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Das Interview mit Goldmedaillen-Gewinner Bernard Lagat

Bernard Lagat ist stolz, für Amerika die Goldmedaille über 1.500 m gewonnen zu haben.

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Bernard Lagat gewann die Goldmedaille über 1.500 m.

Bild: PhotoRun

Der frühere Kenianer Bernard Lagat hat bei den Weltmeisterschaften für die USA die Goldmedaille über 1.500 m gewonnen. Es ist das erste Gold bei einer großen Meisterschaft für die Amerikaner über diese Distanz seit 99 Jahren. Der 32-Jährige, der 2004 bei Olympia noch für Kenia gestartet war und Zweiter wurde, lief in Osaka 3:34,77 Minuten. 2003 hatte Lagat unter Verdacht gestanden, sich mit dem EPO gedopt zu haben, wurde dann aber freigesprochen. Wir haben ein Interview mit ihm geführt.

Hatten Sie einen Sieg für möglich gehalten?

Bernard Lagat: „Ich hatte es gehofft. Wissen konnte ich das natürlich nicht, denn die Konkurrenz war stark. Nicht nur aus dem eigenen Land, aus den USA, aber auch aus Kenia, Spanien und so weiter. Ausgemalt habe ich mir eine Platzierung zwischen Platz eins und drei, denn alles andere wäre enttäuschend gewesen.“

War das ihr emotionalster Sieg?

Lagat: „Ja, irgendwie schon. Ich bin jetzt ein richtiger Champion und bin stolz auf mein Land, auf meine Familie und auf das, was ich hier erreicht habe. Es ist unglaublich. Die Medaille widme ich den USA und allen Amerikanern. Ich bin immer noch sprachlos. Es ist einfach super.“

Sie sind im Jahr 2005 US-Staatsbürger geworden und haben Kenia den Rücken gekehrt. Haben Sie es je bereut, Ihre Staatsbürgerschaft gewechselt zu haben?

Lagat: „Nein, es ist das Beste, was ich machen konnte. Ich bin so stolz ein Amerikaner zu sein und jetzt bei den Weltmeisterschaften die US-Flagge im Stadion halten zu können und die Hymne mitsingen zu können ist das größte. Ich habe den Sieg für die USA geholt und ich habe nie um die kenianische Staatsbürgerschaft getrauert.“

Wie haben Sie sich auf die Weltmeisterschaften vorbereitet?

Lagat: „Ich habe mich zunächst in Flagstaff und dann in Tuscon, jeweils in Höhentrainingslagern, vorbereitet. Nach den US-Meisterschaften bin ich dann nach Tübingen gegangen, um zu trainieren. Das war wirklich super dort, und ich werde auch nach der WM wieder nach Tübingen zurückkehren, um von dort den Rest der Saison zu bestreiten.“