35. BIG 25 Berlin 2015

Cheroben und Kebede laufen Jahresweltbestzeiten

Die Äthiopierin Sutume Asefa Kebede lief bei den BIG 25 Berlin über 25 km mit 1:21:55 Stunden die fünftschnellste jemals über diese Strecke gelaufene Zeit.

Sutume Asefa Kebede siegt beim 35. BIG 25 Berlin

Sutume Asefa Kebede gewann mit einem äthiopischen Rekord im Olympiastadion.

Bild: www.photorun.net

Bei kühlen und sehr windigen Wetterbedingungen hatten die beiden Sieger jeweils einen großen Vorsprung. Als Zweiter erreichte der Äthiopier Temesgen Daba Ejerssa in 1:13:28 das Ziel im Berliner Olympiastadion, Dritter wurde der Kenianer Kenneth Kipkemoi mit 1:14:18. Als bester Deutscher erreichte Paul Schmidt (TSV Dresden) einen beachtlichen siebenten Platz in 1:18:48.

Knapp 11.500 Läufer beim BIG 25 Berlin

Nach einem eindrucksvollen Sololauf hatte Sutume Asefa Kebede im Olympiastadion einen Vorsprung von gut vier Minuten auf die zweitplatzierte Winny Jepkorir, die nach 1:25:59 im Ziel war. Rang drei belegte Elizeba Cherono (beide Kenia) mit 1:26:59. Schnellste deutsche Frau war Karsta Parsiegla (SCC Berlin) in 1:42:55 auf Platz neun. Für die 35. Auflage der BIG 25 Berlin hatten insgesamt 11.480 Läufer gemeldet.

Das Rennen der Männer begann erwartungsgemäß sehr schnell, denn der erste Teil der Strecke führt leicht abwärts, und zudem hatten die Läufer bis Kilometer 10 hauptsächlich Rückenwind. So wurde eine Zwischenzeit von 28:30 Minuten gestoppt, die sogar im Bereich des Weltrekordes lag, den der Kenianer Dennis Kimetto 2012 mit 1:11:18 Stunden bei den BIG 25 Berlin aufgestellt hatte. Zu diesem Zeitpunkt waren hinter einem Tempomacher noch vier Athleten im Rennen um den Sieg: Neben Cheroben, Ejerssa und Kipkemoi lag auch noch der Kenianer Frederick Ngeny in der Spitzengruppe.

BIG 25 Berlin bot Zuschauern kenianischen Spitzenkampf

Doch ab Kilometer 11 blies den Läufern der starke Wind ins Gesicht, der in Böen sogar bis Windstärke 7 vorhergesagt war. Entsprechend wurde das Tempo nun deutlich langsamer, zudem war der Tempomacher nicht mehr im Rennen. Ngeny fiel vor der 15-km-Marke (43:04) als erster Läufer aus der Spitzengruppe. Er wurde am Ende Vierter mit 1:14:49. Während der Äthiopier Ejerssa das Tempo bestimmte, konnte nach 17 km auch Kipkemoi nicht mehr mithalten. Die Entscheidung in einem Zweikampf zwischen Ejerssa und Cheroben fiel dann kurz vor Kilometer 19. Hier löste sich Titelverteidiger Cheroben von seinem äthiopischen Konkurrenten entscheidend.

Abraham Cheroben triumphierte zum zweiten Mal in Folge bei den BIG 25 Berlin.

Bild: www.photorun.net

„Ich wollte versuchen, den Weltrekord anzugreifen. Aber bei dem starken Gegenwind auf der zweiten Hälfte war dies nicht möglich“, sagte der 22-jährige Abraham Cheroben und fügte hinzu: „Ich werde nächstes Jahr wiederkommen und es erneut versuchen!“

Ganz anders lief das Rennen der Frauen. Unmittelbar nach dem Start setzte sich die äthiopische Newcomerin Sutume Asefa Kebede von ihren Konkurrentinnen ab. Hinter einem Tempomacher lief die 21-Jährige ihr eigenes, extrem schnelles Tempo. Den 10-km-Punkt erreichte sie nach 31:05 Minuten – und damit lag sie deutlich unter dem Weltrekord. Auch diese Bestzeit wurde bei den BIG 25 Berlin aufgestellt: 2010 war Mary Keitany (Kenia) nach 1:19:53 im Ziel.

Favoritin Kebede erzielte Bestzeiten beim BIG 25 Berlin

Doch auch Kebede, die in diesem Jahr nunmehr alle ihre sieben Rennen gewonnen hat, wurde bei den stürmischen Windböen auf der zweiten Hälfte langsamer. Trotzdem reichte es am Ende zu einer Weltklassezeit und einem äthiopischen Rekord. Mit 1:21:55 unterbot sie die bisherige Bestmarke, die Ejegayehu Dibaba 2011 in Chicago aufgestellt hatte, um 19 Sekunden. Wie stark ihre Leistung war, zeigt auch ihre Halbmarathon-Durchgangszeit während des 25-km-Rennens: Mit 68:23 Minuten war sie dabei rund zweieinhalb Minuten schneller als die Siegerin des Berliner Halbmarathons Ende März.

„Ich freue mich riesig über den äthiopischen Rekord, damit hatte ich nicht gerechnet. Im Sommer werde ich in Äthiopien zunächst über 5.000 Meter laufen und im Herbst dann bei weiteren Straßenrennen starten“, sagte Kebede, die bei den BIG 25 Berlin den bisher größten Erfolg ihrer Karriere feierte. Hinter den zweit- und drittplatzierten Kenianerinnen Jepkorir (1:25:59) und Cherono (1:26:59) erzielten auf den Rängen vier und fünf auch die Äthiopierinnen Helen Bekele Tola (1:27:39) und Zewdnesh Ayele Belachew (1:28:55) noch Zeiten unter 1:30 Stunden.

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