Leser-Reporterin Biggi Wölk

Die letzten Kilometer beim Düsseldorf-Marathon

Den letzten Verpflegungsstand ausgelassen, bekommt Leser-Reporterin Biggi Wölk Kreislaufprobleme, doch die Zurufe der Zuschauer tragen sie ins Ziel.

Leser-Reporterin Biggi Wölk

Der Düsseldorf-Marathon 2014 war bereits der zweite Marathon von Leser-Reporterin Biggi Wölk.

Bild: privat

Bis zum Halbmarathon war ich gut auf Kurs, doch die Nässe und alleine zu laufen, machte es mir nicht einfach. Es ergab sich auch irgendwie kein Grüppchen, an das ich mich hätte anschließen können. Irgendwie ist jeder für sich gelaufen, konzentriert darauf, möglichst schnell das Ziel zu erreichen. Ab Kilometer 36 ließ der Regen nach und durch ein paar Wolken kamen ein paar Sonnenstrahlen durch. Jetzt war es auch nicht mehr weit bis zum Ziel. Eine Arbeitskollegin, die auch Marathon läuft, war extra gekommen um mich anzufeuern, auch Lauffreunde von running4charity e.V. waren an der Strecke. Das hilft ungemein, denn im Kopf kreisen die Gedanken und man zählt die Kilometer rückwärts. – Carsten & Familie habe ich nur erst im Ziel gesehen - Sorry! Den vorletzten Verpflegungsstand hatte ich ausgelassen, es war ja nicht mehr weit. Doch das war ein Fehler.

Ich hatte kurz das Gefühl, mein Kreislauf würde absacken. Ich musste ein paar Schritte gehen und fluchte innerlich erneut, dass ich ohne Trinkflaschen-Gürtel auf die Strecke gegangen bin. Es wurde zum Glück besser und ich konnte wieder laufen. Aber jetzt war Angst in mir, ob ich es schaffe bis ins Ziel? Es war doch nicht mehr weit. Eine Schleife war noch zu laufen. Parallel zogen die Läuferinnen und Läufer an mir vorbei, die es gleich geschafft hatten. Also mit Blick auf das Tempotaschentuch, was ich immer noch in der Hand hielt (Krone richten), ging es auf Kilometer 41 und 42 zu.

Tränen im Ziel

Den Zieleinlauf hatte ich mir anders vorgestellt. Um uns herum waren hohe Absperrzäune. Die Zuschauer, die oben an der Mauer standen waren abgeschirmt. Wenigstens mit Rhein-Blick ging es an einem VIP-Zelt vorbei auf die letzten Meter zu. Da war wieder der Moment des Erwachens und das Bewusstsein darüber, dass ich Marathon gelaufen bin. Tränen liefen mir über das Gesicht und ich stoppte meine Zeit: 3:33:56 Stunden – Persönliche Bestzeit!

Sofort nahm ich am ersten Verpflegungstand im Zielbereich einen Becher Wasser und stellte mich an die Brüstung und ließ meinen Tränen erstmal freien Lauf. Dann ging mein Blick wieder auf das Tempo-Taschentuch, was ich die ganze Strecke über festgehalten hatte. Ich warf es in den Rhein, wischte mir die Tränen ab und ging weiter, um mir meine Medaille umhängen zu lassen. Erneut kullerten weitere Tränen aus meinen Augen, aber ich lächelte den Herren an und bedankte mich bei ihm.

Im Ziel wartete schon Jörg und nach und nach kamen auch die anderen gesund und glücklich ins Ziel. Der Weg zum Verpflegungszelt mit einer leichten Steigung war nochmal eine Herausforderung. Das war ein Bild, was man hätte filmen müssen. Aber nach kurzer Zeit fiel das Laufen wieder leichter und der Erholungsmodus setzte ein. Trotz Bestzeit war für mich dieser Marathon enttäuschend. Es fehlte etwas, dieses Miteinander, was ich von Köln kannte, auf der Strecke Spaß zu haben, mit anderen ins Gespräch zu kommen.

3 Wochen später folgte mein dritter Marathon.

Mein Projekt r4cmove

Ich bin Mitglied bei running4charity e.V. und Projektleiterin für das Projekt r4cmove und aus einem Halbmarathon sind bereits 3 Marathons geworden. Aufgabe von running4charity e.V. ist die finanzielle Unterstützung von sozialen Projekten in der Region. Mitglieder des Vereins sind aktive Läufer (Läufer-Pool) und weitere natürliche Personen oder Unternehmen als Förderer (Partner-Pool). Der Verein finanziert sich durch Mitgliedsbeiträge und Spenden.

Im Vordergrund des Projektes stehen benachteiligte Kinder/Jugendliche, die bedingt durch ihr häusliches, soziales und emotionales Umfeld und auch Kinder, die durch körperliche und geistige Behinderung nicht die Möglichkeit haben, sich in ihrer eigenen Kreativität zu entwickeln. Wir richten uns an Familien, die von Arbeitslosigkeit betroffen sind, an Alleinerziehende, sowie an Familien mit finanziellen Problemen, die oft nicht die Möglichkeit haben eine Mitgliedschaft in einem Sportverein oder die Ausrüstung zur Ausübung der Sportart zu finanzieren. Mit unserer Unterstützung wollen wir einen Beitrag leisten, Kinder/Jugendliche aktiv am Vereinsleben teilhaben zu lassen.

Wie lohnenswert dieses ehrenamtliche Engagement ist, zeigt die Tatsache, dass wir aktuell 13 Mitgliedschaften (Jahresbeitrag) in einem Sportverein fördern. In einer Kindertageseinrichtung können wir für zehn Wochen ein 1x wöchentlich stattfindendes Bewegungsangebot durch eine Krankengymnastin finanzieren. Mit der Kostenübernahme der Ausrüstung zur Ausübung einer Sportart mit einem Bodyball, einer Physio-Rolle, Fußballschuhe, Knieschoner, Karate/Judo-Anzug hoffen wir, dass die Kinder/Jugendlichen viel Freude am Sport-/ Vereinsleben haben werden. Der r4cmove-Award zeichnet jährlich sozial engagierte Vereine, Organisationen, Firmen und Menschen aus, die durch das Aufstellen des Spendenschuhs die meisten Spenden zugunsten des Projektes r4cmove gesammelt haben.

Weitere Information zu running4charity e.V.

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Marathon für den guten Zweck