Berliner Halbmarathon

Denis Koech überrascht Weltmeister Wilson Kiprop

Beim Berliner Halbmarathon setzte sich überraschend Denis Koech im Sprint-Finish gegen Weltmeister Wilson Kiprop durch und siegte in der Weltklassezeit von 59:14 Minuten.

Berliner Halbmarathon 2012 - Die Fotos

Der Berliner Halbmarathon hat seine Position als eines der führenden Rennen weltweit über die 21,0975-km-Distanz eindrucksvoll bestätigt. Im Rennen der Männer überraschte dabei der kenianische Newcomer Denis Koech seinen erfahrenen Landsmann, den amtierenden Halbmarathon-Weltmeister Wilson Kiprop. Koech gewann das Rennen nach einem spannenden Sprint in 59:14 Minuten mit nur einer Sekunde Vorsprung vor Kiprop. Beide platzieren sich mit ihren neuen Bestzeiten unter den 20 schnellsten Halbmarathonläufern aller Zeiten. Koechs Siegzeit ist die viertschnellste in diesem Jahr über die „halbe Distanz“ und die drittschnellste in der Geschichte des Rennens.

Das Frauenrennen wurde ebenfalls erst im Schlussspurt entschieden, und auch hier waren die Kenianerinnen vorne: Die favorisierte Philes Ongori siegte in flotten 68:25 Minuten mit einer Sekunde Vorsprung vor Helah Kiprop. Mit 29.246 Läufern verzeichnete der mit Abstand größte deutsche Halbmarathon einen weiteren Teilnehmerrekord.

Denis Koech war auch beim Berliner Halbmarathon nicht zu schlagen.

Bild: photorun.net

Bei guten Wetterbedingungen störte am Sonntag lediglich der Gegenwind in der ersten Streckenhälfte die Läufer. Dadurch war die 10-km-Durchgangszeit der Spitzengruppe etwas langsamer als eigentlich geplant. Eine achtköpfige Führungsgruppe erreichte diesen Punkt nach 28:26 Minuten – anvisiert war ursprünglich eine Zeit von 28:00 Minuten, die auf ein Ergebnis von unter 59 Minuten hinausgelaufen wäre. Doch im zweiten Abschnitt wurde das Rennen dann noch deutlich schneller. Fünf Kenianer blieben bis etwa Kilometer 17 zusammen. Dann verschärfte Denis Koech, der nach seinem Sieg beim Halbmarathon von Ras Al Khaimah (Vereinigte Arabische Emirate) im Februar in 60:34 Minuten erst sein zweites Rennen außerhalb Kenias lief, das Tempo deutlich. In superschnellen 2:42 Minuten absolvierte er den nächsten Kilometer. Aber das reichte immer noch nicht, um alle Konkurrenten abzuschütteln. Wilson Kiprop konnte die Lücke schließen und rannte unmittelbar hinter Denis Koech. Der Weltmeister, der auch ein hochklassiger 10.000-m-Läufer ist, setzte auf den Schlussspurt. Doch auch hier kam Kiprop nicht an Koech vorbei.

„Ich hätte nicht gedacht, dass ich den Weltmeister würde schlagen können“, sagte Denis Koech, der ein Trainingspartner des Boston- und New York-Marathon-Siegers Geoffrey Mutai (Kenia) ist. „Er hat mir Erfahrungen und Taktik vermittelt“, erklärte Koech. Der Newcomer steigerte seine Bestzeit in Berlin um über eine Minute und dürfte damit gute Chancen auf einen Start bei der Halbmarathon-Weltmeisterschaft im Herbst haben. Gleiches gilt für Wilson Kiprop, der sich in Berlin mit 59:15 um 24 Sekunden verbesserte. Zum ersten Mal in der Geschichte des Berliner Halbmarathons blieben am Sonntag fünf Läufer unter der prestigeträchtigen Stunden-Marke: Dritter wurde der Kenianer Ezekiel Chebii (59:22), gefolgt von Pius Kirop (59:25) und Paul Kipchumba (59:53). Unter den ersten zehn Läufern finden sich ausschließlich Kenianer. Als bester deutscher Läufer belegte Markus Weiß-Latzko (LAV Tübingen) mit 65:50 Minuten Rang 14.

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Bildergalerie: Berliner Halbmarathon 2012 - Teil 2
Foto: Thomas Wenning

Auch im Rennen der Frauen bestimmten die Kenianerinnen das Geschehen. Philes Ongori, Helah Kiprop und die Debütantin Caroline Chepkwony setzten sich frühzeitig von den Konkurrentinnen ab und liefen bis Kilometer 19 gemeinsam an der Spitze. Als Ongori und Kiprop rund 2.000 Meter vor dem Ziel das Tempo erhöhten, fiel Chepkwony zurück. In einem spannenden Sprintfinish setzte sich dann mit Ongori die Halbmarathon-Vize-Weltmeisterin des Jahres 2009 mit 68:25 Minuten durch. Dies ist die siebtschnellste Zeit des Jahres weltweit. Mit einer Sekunde Rückstand folgte Kiprop in 68:26. Dritte wurde Chepkwony (68:36), so dass erstmals in der Geschichte des Rennens drei Läuferinnen unter 69 Minuten blieben. Karolina Jarzynska (Polen/70:56) belegte Rang vier, gefolgt von einer weiteren Kenianerin, Vicoty Chepkemoi (71:12). Auf Platz sechs lief Andrea Mayr (Österreich) mit 71:49 Minuten zum zweiten Mal innerhalb von einem Monat einen nationalen Rekord. Erstmals blieb sie dabei unter 72 Minuten. Auf Rang neun folgte die beste deutsche Läuferin: Silke Optekamp (PSV Grün-Weiß Kassel) war nach 76:45 Minuten im Ziel.

Spannendes Duell

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