Siegfried Eifrig

Der letzte Berliner Fackelläufer von 1936 ist tot

Siegfried Eifrig, Fackelläufer 1936 in Berlin, ist am Montag im Alter von 98 Jahren in Berlin verstorben.

Siegfried Eifrig

Siegfried Eifrig trägt das olympische Feuer 1936 Unter den Linden in Berlin auf dem letzten Abschnitt des Fakellaufs von Athen in die deutsche Hauptstadt.

Bild: Sportmuseum Berlin

Siegfried Eifrig trug das olympische Feuer auf dem letzten Abschnitt von Athen nach Berlin Unter den Linden. Er lief 1.500 Meter, vorbei unter anderem an der Universität und bis zum Lustgarten, wo er um 12 Uhr am 1. August 1936 das Feuer auf einem Altar entzündete. Anschließend rannte der damals 26-jährige Siegfried Eifrig zurück zur Schloßbrücke und entzündete ein weiteres Feuer auf einem zweiten Altar. Rund vier Stunden später wurden die Olympischen Spiele im Berliner Olympiastadion eröffnet, wo dann Fritz Schilgen als letzter Läufer der Staffel innerhalb Berlins das olympische Feuer entzündete. Schilgen war 1995 im Alter von 99 Jahren verstorben.

Als Sprinter des SCC Berlin wurde Siegfried Eifrig 1935 Berliner- und Brandenburger Meister mit der 4x400-m-Staffel. Über 100 Meter erreichte er 11,0 Sekunden, über 400 m lief er 49,8 sec. 40 Mal startete er bei der berühmten Staffel Potsdam-Berlin. 25 Mal war er dabei der Schlussläufer seines Vereins, einmal lief er an vierter Stelle und wechselte auf der Glienicker Brücke.

Im Zweiten Weltkrieg war Siegfried Eifrig als Soldat und dann als Kriegsgefangener in Ägypten. In Gefangenschaft organisierte er bei den Engländern Fußballturniere und Leichtathletik-Wettkämpfe. 1946 wieder in Berlin zurück, half er beim Neu-Aufbau seines Charlottenburger Vereins. Unter anderem war er stellvertretender Vorsitzender und Kassenwart der Leichtathletik-Abteilung des SCC.

Später übernahm der Direktor der Berliner Sparkasse die ehrenamtliche Tätigkeit des Schatzmeisters beim Berlin-Marathon. Noch heute ist einer seiner Söhne in die Organisation des Rennens eingebunden. Siegfried Eifrig hatte fünf Kinder, acht Enkelkinder und sieben Urenkel. Das Andenken an den sportlichen Höhepunkt seiner Karriere, den olympischen Fackellauf, hatte in seiner Berliner Wohnung einen Ehrenplatz: Die Fackel von Siegfried Eifrig wird zukünftig im Berliner Sportmuseum an einen immer integren, bescheidenen und fairen Mann erinnern, der ein Vorbild war.