Die Läuferin der Saison

Defar gewinnt in London

Meseret Defar siegte weniger als 48 Stunden nach ihrem Weltrekord über zwei Meilen in London beim 5 km Frauenlauf.

Meseret Defar

Meseret Defar ist die Läuferin der Saison – egal ob Bahn oder Straße: Weniger als 48 Stunden nach ihrem Weltrekord über Zwei Meilen beim Golden-League-Leichtathletik-Meeting in Brüssel stand die Äthioierin am 16. September in London an der Startlinie des 5-km-Frauenlaufes. Und auch auf der Straße war die Äthiopierin für ihre Konkurrentinnen nicht zu schlagen.

Nach 15:08 Minuten war Meseret Defar im Ziel. In Vorbereitung auf den Chicago-Marathon lief Benita Johnson (Australien) als Zweite 15:28. In einem Spurtduell hatte sie Jo Pavey (Großbritannien) um eine Sekunde hinter sich gelassen.

Am zurückliegenden Freitag war die 23-Jährige am Freitagabend beim Golden-League-Meeting vor 47.000 Zuschauern zur Weltbestzeit im Zwei-Meilen-Rennen gestürmt. Nach 8:58,58 Minuten war Meseret Defar in Brüssel im Ziel und erklärte: „Ich wusste, dass ich den Rekord brechen würde. Eigentlich wollte ich sogar 8:55 Minuten rennen – aber 8:58 sind auch nicht schlecht.“ Es war die erste Zeit unter neun Minuten von einer Frau über diese eher selten gelaufene Distanz.

Für Defar war es bereits Weltrekord Nummer vier in dieser Saison: In Stuttgart war sie im Winter in der Halle über 3.000 m 8:23,72 Minuten gerannt, dann brach sie bereits einmal in Carson (USA) die Zwei-Meilen-Marke mit 9:10,47 bevor sie in Oslo zum Auftakt der Golden League im Juni 14:16,63 über 5.000 m erreichte. Auf die Frage, welcher der wertvollste Rekord sei, antwortete Meseret Defar: „Die 5.000 Meter und dieser heute in Brüssel sind die besten.“ Der Sieg bei den Weltmeisterschaften in Osaka fiel ihr vergleichsweise einfach: „Da ging es nur um Gold, es war ein langsames Rennen – ich hatte keine Probleme, zu gewinnen. Aufgrund der Wetterbedingungen fiel mir der Vorlauf in Osaka schwerer als das Finale.“

Im nächsten Jahr will Meseret Defar nicht nur Olympiasiegerin über 5000 Meter werden sondern sich auch über 10.000 Meter versuchen. „In Peking werde ich die 10000 Meter nicht rennen, aber ich will 2008 versuchen, den Weltrekord über diese Strecke zu brechen.“ Diese Bestmarke ist eine der berüchtigten Bestmarken, die die Chinesinnen 1993 aufstellten. Wang Junxia rannte damals 29:31,78 Minuten. Möglicherweise gewinnt Meseret Defar bei einem erneuten Weltrekord dann wieder ein Auto, das sie bis dahin auch offiziell fahren darf. In Brüssel gab es für die Bestzeit einen Pkw, doch Meseret Defar hat noch keinen Führerschein.