Dopingverdacht

Chicago-Marathon-Siegerin Rita Jeptoo positiv getestet

Die Siegerin des diesjährigen Chicago-Marathons Rita Jeptoo, eine der weltbesten Marathonläuferinnen der letzten Jahre, wurde positiv auf eine Dopingsubstanz getestet.

Rita Jeptoo startet beim Chicago-Marathon 2014.

Rita Jeptoo wurde offenbar positiv getestet.

Bild: photorun.net

Eine der besten Marathonläuferinnen der Welt wurde offenbar positiv auf eine Dopingsubstanz getestet: Bei Rita Jeptoo habe es Ende September eine positive A-Probe gegeben, berichtet das US-amerikanische RunBlogRun-Internetportal. Wie der Chef des absolut seriösen Portals und des amerikanischen Running-Networks, Larry Eder, berichtet, gebe es zuverlässige Quellen, die die positive A-Probe bestätigt hätten.

Rita Jeptoo hatte am 12. Oktober den Chicago-Marathon in 2:24:35 Stunden gewonnen. Es war ebenso wie zuvor im April in Boston, wo sie mit 2:18:57 Stunden einen beachtlichen Streckenrekord und die schnellste Zeit des Jahres aufgestellt hatte, eine erfolgreiche Titelverteidigung. Durch je zwei Siege in Boston und Chicago hatte Rita Jeptoo vermeintlich auch souverän die World Marathon Majors (WMM)-Serie 2013-2014 gewonnen – verbunden mit einem Preisgeld von einer halben Million US-Dollar. Nie zuvor hatte eine Läuferin die Serie mit der Maximalpunktzahl von 100 Zählern aus vier Rennen für sich entschieden.

Die 33-jährige Rita Jeptoo wurde Ende September bei einer Trainingskontrolle in Kenia positiv getestet. Welche Substanz in der Urinprobe gefunden wurde, ist nicht bekannt. Positive Dopingtests werden den Regeln entsprechend erst nach dem Test der so genannten B-Probe öffentlich bekannt gegeben. Bisher wurde im Fall Jeptoo nur die A-Probe untersucht – wobei es so gut wie nie Abweichungen gibt, so dass nicht mit einem entlastenden Ergebnis zu rechnen ist. A- und B-Probe kommen aus derselben Urinprobe. Entsprechend dem derzeitigen Stand, haben weder der zustände nationale Verband, Athletics Kenya, noch der internationale Verband, IAAF, eine Stellungnahme abgegeben.

Wird Rita Jeptoo wegen Dopings gesperrt, würde die Äthiopierin Mare Dibaba nachträglich zur Chicago-Siegerin. Sie lief damals 2:25:37 Stunden. Zu klären wäre allerdings auch, warum Jeptoo rund zwei Wochen nach der Urinprobe überhaupt noch in Chicago starten konnte. Unabhängig davon ist dies für die World Marathon Majors (WMM) bereits der zweite zurzeit rechtlich noch ungeklärte Fall einer Siegerin. Die Ehrung sollte am Wochenende im Rahmen des New-York-Marathons stattfinden. Jeptoo flog allerdings, so heißt es, zunächst nicht in die USA. In diesem Frühjahr war bekannt geworden, dass die Russin Liliya Shobukhova, die die WMM-Serien 2009-2010 und 2010-2011 für sich entschieden und dreimal den Chicago-Marathon gewonnen hatte, des Dopings überführt wurde. Gegen ihre Disqualifikation hat die Russin allerdings rechtliche Schritte eingelegt. Hier gibt es zurzeit keinen neuen Stand. Solange es im abschließenden Verfahren noch kein Urteil gibt, können die WMM-Verantwortlichen die Russin nicht disqualifizieren.

Die World Marathon Majors haben sich von Beginn an stark im Kampf gegen Doping engagiert. Alle Eliteathleten, die bei einem WMM-Rennen starten, werden zum Beispiel mittels einer Blutprobe auf verbotene Substanzen getestet. „Wir sind enttäuscht zu hören, dass Rita Jeptoo offenbar eine positive A-Probe hatte“, heißt es in einer Erklärung der WMM. Positiv getestete Athleten können keine WMM-Serie gewinnen und dürfen zukünftig nicht mehr bei einem WMM-Rennen starten.

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