BIG 25 Berlin

Doppel-Weltrekord in Berlin

Gleich zwei Weltrekorde über 25 Kilometer wurden beim BIG 25 Berlin förmlich pulverisiert.

Weltrekord Nummer 1: Samuel Kosgei läuft nach 1:11:50 Stunden ins Ziel im Berliner Olympiastadion.

Weltrekord Nummer 1: Samuel Kosgei läuft nach 1:11:50 Stunden ins Ziel im Berliner Olympiastadion.

Bild: photorun.net

Die Kenianer Samuel Kosgei und Mary Keitany schrieben mit einem Doppel-Weltrekord Leichtathletik-Geschichte und krönten die Jubiläumsausgabe der BIG 25 Berlin. Nie zuvor liefen in einem Straßenrennen beide Sieger Weltrekorde – egal über welche Distanz. Sammy Kosgei stürmte nach 1:11:50 Stunden ins Ziel im Berliner Olympiastadion. Mary Keitany blieb mit 1:19:53 sogar als erste Frau unter 1:20 Stunden und durchbrach damit eine Zeitbarriere. Die beiden bisherigen Weltrekorde wurden förmlich pulverisiert. Dabei gilt es allerdings zu berücksichtigen, dass der äthiopische Marathon-Weltrekordler Haile Gebrselassie 2006 in Alphen aan den Rijn (Holland) schon einmal drei Sekunden schneller lief als Kosgei. Dabei war er aber regelwidrig von Tempomachern unterstützt worden. Insgesamt hatten für die 30. Auflage des Rennens 10.114 Läufer aus 47 Nationen gemeldet.

Im hochklassigsten 25-km-Rennen aller Zeiten nutzen die Topathleten die idealen Wetterbedingungen mit Temperaturen zwischen 12 und 14 Grad Celsius bei bedecktem Himmel und praktisch Windstille. Eine Spitzengruppe von gut 20 afrikanischen Läufern erreichte den 5-km-Punkt nach 14:29 Minuten. Dieser erste Teil der Berliner 25-km-Strecke fällt leicht ab. Doch die Gruppe hielt das hohe Tempo auch auf den folgenden Abschnitten. Nach der 10-km-Marke (Durchgangzeit: 29:01) dauerte es nur 14:04 Minuten, dann waren die führenden Läufer bereits bei Kilometer 15 (43:05 Minuten). Allerdings war die große Gruppe inzwischen auseinander gefallen. Es entwickelte sich ein Duell zwischen Samuel Kosgei und seinem Landsmann Gilbert Kirwa, der im vergangenen Jahr den Frankfurt-Marathon in der Weltklassezeit von 2:06:14 Stunden gewonnen hatte. Kurzzeitig hielt auch der Titelverteidiger Matthew Koech (Kenia) mit den beiden Schritt, doch er fiel dann zurück und wurde schließlich Fünfter in 1:13:45.

Das Tempo blieb auch zwischen Kilometer 18 und 21 hoch, obwohl es hier auf dem Weg zurück zum Stadion leicht bergauf geht. Samuel Kosgei – er war Haile Gebrselassies Tempomacher beim Berlin-Marathon 2009 und rannte damals gemeinsam mit dem Äthiopier zur 30-km-Zwischenzeit von 1:27:49, die seitdem als Weltrekord geführt wird – und Gilbert Kirwa erreichten dann die 20-km-Marke nach 57:22. Danach wurde eine bemerkenswerte Halbmarathonzeit von 60:42 Minuten für die beiden gestoppt.

Der 24-jährige Samuel Kosgei konnte sich auf den letzten zwei Kilometern lösen und verbesserte schließlich den alten Weltrekord seines Landsmannes Paul Kosgei (Kenia), der 2004 in Berlin in 1:12:45 gewonnen hatte, um fast eine Minute. Auch der zweitplatzierte Kenianer Gilbert Kirwa blieb mit 1:11:58 noch deutlich unter der alten Marke. Dritter wurde Terefe Maregu (Äthiopien) in 1:13:16. Gleich sieben Läufer kamen mit Zeiten von unter 1:14 Stunden ins Ziel. Unter ihnen war auch der Athlet, dessen Weltrekord im Olympiastadion fiel: Paul Kosgei war bis fast Kilometer 15 in der Spitzengruppe gelaufen und wurde schließlich Sechster mit 1:13:48.

„Es war mein Ziel, 1:12 Stunden zu laufen. Aber ich dachte nicht, dass ich darunter bleiben würde. Jetzt würde ich gerne in Berlin mein Marathondebüt rennen“, erklärte Samuel Kosgei und fügte hinzu: „Sollte Haile Gebrselassie erneut in Berlin starten, würde ich mich auf dieses Duell freuen. Es wäre dann mein Ziel, ihn zu schlagen.“

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