Bupa-Westminster Mile

Das größte Meilen-Straßenrennen aller Zeiten

60 Jahre nach Bannisters Fabel-Weltrekord über eine Meile auf der Bahn rannten 5.800 Läufer in London die Meile. So viele hatten diese Distanz noch nie in Angriff genommen.

Roger Bannister und Mo Farah bei der Westminster-Meile am Wochenende in London.

Roger Bannister und Mo Farah bei der Westminster-Meile am Wochenende in London.

Bild: BUPA Westminster Mile

Gut 5.800 Läufer aller Altersgruppen gingen am Wochenende bei der Bupa-Westminster Mile in London an den Start. Es war das größte Meilen-Straßenrennen aller Zeiten und zugleich eine Erinnerung an einen der spektakulärsten Lauf-Weltrekorde der Leichtathletik-Geschichte: Vor 60 Jahren, am 6. Mai 1954, war der Engländer Roger Bannister in Oxford als erster Athlet die Meile unter vier Minuten gelaufen. Start und Ziel der Westminster-Meile hatten passend zum Anlass den Buckingham-Palast als Hintergrund. Tags darauf fand an gleicher Stelle das 10-km-Rennen London 10.000 statt. Hier gingen über 12.000 Läufer an den Start. Der frühere Meilen-Weltrekordler Bannister war als Ehrengast vor Ort und traf dort unter anderen den britischen Doppel-Olympiasieger Mo Farah.

Das Meilenrennen über gut 1,6 km war in der Spitze national zugeschnitten – also ohne starke internationale Konkurrenz – und zugleich die britische Straßenlaufmeisterschaft über diese Distanz. Der Schotte Chris O’Hare gewann das Rennen nach einem taktischen Lauf in 4:06 Minuten und war damit gut sechs Sekunden langsamer als Roger Bannister vor 60 Jahren in Oxford. Bannister selbst überreichte O’Hare dann bei der Siegerehrung den Sir Roger Bannister-Pokal.

Auch für die schnellste Frau gab es eine besondere Trophäe mit historischem Hintergrund. Die Engländerin Alison Leonard hatte das Rennen in 4:35 Minuten gewonnen und erhielt den Diane Leather-Pokal. Leather war ebenfalls 1954 als erste Frau die Meile unter fünf Minuten gelaufen. Sie war ebenfalls in London vor Ort, um den Pokal zu überreichen.

Bannister und Mo Farah ehrten die Läufer

„Die Meile hat eine historische Bedeutung in unserem Land und wir wollen, dass das so beibehalten wird. Die Westminster-Meile ist genau in diesem Sinne, sie war ein großer Erfolg“, sagte Roger Bannister. „Dies ist alles ein Teil einer Bewegung, die mit meinem Weltrekordrennen begann.“ Hintergründe zu Roger Bannisters damaligem Fabel-Weltrekord sind in einem deutschsprachigen Buch über seinen Trainer Franz Stampfl erschienen, geschrieben vom Wiener Autor Andreas Maier.

Während Bannister in London den schnellsten Läufer des Tages ehrte, übernahm Mo Farah die Siegerehrungen aller Juniorenrennen und mischte sich in einem Rennen selbst unter die Nachwuchsathleten. „Es ist toll zu sehen, dass so viele Jugendliche hier die Meile laufen und dabei Spaß haben“, sagte der Olympiasieger, der selbst ursprünglich bei den London 10.000 starten wollte. Doch nach seinem Marathondebüt in London im April war er noch nicht wieder fit genug für ein Rennen. „Nach dem Marathon hat er sich einige Wochen erholt. Erst vor zehn Tagen begann Mo wieder mit leichten Läufen im Jogging-Tempo“, erklärte Farahs Manager Ricky Simms. Das 10-km-Rennen durch London gewannen die Briten Andy Vernon und Gemma Steel in 29:33 beziehungsweise 32:53 Minuten.