München und Hamburg

Citylauf-Highlights im Norden und im Süden

18.000 Läufer in München, über 5.000 in Hamburg - das Wochenende gehörte den Halbmarathon-Events im Süden und Norden.

Hamburger Halbmarathon 2009

Schon nach vier Kilometern überrundeten die schnellsten Läufer die langsamen Jogger auf der neuen Hamburger Strecke.

Am Sonntag starteten 17.924 Läuferinnen und Läufer vom Münchner Marienplatz über den Odeonsplatz, durch den Englischen Garten und zurück zum Hofgarten zum Ziel auf dem Marienplatz. Die Hälfte davon schon morgens um 8.00 Uhr über die Halbmarathondistanz, die andere Hälfte um 11.00 Uhr über die 10 km. Und alle in den orang-farbenen T-Shirts des Veranstalters. Denn beim Münchner Stadtlauf ist alles ein bisschen anders: Es gibt keine klassischen Startnummern, sondern eben „nur“ jenes in „dezentem“ orange gehaltene T-Shirt, das einen als echten Teilnehmer ausweist. Es gibt keinen Konkurrenzdruck, und für alle die gleiche Anerkennung im Ziel – unabhängig von der Laufzeit. Der Spaß am Laufen und das Gemeinschaftsgefühl stehen im Vordergrund.

„Das ist auch unser Erfolgsgeheimnis“ meinte SportScheck-Geschäftsführer Stefan Herzog. Die Teilnehmerzahlen bedeuteten einen knappen Teilnehmerrekord. „Natürlich steigen die Teilnehmerzahlen nicht mehr wie in vergangenen Jahren“, sagte Herzog, „aber beim Münchner Stadtlauf bewegen wir uns ja auch auf höchstem Niveau.“ Es ist allerdings so, dass immer mehr Läufer sich für die 10 km entscheiden. Waren es früher nur ein Drittel der Teilnehmer, die die kürzere „Familiendistanz“ wählten, sind es heuer die Hälfte gewesen.

Und klagte man bei manchem der vergangenen Stadtläufe schon morgens über große Juni-Hitze, so waren in diesem Jahr die Bedingungen nahezu ideal. Es herrschten angenehme Temperaturen, es war leicht bewölkt, aber der Regen blieb aus. Gut für die Läufer, obwohl nicht das allerbeste Wetter für Zuschauer. Aber Zuschauer sind auf der großen Schleife durch Münchens grüne Lunge, den Englischen Garten, sowieso nicht so zahlreich.

In diesem Jahr hatte man das Zielgelände erstmals hinters Rathaus auf den Marienhof verlegt, es hat sich bewährt, die Infrastruktur war sehr viel großzügiger als früher in der engen Straßenschlucht der Sendlinger Straße. „Eine runde Sache“ war auch Bernd Leuschner, Leiter der Event Abteilung bei SportScheck, zufrieden. Der musste es wissen, war er doch selbst den Halbmarathon mitgerannt.

Im Halbmarathon gewann Henrik Jörgensen in 1:12:14 Stunden bei den Herren und – mit über zwölf Minuten Vorsprung – Anne-Mette Aagaard in 1:15:41 bei den Damen. Und im 10-km-Lauf lagen Steen Walter in 31:15 Minuten (Herren) und Jemi Kneissler in 40:21 vorne.

Eine ausführliche Fotogalerie vom Münchener Stadtlauf finden Sie hier.

Gleich mehrere Rekorde waren beim Hamburger Halbmarathon 2009 zu verzeichnen. Mit 5.157 Läufern und 545 Skatern verzeichneten die Veranstalter einen neuen Teilnehmerrekord. Sie alle starteten wie schon im Vorjahr auf der Reeperbahn. Doch nach dem Start war die Strecke grundlegend geändert worden. Nach einer Runde von gut fünf Kilometern erreichten die Läufer zum zweiten Mal die berühmt-berüchtigte Hamburger Lust- und Feiermeile. Gleich zweimal passierten sie auch die Landungsbrücken. Von dort ging es an die Alster. Nach einer halben Runde um das beliebteste Hamburger Laufrevier bogen alle Skater und Läufer ab in Richtung Ziel auf der Rothenbaumchaussee.

Die neue Streckenführung war wegen diverser anderer Veranstaltungen am gleichen Tag in der Hamburger Innenstadt unumgänglich gewesen. Sie brachte Vor und Nachteile: Deutlich mehr Anfeuerung brachte das zweimalige Durchlaufen der Reeperbahn. Allerdings bedeutete das einen durchaus spürbaren Anstieg (Helgoländer Allee) und deutlich weniger Hamburg-Sightseeing.

Die angekündigte Sonne blieb hinter einer geschlossenen Wolkendecke versteckt, so dass erträgliche Laufbedingungen herrschten: Temperaturen von knapp 20 Grad mit allerdings recht hoher Luftfeuchtigkeit. Der Kenianer Gilbert Kipruto Kirwa sorgte für einen Streckenrekord, der aufgrund der völlig neuen Strecke wohl eher „Veranstaltungsrekord" heißen müsste. Der Afrikaner siegte am 28. Juni in einer Zeit von 1:01:52 Stunden und verbesserte damit die zwölf Jahre alte Bestmarke des Leipzigers Stephan Freigang (1:02:37).

Der Sieger des Wien-Marathon 2009 lief schon früh allen anderen davon und hatte zum Schluss fast zwei Minuten Vorsprung herausgearbeitet. Mit einer hauchdünnen Sekunde Vorsprung belegte Ben Kimutai Kimwole in 1:03:41 brutto den zweiten Platz vor Peter Kiprotich. Die ersten zwölf Plätze waren alle für den "Kenia-Express" reserviert. Als schnellster Deutscher folgte der Lübecker Dennis Mehlfeld in 1:09:55 vor dem Hamburger Lokalmatador Mourad Bekakcha (BSG Laufwerk Hamburg / LG Wedel-Pinneberg, 1:11:05).

Schnellste Frau im Feld war Caroline Chepkwony aus Kenia. In 1:15:22 Stunden verfehlte sie allerdings den Streckenrekord der Dänin Gitte Karlshoj (1:14:01) aus dem Jahr 2002 deutlich. Schnellste Deutsche hinter sechs Kenianerinnen wurde Silvia Krull von der LG Lage-Detmold in 1:19:02 mit einigem Vorsprung vor Martina Boe-Lange (Post SV Uelzen, 1:24:49) und der Hamburger Lokalmatadorin Manuela Sporleder vom 100 Marathon Club (1:25:44).

Eine ausführliche Fotogalerie vom Hamburger Halbmarathon 2009 finden Sie hier.