5.000 Meter von Oslo

Chris Solinsky im Interview

Nach seinem sensationellen 10.000-m-Debüt warten alle gespannt auf Chris Solinskys 5.000 m in Oslo.

Chris Solinsky

Chris Solinsky: „Ich hatte beim Debüt nichts zu verlieren“.

Bild: photorun.net

Der Amerikaner Chris Solinsky lief Anfang Mai in Palo Alto (USA) ein sensationelles 10.000-m-Debüt: Der 25-Jährige rannte auf Anhieb 26:59:60 Minuten und wurde damit zum ersten Läufer weltweit, der nicht aus Afrika stammt und die 27-Minuten-Barriere durchbrach. Am Freitag startet Chris Solinsky über 5.000 m beim Diamond League-Meeting in Oslo.

Sie haben viele überrascht mit Ihrer Zeit – haben Sie auch sich selbst überrascht?
Chris Solinsky: Ja, auf jeden Fall. Ich wusste, dass ich in guter Form war, aber ich hatte keinerlei Anhaltspunkte was genau möglich sein würde. Ich hatte vorher gescherzt: entweder ich laufe 26:55 oder 28 Minuten – die 26:55 waren eher ein Witz, aber ein kleines bisschen hatte ich sie doch im Kopf und dachte, ich könnte es versuchen, wenn alles perfekt läuft. Und das war der Fall. Ich hatte in meinem ersten 10.000-m-Rennen nichts zu verlieren, das hat mir geholfen. Es gab keinen Erwartungsdruck, es war psychisch einfacher.

Wie kam es zu der Entscheidung, in Palo Alto das 10.000-m-Debüt zu laufen?
Chris Solinsky: Ich hatte im Laufe des Frühjahrs schon ein paar Mal an einen 10.000-m-Lauf gedacht. Eigentlich hatte mich mein Trainer Jerry Schumacher für Palo Alto auf einen Hindernislauf vorbereiten wollen. Doch nach einem Tempo-Training hat er entschieden, dass ich die 10.000 m laufen soll.

Einige haben gesagt, Sie seien zu kräftig für einen guten Langstreckler.
Chris Solinsky: Das kenne ich schon aus meiner Zeit in der Schule und in der Universität. Sogar meine Trainingspartner frotzelten manchmal und sagten nach einem Rennen, ich hätte einen Rekord für Dicke aufgestellt. Ich habe kein Problem damit und denke, dass ich davon profitiere. Aufgrund meiner Statur bin ich ausdauernder und hartnäckiger. Ich verkrafte dadurch größere Trainingsumfänge, die schwächer gebaute Athleten vielleicht nicht geschafft hätten.

Was hat sich im Training verändert und damit diesen Erfolg möglich gemacht?
Chris Solinsky: Entscheidend ist, dass ich ein schnelles Tempo länger durchhalte als früher. An der Uni waren die längsten Trainingsläufe 10 Meilen lang, jetzt laufe ich 15 (24 km). Außerdem bin ich nach Portland (Oregon) gezogen. Dadurch konnte ich im Winter konstant ein qualitativ gutes Training absolvieren, was entscheidend war.

Welche Ziele haben Sie?
Chris Solinsky: Ich will in dieser Saison ein 1.500- und ein 5.000-Meter-Rennen laufen und bei hochklassigen Wettkämpfen starten. Bei der WM 2011 und Olympia 2012 will ich die 10.000 Meter laufen. Aber ich hänge auch noch sehr an den 5.000 Metern, denn ich habe hier mein Potenzial noch nicht umgesetzt. Bevor ich mich voll auf die 10.000 konzentriere, will ich über 5.000 Meter mein Leistungsvermögen ausschöpfen.

Chris Solinsky

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