Prag-Halbmarathon 2015

Daniel Wanjiru gewinnt, drei Läufer unter einer Stunde

Der erst 22-jährige Kenianer Daniel Wanjiru konnte beim Prag-Halbmarathon den bisher größten Erfolg seiner Karriere feiern. Mit Video.

Daniel Wanjiru gewinnt den Prag-Halbmarathon.

Daniel Wanjiru gewinnt den Prag-Halbmarathon.

Bild: photorun.net

Daniel Wanjiru feierte in Prag den größten Erfolg seiner noch jungen Karriere: Der erst 22-jährige Kenianer gewann am 28. März den Prag-Halbmarathon mit einer persönlichen Bestzeit von 59:51 Minuten. Zwei weitere Kenianer blieben unter der prestigeträchtigen Stunden-Barriere. Wilfred Murgor wurde in 59:57 knapp vor dem zeitgleichen Leonard Komon Zweiter. Bei den Frauen gab es einen äthiopischen Doppelerfolg. Worknesh Degefa lief trotz windiger Wetterbedingungen starke 67:14 Minuten, stellte damit ebenfalls eine persönliche Bestzeit auf und gewann vor Yebrgual Melese (68:21). Diane Nukuri (Burundi) belegte Rang drei mit 69:33. Das Rennen in Prag produzierte eine große Breite in der Spitze: Gleich zehn Läufer kamen mit Zeiten unter 61 Minuten ins Ziel, fünf Frauen blieben zudem unter 70 Minuten. 12.500 Läufer hatten für den Lauf gemeldet.

Von Beginn an schnelles Rennen beim Prag-Halbmarathon

Kurz nachdem die tschechische Fußball-Legende Pavel Nedved den Startschuss gab, entwickelte sich ein sehr schnelles Rennen. Eine große Spitzengruppe erreichte die 10-km-Marke nach 28:08 Minuten. Geführt von zwei Tempomachern war die Gruppe unterwegs zu einer Zeit um 59 Minuten – auch der Streckenrekord von 58:47 Minuten schien in Reichweite. Doch in der Folge machte sich der Wind bemerkbar und die Zwischenzeiten wurden etwas langsamer. Nach 15 km (42:44) lag die prognostizierte Zielzeit plötzlich bei etwas über 60:00 Minuten.

Zwischen Kilometer 16 und 17 forcierte Nicholas Bor das Tempo und riss damit die Spitzengruppe auseinander. Unter denen, die nicht mehr mithalten konnten, waren Titelverteidiger Peter Kirui und Mit-Favorit Geoffrey Ronoh.

Daniel Wanjiru feiert in Prag den größten Erfolg seiner noch jungen Karriere

Wanjiru und Murgor, der nach einer abenteuerlichen Reise aus Kenia erst am Freitagnachmittag vor dem Rennen in Prag angekommen war, konnten Bor folgen, während Komon zeitweilig zurückfiel. Aber der 10- und 15-km-Weltrekordler konnte die Lücke wieder schließen – zumindest zeitweilig. Als dann Wanjiru die Initiative ergriff, war Komon geschlagen und auch Murgor hielt nur noch bis zum 20-km-Punkt mit. „Die Konkurrenz in Prag war sehr stark, das war wie ein Meisterschaftsrennen, es war hart. Ich habe heute viel gelernt“, sagte Wanjiru, der vor einem Jahr in Prag bereits Rang drei mit 59:59 belegt hatte. „Dieser Sieg ist eine große Motivation für mich für die nächsten Rennen“, sagte Wanjiru.

Nachdem er kurzzeitig wenige hundert Meter vor dem Ziel wieder den zweiten Platz zurückerobert hatte, musste sich Komon am Ende doch mit Rang drei zufrieden geben. Im Endspurt lief Murgor noch an ihm vorbei. Aber Komon war nicht enttäuscht: „Es war ein interessantes Rennen und ein toller Wettkampf. Alle waren wirklich gut in Form. Es ist das erste Mal, dass ich in Prag gelaufen bin und da ist ein dritter Platz gut.“



Worknesh Degefa auf dem Weg zum Sieg in Prag.

Bild: photorun.net

Worknesh Degefa gewinnt das Frauenrennen

Auch das Rennen der Frauen begann schnell, wobei sich hier zunächst eine fünfköpfige Spitzengruppe formierte. Drei äthiopische Läuferinnen waren dann am 10-km-Punkt, der nach 31:56 erreicht wurde, an der Spitze: Worknesh Degefa, Yebrgual Melese und Afera Godfay. Zurückgefallen war zu diesem Zeitpunkt Lucy Kabuu. Die Kenianerin, die mit einer Bestzeit von 66:09 Minuten die mit Abstand schnellste Läuferin auf der Startliste war, hatte vor dem Rennen erklärt, dass sie voraussichtlich nicht in Bestform sein würde. Der Tod ihres Vaters im Februar hatte sie aus der Bahn geworfen. Kabuu wurde am Ende Sechste in 70:25.

Godfay war die nächste Läuferin, die nicht mehr mit Degefa und Melese mithalten konnte. Kurz vor der 15-km-Marke war dann die 24-jährige Degefa, die im vergangenen Jahr den Lissabon-Halbmarathon gewonnen hatte, allein an der Spitze. Obwohl sie am Ende ihre Bestzeit um 35 Sekunden verbessert hatte und die fünftschnellste Zeit des Jahres erreicht hatte, hatte sie sich noch etwas mehr erhofft. „Mein Ziel war eine Zeit zwischen 66 und 67 Minuten. Aber es war ein hartes Rennen“, sagte die Äthiopierin. „Es war nicht nur der harte Wettkampf sondern auch der Wind, der schwierig war. Zudem habe ich mich schwer getan auf den Streckenabschnitten mit Kopfsteinpflaster.“

Ergebnisse, Männer:

1. Daniel Wanjiru KEN 59:51
2. Wilfred Murgor KEN 59:57
3. Leonard Komon KEN 59:57
4. Nicholas Bor KEN 60:09
5. Adugna Takele ETH 60:26
6. Amanuel Mesel ERI 60:26
7. Teshome Mekonen ETH 60:27
8. Geoffrey Ronoh KEN 60:28
9. Felix Kandie KEN 60:42
10. Bernard Bett KEN 60:43
11. Peter Kirui KEN 61:17

Frauen:
1. Worknesh Degefa ETH 67:14
2. Yebrgual Melese ETH 68:21
3. Diane Nukuri BDI 69:33
4. Viola Jelagat KEN 69:42
5. Afera Godfay ETH 69:51
6. Lucy Kabuu KEN 70:25
7. Lisa Nemec CRO 70:39
8. Lineth Chepkurui KEN 72:08

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