Towerrunning World Cup

Dold und Walsham gewinnen die Weltcup-Premiere

138 Rennen in 22 Ländern zählten 2009 zum ersten Towerrunning Weltcup der Treppenläufer. Favorit Thomas Dold siegte.

Thomas Dold

Thomas Dold

Bild: Sebastian Wurster

Mit dem Towerrunning Weltcup feierte 2009 ein neues Wertungssystem Premiere, das der internationalen Elite des Treppensports eine Vergleichsmöglichkeit bieten soll und die besten Läufer über die gesamte Saison hinweg ermittelt.

Nach 138 Rennen in 22 Ländern, in denen sich Zehntausende von Sportlern der besonderen vertikalen Herausforderung gestellt haben, ist es nun Zeit, über die erste Weltcup-Saison Bilanz zu ziehen. Aufgrund der Vielfalt von hochklassigen Veranstaltungen und Läufern auf allen Kontinenten der Welt und der zahlreichen individuellen Rekorde und Randgeschichten fällt es natürlich schwer, die Saison in wenigen Zeilen zusammenzufassen. Dennoch gibt es einige herausragende Leistungen der Elite-Läufer, die im Folgenden Erwähnung finden sollen.

Aus internationaler wie auch aus deutscher Sicht prägte Thomas Dold wie auch in den Jahren zuvor die Szene und kam bei sieben von acht Rennteilnahmen vor allen Konkurrenten in das Ziel. Unter anderem konnte er mit dem vierten Triumph in Folge beim legendären Empire State Building Run Up gleich zu Beginn der Saison ein Highlight setzen. Außerdem war die erfolgreiche Verteidigung der Vorjahressiege in den asiatischen Metropolen Taipeh und Singapur ein wichtiger Grundpfeiler zum Titel in der neuen Weltcup-Serie.

Aufgrund von vier weiteren Siegen und einem zweiten Rang erzielte er mit insgesamt 1376 Punkten mehr als doppelt so viele Punkte wie der ebenfalls aus Deutschland stammende Zweitplatzierte der Herren-Gesamtwertung, Christian Riedl (650 Punkte). Hinter dem slowakischen Läufer Tomas Celko (616 Punkte) konnte sich mit Matthias Jahn (584 Punkte) ein weiterer deutscher Läufer platzieren. Diesem gelang als einzigem Läufer außer Dold das Kunststück, sowohl in Europa (Vertical Rush London), Asien (Dubai Vertical Marathon) als auch in Amerika (Sky Rise Chicago) ein Rennen zu gewinnen.

Erst auf dem achten Weltcup-Gesamtrang findet sich mit dem US-amerikanischen Läufer Jesse Berg (480 Punkte) der erste Nicht-Europäer, der ausschließlich bei Veranstaltungen im eigenen Land punktete und bei elf seiner zwölf Starts auf den Medaillenplätzen ins Ziel kam.

Bei den Frauen war die Dominanz der Europäer weniger ausgeprägt, unter den besten zehn Läuferinnen der Gesamtwertung finden sich nur vier aus Europa, zwei davon aus Deutschland. Im Gegensatz zum überragenden Sieg von Thomas Dold bei den Herren fiel die Entscheidung um die Treppen-Krone bei den Frauen erst zwei Wochen vor Saisonende beim Swissotel Vertical Marathon in Singapur.

Mit einem Sieg bei diesem Klassiker konnte die zuvor bereits bei den Saisonhöhepunkten im Empire State Building und in Taipeh erfolgreiche Australierin Suzanne Walsham mit 780 Punkten den Gesamtsieg vor der Italienerin Cristina Bonacina (668 Punkte) erringen.

Auf dem dritten Weltcup-Rang landete mit der 12-jährigen Freiburgerin Marie-Fee Breyer (568 Punkte) die Überraschungs-Läuferin der Saison: Bereits bei ihrem ersten Auftritt auf der internationalen Treppenlauf-Bühne beim Towerrunning Basel konnte das junge Talent mit dem zweiten Rang einen außerordentlich gelungenen Einstand feiern. Auch im Verlaufe der weiteren Saison landete sie in keinem ihrer sieben Rennen jenseits des dritten Platzes in der Zeitenliste. Highlight war dabei ihr Sieg beim hochklassig besetzten Arque Sky Run in Frankfurt, der auch die Grundlage zum Erfolg bei der in dieser Saison ebenfalls erstmals ausgetragenen Run2Sky Europe-Serie war. Die zweitbeste deutsche Läuferin der Saison 2009 war Simone Menz, die sich mit 329 Punkten auf dem achten Gesamtrang platzierte.

Aufgrund der vielfältigen Erfolge verwundert es nicht, dass die deutschen Treppenläufer auch die Weltcup-Nationenwertung für sich entschieden. Mit 4031 Punkten verwiesen sie die US-Amerikaner (3846 Punkte) und die Italiener (2665 Punkte) auf die Plätze. Insgesamt 49 Mal kam der Sieger oder die Siegerin bei einem Treppenlauf im vergangenen Jahr aus Deutschland, in dieser Statistik schnitten nur die US-Amerikaner besser ab, was natürlich vor allem der Tatsache geschuldet ist, dass die Hälfte aller Rennen weltweit in den Wolkenkratzern der Vereinigten Staaten stattfindet. Bei den Auslands-Siegen liegen dann aber wieder die deutschen Athleten vorne: 11 mal wehte die schwarz-rot-goldene Flagge über dem Siegerpodest in den Treppenhäusern außerhalb der Bundesrepublik.

Angesichts dieser Zahlen und der vielen weiteren Läufer im Kreise der Top 100 kann die deutsche Treppenlaufelite auch 2010 wieder gut gerüstet in die Rennen um Punkte, Pokale und Preisgelder gehen. Eine Vorschau auf die Rennen des ersten Quartals 2010 veröffentlichen wir am 23. Januar an dieser Stelle.

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