London-Marathon

Das große Ausscheidungsrennen für Olympia

Der London-Marathon am kommendem Sonntag ist eine Generalprobe für Irina Mikitenko und ein Olympia-Ausscheidungsrennen für die Kenianer.

Mary Keitany

Mary Keitany ist die Läuferin, die es am Sonntag zu schlagen gilt. Hier trainiert sie in der Nähe von Iten in Kenia.

Bild: photorun.net

Einen besseren Ort für eine Generalprobe könnte es für Irina Mikitenko nicht geben. In London, wo im Sommer die Olympischen Spiele stattfinden, wird sie am kommenden Sonntag Marathon laufen. Doch das Rennen ist für die deutsche Rekordlerin des SC Gelnhausen (2:19:19 Stunden) weit mehr als nur ein Test. Denn der London-Marathon ist der hochkarätigste City-Marathon des Jahres. Nirgendwo anders ist die Konkurrenz so stark wie bei dem Rennen an der Themse, das zu den World Marathon Majors (WMM) gehört. Wer sich in London gut schlägt, steht im internationalen Ranking ganz weit oben.

Irina Mikitenko trifft in London auf extrem starke Konkurrenz, obwohl die schnellste Läuferin des vergangenen Jahres fehlt: Die Russin Liliya Shobukhova, die sich in Chicago im Oktober auf 2:18:20 Stunden gesteigert hatte, verzichtete auf einen Start und konzentriert sich stattdessen vollkommen auf die Vorbereitung auf das olympische Rennen in der britischen Metropole am 5. August.

Neben Irina Mikitenko sind noch zwei weitere Läuferinnen im Rennen, die bereits Zeiten unter 2:20 Stunden erreichten: Vorjahressiegerin Mary Keitany (Kenia), die 2011 in London mit 2:19:19 eine identische Bestzeit aufstellte wie Mikitenko, und ihre Landsfrau Florence Kiplagat, die in Berlin 2011 mit 2:19:44 gewann. Keitany muss als Favoritin angesehen werden. Sie ist in diesem Jahr erst ein Rennen gelaufen und hat dabei voll überzeugt, obwohl sie nach eigener Aussage zu dieser Zeit noch längst nicht wieder in Topform war. In hochklassigen 66:49 Minuten gewann sie den Ras Al Khaimah-Halbmarathon in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Mary Keitany neigt allerdings dazu, zu schnell loszulaufen, was sich in New York im vergangenen November rächte. Dort wurde sie am Ende nur Dritte, nachdem sie eingebrochen war. Doch die Kenianerin sagt, sie habe daraus gelernt. „Ich bin damals einfach so gelaufen wie ich mich gefühlt habe – aber das war vielleicht ein Fehler, so schnell anzugehen. Ich muss lernen, ein Rennen taktisch zu laufen“, sagt Mary Keitany. „Manchmal kann dich dein Körper auch betrügen, indem er dir signalisiert, alles sei okay – dabei verstehst du dann nicht, dass dein Körper doch Probleme hat. In New York habe ich mich bis zur 30-km-Marke gut gefühlt, aber dann spürte ich in meinem rechten Bein Schmerzen und wurde deutlich langsamer.“

Mikitenko, Keitany und Kiplagat treffen an der Themse auf zahlreiche weitere hochklassige Konkurrentinnen. Sieben weitere Läuferinnen mit Bestzeiten von unter 2:23 Stunden stehen auf der Startliste, darunter auch die Olympiasiegerin Constantina Dita (Rumänien/2:21:30). Mit einem schnellen Rennen ist zu rechnen, denn für die Kenianerinnen und die Äthiopierinnen geht es auch noch um die Startplätze für die Olympischen Spiele.

Auch bezüglich des Männerrennens ist der London-Marathon der bestbesetzte Frühjahrslauf. Gleich zehn Athleten mit Bestzeiten von unter 2:05:30 Stunden gehen in Greenwich an den Start. Drei von ihnen liefen schon unter 2:05 und alle kommen aus Kenia: Weltrekordler Patrick Makau, der die Marke in Berlin im vergangenen September auf 2:03:38 geschraubt hatte, der Frankfurt-Sieger Wilson Kipsang, der im Oktober am Main den Weltrekord nur um vier Sekunden verpasst hatte, und der Londoner Titelverteidiger und Kursrekordler Emmanuel Mutai (2:04:40). Sieben weitere Athleten haben Bestzeiten von unter 2:06 Stunden, darunter der amtierende Weltmeister Abel Kirui (Kenia/2:05:04).

Für die Kenias Männer wird der London-Marathon zu einem Ausscheidungsrennen für die Olympischen Spiele. Der Beste von ihnen in London wird mit großer Sicherheit einen der drei Olympia-Startplätze erhalten. Es ist gut möglich, dass am Sonntag in London der Streckenrekord von 2:04:40 Stunden fällt. Einen weiteren Marathon-Versuch wird Zersenay Tadese (Eritrea) starten. Der Halbmarathon-Weltrekordler (58:23 Minuten) konnte sein Potenzial bisher nicht auf die 42,195 km übertragen. Die Bestzeit von Zersenay Tadese steht bei 2:12:03.

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