Junge Wilde

Die Laufstars von morgen

Sie sind die Laufstars von morgen: Deutschland hat wieder eine neue Generation von jungen, ambitionierten Talenten.

19082011_Newcomerinnen_der_deutschen_Laufszene

Corinna Harrer bei den Deutschen Hallenmeisterschaften 2010

Bild: Norbert Wilhelmi

Auch auf den Mittelstrecken rücken neue Namen in den Fokus. Die 20-jährige Regensburgerin Corinna Harrer ist in diesem Jahr Deutsche Meisterin im 1.500-Meter-Lauf geworden. Ihre Bestleistung schraubte sie kurz darauf auf 4:08,63 Minuten. Damit fehlt ihr noch ein ganzes Stück zur Weltspitze, die im Bereich um vier Minuten läuft. Aber sie ist auf dem besten Weg, in die Fußstapfen namhafter Mittelstrecklerinnen wie Vera Michallek oder Brigitte Kraus zu treten.

Schon im letzten Jahr zeigte Harrer international ansprechende Leistungen. Bei der Juniorenweltmeisterschaft wurde sie über 1.500 Meter Sechste, und bei der Crosslauf-Europameisterschaft im portugiesischen Albufeira führte sie die deutschen Juniorinnen um Gesa Felicitas Krause, Maya Rehberg und Jannika John zu Silber in der Mannschaftswertung. Die Saison 2011 eröffnete sie mit dem zweiten Platz über 3.000 Meter bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Leipzig. Schließlich errang sie auf ihrer Spezialstrecke, den 1.500 Metern, bei der U23-Europameisterschaft die Bronzemedaille.

In diesem Rennen waren auch die Diana und Elina Sujew am Start, die die Plätze sechs und acht belegten. Die 20-jährigen Zwillinge wurden in Riga geboren und zogen 1994 mit ihren Eltern nach Frankfurt am Main. Mittlerweile lebt das unzertrennliche Geschwisterpaar in Potsdam. Diana Sujew begann als Hindernisläuferin, Elina konzentrierte sich zunächst auf den 800-Meter-Lauf. Schließlich zeigte sich, dass ihre Zukunft auf der 1.500-Meter-Strecke liegt. Elina gewann bei der Junioreneuropameisterschaft 2009 in Novi Sad (Serbien) die Bronzemedaille über diese Distanz, Diana wurde 2010 Deutsche Meisterin. In diesem Jahr hat Elina wieder Oberwasser. Bei den Deutschen Meisterschaften belegte sie hinter Corinna Harrer den zweiten Rang, während ihre Schwester aufgrund der Folgen eines Sturzes im Vorlauf nicht zum Finale antreten konnte. Als Sportsoldatinnen bei der Bundeswehr haben beide die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche sportliche Laufbahn.

Ein weiterer Name, den man sich merken sollte, ist Anne Kesselring. Die gebürtige Münchnerin, Jahrgang 1989, studiert derzeit in den USA an der renommierten University of Oregon. Mit ihrem überraschenden Sieg über 800 Meter bei den dortigen Studenten-Meisterschaften setzte sie in diesem Jahr ein sportliches Ausrufungszeichen. Und dass an den US-amerikanischen Universitäten traditionell viel Wert auf die Vereinbarkeit von Studium und Leistungssport gelegt wird, lässt für ihre Zukunft hoffen.

Es bleibt abzuwarten, wie sich diese jungen Talente weiterentwickeln. Auf jeden Fall haben sie schon jetzt dringend benötigten Schwung in die deutsche Laufszene gebracht.

Weiterlesen

Seite 2 von 2
Zurück zur ersten Seite:
Die Newcomerinnen der deutschen Laufszene