LA-Meeting in Ostrava

Dire Tune rennt Stundenweltrekord

Die Äthiopierin brach beim Leichtathletik-Meeting in Ostrava mit 18.517 Metern den Stundenweltrekord.

Dire Tune

Dire Tune bei ihrem Sieg in Houston.

Bild: photorun.net

Damit lief Dire Tune eine Woche vor ihrem 23. Geburtstag zum dritten großen Erfolg in diesem Jahr: Die Äthiopierin brach den Stundenweltrekord von Tegla Loroupe. Die Kenianerin war vor zehn Jahren in Borgholzhausen 18.340 Meter gelaufen. In Ostrava in Tschechien bewältigte Dire Tune nun eine Distanz von 18.517 Metern binnen 60 Minuten.

Die 22-jährige Äthiopierin hatte in diesem Jahr mit zwei beachtlichen Marathon-Siegen auf sich aufmerksam gemacht: Zunächst brach sie im Januar in Houston den Kursrekord mit 2:24:40 Stunden, dann siegte sie nur rund drei Monate später beim Boston-Marathon nach einem packenden Zweikampf mit Alevtina Biktimirova (Russland) mit zwei Sekunden Vorsprung in 2:25:25 Stunden. Dire Tune könnte zum äthiopischen Marathon-Team bei Olympia zählen.

In Ostrava lief sie ohne Spikes sondern mit Laufschuhen zum Weltrekord. Dabei geriet sie bei der Jagd nach der Bestmarke trotz Tempomacherinnen im ersten Teil des Rennens zunächst in Rückstand. Die 5000-m-Marke passierte Dire Tune in 16:28,82 Minuten – das war knapp eine Viertelminute langsamer als geplant. 15 Sekunden fehlten dann immer noch an der 10.000-m-Marke, die nach 32:45,46 erreicht war. Doch bald darauf ging die Äthiopierin selbst an die Spitze und holte die Zeit auf. Am Ende legte sie 177 Meter mehr zurück als Tegla Loroupe 1998. Die Kenianerin war damals allerdings im Gegensatz zu Dire Tune noch weiter gerannt und hatte auch gleich den Rekord für 20.000 m verbessert: Ihre 1:05:26,6 Stunden stehen nach wie vor als Weltrekord.

Ein dramatisches Rennen gab es über 10.000 Meter der Frauen in Ostrava. Dieser Lauf war für die Äthiopierinnen die offizielle Olympia-Qualifikation. Sechs Tage nach ihrem 5.000-m-Weltrekord von Oslo und einer anschließenden Reise zurück nach Äthiopiern stand Tirunesh Dibaba im Mittelpunkt des Interesses. Die Frage war, wie schnell sie laufen würde. Doch es wurde bald offensichtlich, dass es kein extrem schnelles Rennen geben würde. Wude Ayalew lag nach 5.000 m (15:43,22 Minuten) in Führung. Tirunesh Dibaba lief in der Spitzengruppe, doch plötzlich fiel sie zurück. Bis zu zehn Meter lief sie hinter der Führungsgruppe her. Es sah zeitweilig nicht so aus, als ob sich die 10.000-m-Weltmeisterin für Olympia qualifizieren könnte. Doch gut drei Runden vor dem Ziel startete Tirunesh Dibaba ihre Aufholjagd und gewann schließlich noch in 31:03,37 Minuten vor ihrer Schwester Ejegayehu (31:04,05). Meselech Melkamu wurde in 31:04,93 Minuten Dritte bei diesen ,Äthiopischen Meisterschaften’ in Ostrava.

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