Weltrekordler im Interview

David Rudisha will noch schneller laufen

Der neue 800-m-Weltrekordler David Rudisha will noch schneller laufen. Hören und lesen Sie unser Interview.

Am vergangenen Sonntag brach der Kenianer David Rudisha in Berlin den 800-m-Weltrekord. Er lief 1:41,09 Minuten. Im Interview spricht David Rudisha über das Rennen und seine nächsten Ziele: Weltmeisterschaften, Olympische Spiele und eine Zeit unter 1:41 Minuten. Das Original-Interview in englischer Sprache führte Andy Edwards, die deutsche Übersetzung dokumentieren wir nachfolgend.

Wir sprechen mit dem Mann, der es geschafft hat den fast 13 Jahre alten 800-m-Weltrekord zu brechen, David Rudisha aus Kenia. Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch, David. Als Sie an der Startlinie im Berliner Olympiastadion standen, haben Sie da bereits gedacht, Sie könnten den Weltrekord brechen?

David Rudisha: Ja, bevor ich gestartet bin, habe ich schon erwartet, so schnell zu rennen. Als ich nach Berlin kam, war es das erste Mal, dass ich versuchte den Weltrekord zu brechen. Das Wetter in Berlin wechselt manchmal schnell, es kann zudem sehr kalt sein. Also wollte ich mich nicht im Vornherein festlegen. Ich wusste, es würde vom Tag und der Zeit abhängen. Als ich an der Startlinie stand, war der Moment, in dem ich zu entscheiden hatte, ob es möglich ist Weltrekord zu laufen oder nicht.

Es war sicherlich unvergesslich für alle Zuschauer im Stadion. Besonders im Gegensatz zum letzten Jahr, als Sie noch nicht mal das Weltmeisterschaftsfinale hier an dieser Stelle erreichen konnten.

David Rudisha: Letztes Jahr war ich in wirklich guter Form. Ich habe mein Bestes gegeben, um in Berlin zu sein und die Qualifikation zu gewinnen. An dem entscheidenden Tag lief es nicht gut für mich, es war sehr kalt. Mein Körper war durch das Wetter angegriffen und ich konnte nicht richtig agieren. Das war der Grund, warum ich nicht einmal das Finale erreicht habe. Trotzdem habe ich beschlossen zurück zu kommen und auch die Hoffnung nicht zu verlieren. Es gibt immer ein nächstes Jahr. Das Ende von Einem ist nicht Alles, sondern der Beginn eines Anderen. Also, sagte ich mir, vergiss die Fehler und konzentrier Dich auf die nächsten Rennen.

Ist es richtig, dass Sportlickeit in ihrer Familie liegt? Haben Sie wie Ihr Vater, der 400-m-Läufer (Daniel Rudisha, Anm. d. Red.) sozusagen gute athletische Gene?

David Rudisha: Ich wuchs in der Tat in einer Sportlerfamilie auf. Mein Vater war Läufer und ich träumte davon eines Tages zu sein wie er. Er war auch derjenige der mich ermutigt hat, dass ich es schaffen kann, auch weil ich sein einziger Sohn bin. Dadurch hatte ich gute Voraussetzungen um eines Tages ein Weltklasseläufer zu werden.

Jetzt haben Sie einen Weltrekord, aber wollen Sie auch noch einen Weltmeisterschaftstitel, einen olympischen Titel? Um ein richtiger Läufer zu sein, müssen Sie Meisterschaften gewinnen, oder?

David Rudisha: Ja, ich muss sagen in meiner Karriere habe ich bis jetzt keinen bedeutenden Titel gewonnen. Aber jetzt ist die Zeit gekommen, darüber nachzudenken und den Weltmeisterschaftstitel nächstes Jahr sowie die Olympischen Spiele 2012 in London in Angriff zu nehmen.

Haben Sie in Erwägung gezogen bei den Commonwealth Games im Oktober an den Start zu gehen?

David Rudisha: Ja, ich habe darüber nachgedacht, obwohl dieser Termin sehr ungewöhnlich ist. Es ist sehr spät im Jahr, ich starte meine Saison schon im Februar mit Rennen in Australien. Wenn ich also bis Oktober weitermache und meine Form halten muss, könnte das zu lang für mich sein. Ich würde nicht genug Zeit haben mich zu erholen und nächstes Jahr wieder starten zu können. Daher werde ich meine Saison schon eher abschließen.

Noch eine letzte Frage, sicherlich haben Sie die schon öfter gehört: Wie schnell können Sie noch laufen? 1:41:09 ist jetzt Ihr Weltrekord. Denken Sie, Sie können noch schneller rennen?

David Rudisha: Nachdem ich 1:41:09 gelaufen bin, denke ich, dass da noch Luft nach oben ist. Ich bin immer noch jung und habe Raum um mich zu verbessern. Also möchte ich nur ein paar kleine Dinge hier und da verbessern und dann sehen ob ich 1:41 unterbieten kann. Das ist mein Ziel.

Es war wunderbar, wie Sie gelaufen sind. Herzlichen Glückwunsch noch einmal und vielen Dank für das Interview.

David Rudisha: Danke schön.


Interview: race-news-service.com/Andy Edwards
Foto: photorun.net