmarathon in den Weinbergen

Javier Santiago

Javier Santiago, Sekunden nach dem Finish beim Scale the Strat in Las Vegas.

Bild: Javier Santiago

Das Highlight im April für die deutsche Treppenlauf-Gemeinde und die Anhänger des Ultra-Towerrunning, war sicher der Mount Everest Treppenmarathon in Radebeul bei Dresden. Auf der legendären Spitzhaustreppe in den Weinbergen mussten bei 100 Runden auf einem Rundkurs durch die Weinberge 39700 Stufen bezwungen werden. Dabei entspricht die zurückgelegte Gesamt-Höhe exakt einer virtuellen Besteigung des Mount Everest, dazu hat jeder Bezwinger des ungewöhnlichen Wettkampfes am Wochenende des Wien- und London-Marathons die Strecke beider City-Marathons zusammen absolviert, da die Initiatoren des Events den Circuit so konstruiert haben, dass die 100 Runden zusätzlich exakt einem Doppelmarathon entsprechen.

Dank regelmäßiger Updates der Zeitenlisten während der 24-stündigen Veranstaltung auf der Veranstalter-Homepage und der Towerrunning-Website konnten die Treppenlauffans auf der ganzen Welt live mitfiebern und erfuhren bereits nach 14 Stunden 56 Minuten und 20 Sekunden vom Sieg des Schweizers Marco Summermatter. Er verfehlte den Streckenrekord seines Landsmanns Kurt Hess aus dem Jahre 2007 damit nur um wenige Minuten. Nachdem die Europäer bei den US-Frühjahrsevents an der einen oder anderen Stelle Punkte entführen konnten, versuchte sich der im Weltcup auf Rang 23 geführte Amerikaner Michael Karlin in den Radebeuler Weinbergen.

Am Ende musste sich der mutige US-Athlet, dessen längste bisher zurückgelegte Wettkampfdistanz ein Halbmarathon war, aber nach einem zwei schmerzhaften Tagen der Spitzhaustreppe geschlagen geben und verfehlte die Marke von 100 Runden, sodass er ohne Weltcup-Punkte abreisen musste. Die Treppe besiegt haben indes 28 Männer und zwei tapfere Damen. Wer auf die schmerzhafte Erfahrung der vollen Distanz, nicht aber auf die Teilnahme an der außergewöhnlichen Veranstaltung verzichten wollte, konnte sich in Dreier-Teams die Strecke teilen oder an einer Touristen-Staffel teilnehmen. So kamen insgesamt deutlich mehr als 500 Athleten in den Genuss des Radebeuler Rundkurses, welcher wie immer von Hunderten Treppenlauffans umsäumt war.

Weiterlesen

Seite 6 von 8
Lesen Sie auf der nächsten Seite:
Quo vadis Thomas Dold?


Towerrunning: