Women's Run

Der Frauenlauf am Rhein feiert sich auf Kölsche Art.

6.787 starteten am Tanzbrunnen in Köln zum Reebok Women's Run und genossen fröhliche Atmosphäre des Kölner Laufes am Rheinufer.

Women's Run Köln

Die ausgelassene Stimmung hielt sich in Köln vom Start bis hinein ins Ziel.

Bild: Urs Weber

„Dat jiddet nur in Kölle“ (Hochdeutsch: Das gibt’s nur in Köln): Beim Reebok Women’s Run gab es dieses Jahr einen Junggesellenabschied. Nein, nicht Junggesellin. Sondern Junggeselle. Besser gesagt waren es gleich zwei, also zwei Männer: Die hatten sich nämlich als Frauen verkleidet unter das Starterfeld gemischt. Geschminkt und mit Langhaar-Perücken sind die beiden Hand-in-Hand an den Start gegangen. Von den Frauen wurde das Schwulenpaar gefeiert, denn die beiden haben tatsächlich am Wochenende geheiratet. Wie gesagt, das gibt’s nur in Köln.

Aber das passte wunderbar in die fröhliche Atmosphäre des Kölner Laufes am Rheinufer – bei dem allein die Frauen die Hauptrolle spielten. Zu sonniger Mittagsstunde kamen hier schon lange vor dem ersten Startschuss zum 5-km-Lauf viele Frauen in das Eventgelände um den Tanzbrunnen; viele brachten ihre Männer als „Taschenträger“ mit, so jedenfalls der Aufdruck auf den blauen T-Shirts; ja, die Kölner haben Humor.

Und die Starterinnen mit dem Running Queen-Aufdruck auf dem Funktionsshirt von Sponsor Reebok nutzten die Beauty-Lounge genau so wie den Crêpes-Stand: Beim Women’s Run kommt es nämlich nicht so auf die Leistung an. Da kann man sich auch vorher schon mal schminken lassen, oder eben noch einen Crêpes essen, oder einkaufen gehen: An den Ständen der Sponsoren wurde genüsslich gestöbert, ob bei Skoda oder Siemens, Triumph-Triaction oder Hudson.

Auch Männer sind beim Women's Run gerne gesehen - als Taschenträger.

Bild: Urs Weber

6.787 Teilnehmerinnen kamen, das Starterkontingent war schnell ausgebucht in diesem Jahr, wobei das Starterfeld bei 5- und 8-Kilometern fast gleich groß war. Und die meisten Frauen kamen in Gruppen, ob Freundinnen oder Kolleginnen, wie etwa die sieben Krankenschwestern vom Krankenhaus Köln-Porz am Rhein. Oder die fünf Ex-Kölnerinnen, die sich alle aus alten Kölner Tagen kennen, und den Women’s Run zum Anlass für ihr Wiedersehen genommen haben: Da kam sogar die 44-jährige Stefanie aus Australien angereist, wo sie seit einem Jahr aus beruflichen Gründen lebt.

Oder die Truppe um Klärchen Jost – der Vorname deutet schon darauf hin: Die fitte Dame ist nämlich stolze 85 Jahre, und sie kam mit einem Lächeln im Gesicht ins Ziel des 8-km-Laufes gejoggt. „Mit 60 Jahren haben mein Mann und ich bei Marathon Steinfurt angefangen zu laufen“, erzählt sie stolz.

Das sind Kölner Geschichten – zu denen auch passt, dass zum Abschluss geschunkelt und gesungen wird, „ach, ich freu mich jetzt schon auf Karneval“, sagte eine Kölnerin. Da kann auch der einsetzende Regen gegen Ende der Veranstaltung die gute Stimmung nicht trüben. „Es war Kölsch!“, fasste Women’s Run Organisatorin Stephi Fahnemann zusammen – und gönnte sich selbiges.

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