Die Saison hat begonnen

Die Marathonrennen von Freiburg und Bockenheim

Der Trend hin zur Halbmarathondistanz bestätigte sich bei den Rennen des ersten April-Wochenendes.

Bei richtigem Aprilwetter gingen die ersten größeren Marathonveranstaltungen dieses Frühjahres in Freiburg und an der Deutschen Weinstraße über die Runden. Allerdings machte der April seinem Namen alle Ehre, denn wechselhafter konnten die Bedingungen kaum sein. Drohende Regenwolken, aber mit bis zu 8° Celsius ideale Laufbedingungen und ein Hauch von Frühlingssonne im Breisgau, nach Sonnenschein in der Vorstartphase, dann der befürchtete Regen an der Deutschen Weinstraße – unterschiedlicher hätte der Start in die Frühjahrs-Laufsaison kaum sein können.

Und es bestätigte sich ein Trend, der schon im vergangenen Jahr bei den Marathonveranstaltungen mit Teilstrecken deutlich feststellbar war: Die Beteiligung auf der klassischen Marathondistanz nimmt ab, während der Halbmarathon eher im Trend ist. Hier haben sich die Zahlen in Freiburg und Bockenheim auf hohem Niveau stabilisiert beziehungsweise sind leicht angestiegen.

Birgit Bartels gewann zum vierten Mal in Freiburg.

Beim Freiburg-Marathon gaben 11.646 Läufer ihre Meldungen ab, im Ziel auf dem weitläufigen Messegelände wurden beim Halbmarathon mit 7.206 Finishern nur geringfügig weniger Läufer registriert, während beim Lauf über die klassische Marathondistanz mit 1.659 Finishern ein Minus von 11 Prozent zu verzeichnen war. Die pfiffigen Freiburger mit Veranstalter-Chef Gernot Weigl an der Spitze kompensierten diesen leichten Rückgang bei der fünften Auflage allerdings mit über 1100 jugendlichen Staffelläufern, die erstmals die tolle Atmosphäre mit 42 Bands entlang der Strecke genießen durften.

Scheinbar beste Voraussetzungen für die nun schon vierfache Siegerin Birgit Bartels, die in beeindruckender Manier nicht nur elf Minuten Vorsprung auf die Zweite Elke Brenner (Neckar-Enz) herauslaufen, sondern mit 2:49:22 Stunden auch ihre eigene Streckenbestzeit aus dem Vorjahr um eine Minute steigern konnte. „Es lief einfach toll. Mächtig viel Zuschauer haben mich angefeuert, das hat mir geholfen“, so die 38-Jährige aus Kirchzarten.

Bei den Männern setzte sich mit fünf Minuten Vorsprung der für die LG Brandenkopf startende Premierensieger Ulrich Benz mit der Startnummer 13 in 2:28:21 Stunden durch. Dabei überstand der 31-Jährige nach 37 km sogar eine Schwächephase, als er sich übergeben und dadurch eine kleine Gehpause einlegen musste. Etwas schwächere Halbmarathonzeiten als im Vorjahr gab es für den überraschend siegreichen Marcel Jaranek (1:09:42) vor den zeitgleichen Lokalmatadoren Max Frei und Hartwig Potthin, für die beide 1:10:15 notiert wurden. Auch bei den Frauen ging der Sieg an eine Einheimische, die 23-jährige Medizinstudentin Anja Schnabel gewann in 1:20:42.

Ausnahmezustand herrschte im kleinen Weinstädtchen Bockenheim, dem Dreh- und Angelpunkt des Marathons Deutsche Weinstraße. Dies sicherlich im besten Sinne, denn auf dem Festgelände drängelten sich zu früher Morgenstunde bei (noch) leichtem Sonnenschein und Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt dreitausend Läufer aus 30 Nationen. Das zunehmend schlechter werdende Wetter vermieste freilich dem einen oder anderen hart gesottenen Ausdauersportler das hehre Vorhaben. Denn mit den beiden polnischen Läufern Tomasz Chawawko (2:31:38) und Jaroslaw Janicki (2:31:44) an der Spitze kehrten lediglich 716 Marathonläufer von der großen Schleife aus Richtung Bad Dürkheim zurück an das „Haus der Deutschen Weinstraße“, ein Minus von 22 Prozent gegenüber 2006. Bekanntlich wird der Marathon Deutsche Weinstraße unter der Federführung des Landkreises Bad Dürkheim nur alle zwei Jahre organisiert. Beim Halbmarathonwettbewerb, der schon einige Wochen zuvor mit 1500 Voranmeldungen „dicht“ gemacht wurde, waren letztlich 1662 Läufer im Ziel, das sind 46 weniger als vor zwei Jahren.

Deutsche_Weinstraße_Läufer
Aufgrund der schlechten Wetterbedingungen an der Weinstraße entschieden sich einige Läufer kurzfristig gegen die 42,195 Kilometer und gaben sich mit der Halbmarathondistanz zufrieden.

Die Diskrepanz erklärt sich aus nahe liegenden Gründen, denn der Marathon Deutsche Weinstraße überlässt allen Startern die Entscheidung der Streckenlänge bis zur Halbmarathonkehre in Klein-Karlbach, so dass der eine oder andere sich kurzerhand für nur die halbe Strecke entschied. Diese wurden aber nicht minder herzlich im Ziel am die Straße überbrückenden „Haus der Deutschen Weinstraße“ begrüßt.

Ein Solorennen lieferte dabei der frühere Duathlet Matthias Hecktor aus dem Böltz-Club TuS Heltersberg in 1:11:01 Stunden ab, erst fünf Minuten später kam Lokalmatador Rafael Bender (1:16:15) ins Ziel. Schon als Neunte erreichte die stark auftrumpfende Tierärztin Susanne Brema nach 1:21:19 das Ziel, gefolgt von der aus dem nahen Eisenberg stammenden Josefa Matheis, die vor gerade acht Monaten ihr zweites Kind bekam. Auf der Marathondistanz ging der Sieg an die Polin Joanna Chmiel, die als Zwölfte des Gesamteinlaufes 2:52:37 Stunden benötigte. Die Resultate sind allerdings angesichts des Höhenprofils zu relativieren, denn schließlich müssen die Marathonläufer 495 Höhenmeter, die Halbmarathonläufer 240 Höhenmeter überwinden. Pfälzer Riesling und der berühmte Saumagen gehören dabei ebenso zur Wegzehrung wie die allerorts übliche Marathonkost.

Nach dem Bienwald-Marathon in Kandel und dem Marathon Deutsche Weinstraße führen beim erstmals durchgeführten Metropol-Region-Marathon-Cup vor dem Finale beim MLP Marathon Mannheim Rhein-Neckar Susanne Brema vor Eva Rauschenberg und Nadine Bucci beziehungsweise Jürgen Binder vor Peter Bog und Mekki Saad.

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