Transvulcania 2016

Deutsche Läufer feiern Erfolge auf der Insel La Palma

Die Deutsche Lea Bäuscher gewann die 24-km-Distanz beim Transvulcania 2016 auf der Insel La Palma in 2:59:29 Stunden.

Transvulcania

Die deutsche Lea Bäuscher läuft ihrem Sieg über 24 km entgegen.

Bild: Selu Vega / Transvulcania

Sensationeller Tag für die deutschen Teilnehmer beim legendären Transvulcania 2016: Die Trailrennen auf der Insel La Palma sind traditionell international hochkarätig besetzt. Drei Distanzen standen am 7. Mai auf dem Programm, und den lautesten Paukenschlag aus deutscher Sicht setzte Lea Bäuscher von den Asics Frontrunnern. Sie siegte beim Media Maráton über 24 steile und sandige Kilometer in 2:59:29 Stunden und nahm der Zweitplatzierten Kathy Rodriguez Castro unfassbare 14 Minuten ab. Auf dem Kurs geht es 2.097 Höhenmeter hinauf und 689 wieder hinab. Den RUNNER'S WORLD-Autoren Klaus Dahlbeck, der auf der Ultrastrecke unterwegs und eine Stunde früher gestartet war, überholte sie bei Kilometer 17. Sie sah sehr entschlossen aus, trotzdem konnte man ihr noch ein Lächeln durchs Anfeuern entlocken. In die Top 10 schaffte es außerdem noch Christiane Lehmberg auf Platz 8 in 3:35:12 Stunden. Christiane startet ebenfalls für die Asics Frontrunner. Im etwas aufgebohrten Marathon (45 km) durfte mit Silke Bender aus Waltenhausen eine weitere Athletin aus Deutschland einen Platz in den Top 10 verbuchen.

Das Highlight beim Transvulcania ist das Ultrarennen

Das ganz große Spektakel im internationalen Veranstaltungskalender des Trailrunnings ist allerdings das Ultrarennen beim Transvulcania (74,3 km), das zur exklusiven World Sky Running Series gehört. 4.350 Höhenmeter im Aufstieg und 4.057 im Abstieg sind dabei zu bewältigen. Eine Art inoffizielle Weltmeisterschaft für die Distanzen unter 100 Kilometer, so wie es der Ultratrail du Mont-Blanc (UTMB) für die Strecken darüber ist. Hier setzten am Samstag Stephan Hugenschmidt (Team Salomon) und Florian Reichert (Team Arc’teryx) die Ausrufezeichen aus deutscher Sicht. In einem absoluten Weltklassefeld landeten „Hugi" auf Platz 6 und „Flo“ auf Platz 13.

Florian Reichert war zum ersten Mal dabei. Kurz nach seinem Finish (7:50:16 Stunden) fasst er für RUNNER'S WORLD seine eindrucksvollsten Momente von unterwegs so zusammen: „Emotional besonders war für mich der Sonnenaufgang in der Vulkanlandschaft von Las Deseadas. Das war einfach unglaublich schön, so in den Tag reinzulaufen. Motivational war es der gesamte Anstieg bis zum Pico de la Cruz. Da lief's bei mir einfach sehr gut. Ein Highlight war für mich dann, erst den Weltmeister Silvain Court und danach noch Ricky Lightfoot zu überholen.“ Und im Ziel war er dann komplett überwältigt von Atmosphäre und Stolz auf die eigene Leistung. Wie jeder andere Läufer beschreibt auch Stephan Hugenschmidt den Zieleinlauf durch das große Spalier frenetisch feiernder Zuschauer als absolut bewegend.

Das Rennen war untypisch für einen klassischen Transvulcania, es fehlte die ganz große Hitze, die das Laufen in normalen Jahren spätestens auf dem Höhenzug Richtung Roque de los muchachos (2.426 m üNN) zu einer 1a-Grillveranstaltung macht. Sogar etwas Sprühregen mit unangenehmen Windböen gab es unterwegs. Nach seinem 5. Platz in 2014 unterstrich Stephan Hugenschmidt in fabelhaften 7:26:58 Stunden, dass seine Leistung von damals keine Eintagsfliege war. „Als ich recht frisch am höchsten Punkt der Strecke angelangt war, wusste ich, dass es wieder ein sehr gutes Rennen werden kann. Denn sowas wie der dann folgende Endlos-Downhill liegt mir eigentlich.“

Die Sieger beim Transvulcania 2016

Zum dritten Mal in Folge gewann der Spanier Luis Alberto Hernando (Team Adidas) das Rennen, das im Vergleich zum Vorjahr um eine Schleife von 1,5 km verlängert worden war, damit im üblicherweise heißesten Abschnitt ein zusätzlicher Verpflegungspunkt eingerichtet werden konnte. Dafür mussten die Teilnehmer allerdings einen brutalen Geröllanstieg in Kauf nehmen. Entsprechend länger war man unterwegs, und obwohl das Wetter für Bestzeiten gemacht war, blieb Luis Alberto am Ende 15 Minuten hinter dem von ihm gehaltenen Kursrekord zurück.

Bei den Frauen sicherte sich überraschend die Schwedin Ida Nilsson (Team Salomon) den Sieg und verwies dabei gleich reihenweise die Stars der Szene auf die hinteren Plätze. Streckenrekordhalterin und Favoritin Anna Frost landete lediglich auf Platz 7, die ebenfalls hoch gehandelte Mira Rai auf Platz 8. Nilsson kommt ursprünglich von der Bahn und ist Schwedische Rekordhalterin über 3.000 Meter Hindernis.

Ergebnisse Männer beim Transvulcania 2016

1. Luis Alberto Hernando (España) 7:04:44
2. Nicolas Martin (Francia) 7:10:40
3. Sage Canaday (Estados Unidos) 7:14:16

Ergebnisse Frauen beim Transvulcania 2016

1. Ida Nilsson (Suecia) 8:14:18
2. Anne-Lise Rousset (Francia) 8:31:53
3. Ruth Croft (Nueva Zelanda) 8:33:32