Schnell ohne Schuh

Dold-Niederlage beim Taipei Run Up 2012 und Lobodzinski-Sieg beim Avaz Tower Running

Ein Erdbeben in sportlicher Hinsicht war der Taipei Run Up 2012: Der Australier Mark Bourne gewann vor Europameister und Favorit Thomas Dold. Beim Avaz Tower Running siegte Piotr Lobodzinski trotz Schuhverlust.

Piotr Lobodzinski

Trotz Schuhverlusts war Piotr Lobodzinski der schnellste Läufer über die 780 Stufen des Avaz Twist Towers.

Bild: Avaz roto press

Zwei Erdbeben bildeten den Rahmen des Taipeh Run Ups 2012. Das erste ließ die Erde vor dem Rennen erzittern und hielt mehr als 1.000 registrierte Läufer von der Teilnahme ab. Insgesamt gingen dennoch 4.000 Athleten aus 19 Ländern beim Taipeh Run Up an den Start. Der Taipei 101 Tower mit einem speziellen mechanischen System zum Ausgleich von seismischen Aktivitäten gilt immerhin als eines der sichersten Gebäude der Welt in dieser Hinsicht.

Das zweite Erdbeben erlebte der Towerrunning-Europameister und Favorit Thomas Dold. Eine Woche nach seinem Europameisterschaftssieg in Frankfurt musste er sich Mark Bourne geschlagen geben. In 11:26 Minuten war der Australier vier Sekunden schneller als Dold (11:30). Als Dritter über die 2046 Stufen folgte der Franzose Clement Dumont (12:33).

Das Damen-Rennen wurde von der EM-Dritten, Valentina Belotti (Italien), in 13:21 Minuten dominiert, die bereits als Newcomerin im Vorjahr im Taipei 101 triumphierte. Mit mehr als einer Minute Rückstand folgten die Neuseeländerin Melissa Moon (14:24) und Kristin Frey (USA) in 14:32, die damit ihre zwischenzeitlich verlorene World Cup-Führung zurückeroberte.

Einen Tag zuvor waren beim einzigen Treppenlauf auf dem Balkan, dem Avaz Tower Running in Sarajevo, Athleten aus 14 verschiedenen Ländern am Start. Mit Piotr Lobodzinski (Polen), Vorjahressieger Pavel Holec (Tschechien), World Cup Titelverteidigerin Cristina Bonacina (Italien) und dem Deutschen Enrico Gäbe war auch hier für die entsprechende Klasse gesorgt.

Im Massenstartmodus stürmten die Teilnehmer nach kurzem Vorlauf im Außenbereich die 780 Stufen im Avaz Twist Tower. Gegen Körper- und Ellbogeneinsatz sowie schnell davonstürmende Amateure, bei denen nach wenigen Etagen die Kräfte schwanden und für Stau im engen Treppenhaus sorgten, galt es sich durchzusetzen.

Am besten gelang dies dem Polen Piotr Lobodzinski, obwohl er im Tumult der Startphase einen Schuh verlor und fast die gesamte Strecke einseitig auf Socken zurücklegen musste. In 4:02,56 Minuten erreichte er die Spitze des Avaz Twist Tower vor Matijaz Miklosa (Slowenien) in 4:12,00 und Vorjahressieger Pavel Holec (4:22,19). Im Damen-Rennen setzte sich ein bosnisches Trio durch – angeführt von Vladana Gavranovic in 5:07,59. Die gesundheitlich angeschlagene Cristina Bonacina musste sich eine Woche nach der EM-Final-Teilnahme mit Rang 4 begnügen.

Besonders beim Avaz Tower Running war die TV-Live-Übertragung durch das bosnische Fernsehen – ein Novum im europäischen Treppenlaufsport und ein wichtiger Schritt zum zunehmenden Professionalisieren der Sportart.

Towerrunning:

Erste European Towerrunning Champ...