Laufberufe

Der Eventmanager

Als Eventmanager ist man für alles rund um ein Sportevent verantwortlich. Wir stellen diesen Beruf vor.

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Eventmanager Raphael Dahler (rechts im Bild)

Der Beruf des Eventmanagers ist noch nicht sehr alt. Er existiert im Grunde erst seit den Achtzigerjahren, wo Laufveranstaltungen noch reine Amateurereignisse waren, die von Leichtathletik-, Turn- oder anderen Sportvereinen in den Feier­abendstunden mit vielen Freiwilligen organisiert wurden, um die Vereinskasse ein bißchen zu ­füllen. So entstanden mit dem Aufkommen und der Etablierung der großen Straßenläufe berufliche Tätigkeitsfelder im Rahmen der Organisation solcher Großereignisse, die sich mit Teilnehmerzahlen im vier- und fünfstelligen Bereich sowie entsprechenden Einnahmen und Ausgaben nicht mehr ehrenamtlich bewerkstelligen ließen.

Die erste Agentur, die sich mit der gesamten Organisation von Laufveranstaltungen beschäftigte, war die Macona-Werbeagentur in Frankfurt am Main. Ursprünglich eine klassische Full-Service-Werbeagentur mit diversen Aufträgen für die Hoechst AG im Werbe- und Media­bereich, musste Macona durch deren Engagement als Hauptsponsor des Marathons in Frankfurt 1981 quasi nolens volens eine Abteilung für Sportmarketing gründen. Heute steht die Agentur allerdings bei einem anderen Großevent in der Verantwortung: dem Frankfurter Firmen­lauf, den Macona seit der Premiere 1993 alljährlich organisiert. Mittlerweile ist daraus der größte Lauf der Welt geworden mit zuletzt 67 270 Teilnehmern.

Agenturen, die Laufveranstaltungen orga­nisieren und vermarkten, gibt es inzwischen einige, wenngleich in übersichtlicher Zahl. Die mit Abstand größte ist die SCC-Running Events GmbH, die neben dem Berlin-Marathon und dem Berliner Halbmarathon die beiden größten klassischen Laufwettbewerbe in Deutschland ausrichtet (der Frankfurter Firmenlauf zählt nicht dazu, denn er ist ein Lauf ohne offizielle Zeitnahme) und hinter dem New York Roadrunners Club der zweitgrößte Laufveranstalter der Welt ist. SCC-Running beschäftigt 23 feste und mehrere freie Mitarbeiter. Weitere größere Agentu­ren, die im Laufbereich tätig sind: Runabout in München (München-Marathon, Freiburg-Marathon und -Halbmarathon, München-Triathlon), Motion Events (Frankfurt-Marathon), ACT Agency (Hamburg-Marathon) und Idko (Ruhrmarathon Essen).

Der Weg zu einem Job bei einer solchen Agentur oder bei der Organisa­tion einer Laufgroßveranstaltung führt in der Regel über ein Praktikum. Ob man dafür Geld bekommt oder nicht (viel ist es meist nicht) – auf jeden Fall sind Enthusiasmus und Engagement gefragt. Im Rahmen eines solchen Praktikums erhält man nicht nur einen guten Einblick in die vielfältigen Aufgabenbereiche in einer Eventagentur, sondern erfährt auch gleich, dass die Arbeit in der Regel recht aufreibend ist. Wochenendeinsätze und Überstunden sind gerade im engeren zeitlichen Umfeld einer Großveranstaltung die Regel.

Eine Bilderbuchkarriere über Runabout in München machte zum Beispiel Raphael Dahler. Er hatte als Sportmanagement-Student ein Praktikum beim Organisationsteam der Leichtathletik-Europameisterschaften in München absolviert und dort Runabout-Geschäftsführer Gernot Weigl kennengelernt. Nach seinem Studium machte Weigl ihn zum Renndirekor des neu gegründeten Freiburg-Marathons. Drei Jahre lang leitete Dahler die Veranstaltung. Dann wechselte er das Genre und ist seit Kurzem Leiter des Kultur- und Sportamts einer großen Kreisstadt im Raum Stuttgart. Dahler über seinen Aufstieg: "Da ich bald Vater werde, bin ich froh, einen Job zu haben, bei dem Veranstaltungsmanagement und Familie vereinbar sind.“

Hinter dem Freiburg Marathon steht die Agentur Runabout, die auch den München-Marathon und -Triathlon veranstaltet.

Weitere sieben Laufberufe finden Sie hier in unserem Guide "Berufe rund ums Laufen".

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