Halbmarathon Ingolstadt 2014

Die Schallmauer durchbrochen

Leserreporterin Henriette Appel läuft laut ihrer Uhr beim Halbmarathon Ingolstadt 2014 ihre neue Bestzeit, aber es kommt noch besser!

Süße 4 Sekunden

Ein verletzter Eliteläufer hatte sich zum Anfeuern an der Konrad-Adenauer Brücke umpositioniert, und die schnelle Diana mit Fahrrad hatte vorher beim Künettegraben fleißig gerufen, das tat gut. Visueller Schwenk nach rechts: Erleichterung, denn mein Textil und die rote Packung Liliputz-Feuchttücher harrten ihrer rechtmäßigen Besitzerin. Die Puste für den Endspurt fehlte, die euphorische Menge nahm ich verschwommen als grölenden Pulk wahr. Verschwitzt und durstig war ich mehr auf Hechtsprung zur Weizentheke fixiert als auf die Zielmatte! Die Uhr zeigte 1:45:46 an, Medaille sofort umgehängt, Rose überreicht und Ingalena gratulierte. Die Nettozeit interessierte in dem Moment nicht, ich verschmähte den Wasser- und Bananenstop, wollte nur das erfrischende und wiederbelebende Erdinger alkoholfrei. Nahrhaft gestärkt blieb ich vom anschließenden ISO-“Schwindel“ verschont, kippte gleich zwei volle Pappbecher runter.

Ein „Hallo“ hier und da, Bier nachladen, anderen Läufern beim Herankeuchen zusehen, Tasche im Exerzierhaus abholen. Die „Schlepperin“ in mir wuchtete alles zurück zum verlassenen Startbogen, sammelte frauchenloses Oberteil auf und schritt gemächlich zur Saturn Arena.

Vor Heimfahrt nach Umziehen, Fachsimpeln und Podestkürprozedere zelebrierte ich mit Luftsprung und Jubelschrei um 22 Uhr am Ausgang beim Listenaushang die Hammerzeit von 1:44:56! Platz 39 in der Frauen Gesamtwertung und 5. in der starken Altersklasse 45-49 hinter der Siegerin von 2010 und 2011, Mary O'Leary, den regionalen Laufcupköniginnen Gaby und Stefanie sowie Fitnesscoach Petra, die im Vorjahr sagenhafte 1:34 Stunden erreicht hatte im Vergleich zu meinen bescheidenen 1:55 und dem 35. Rang.

Belohnung muss sein

Am Sonntag im heimischen Neuburg genehmigte ich mir die wohlverdienten zwei Stück Sahnetorte im romantischen Café Kate in der Altstadt. Ein Kaffee- und Kuchenbuffet in der Eis- und Messehalle hätte in Riechweite von 50 Metern zu den von mir stets akribisch analysierten Ergebnislisten sicherlich zu einem Kollaps der sinnlichen und emotionalen Reize geführt. Frei nach Helene Fischer „Unser Tag, der perfekte Tag“, komponiert vom „Rosenstolz-Peter“, bleibt besonders die sportliche Premiere der Haarschnippeltruppe „Spitzenwerk“ mit ihrem originellen Laufshirt Logo in Erinnerung. Ein mir nicht bekannter junger Läufer beglückte mich im Zielbereich mit dem Wort: „Respekt!“ auf dem Weg zur Siegerehrung. Stolz wie Bolle mit Rose gab es keine Ausrede mehr, der oft versprochene Erlebnisbericht sprudelte im Überschwang der Gefühle aus dem Kopfkarussell.

Jetzt auf Sparflamme regenerieren, Alltagskram regeln und dem 30. Mai entgegenfiebern. Die Veranstaltung in einem ICE-Knotenpunkt am Rhein (mehr wird nicht verraten) ist um einige Nummern größer, folglich wird der Report dementsprechend länger. Ihr dürft gespannt sein!

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Schallmauer geknackt beim Halbmarathon Ingolstadt