Transalpine Run 2015

Casal-Brüder stehen vor Gesamt-Sieg

Auf 17:14 Minuten haben die Casal-Brüder ihre Führung beim Transalpine-Run ausgebaut. Auf der siebten Etappe liefen sie von Scuol nach St. Valentin (Italien).

Transalpine-Run 2015 - Etappe 7 - Die Bilder: 6 Fotos

Transalpine Run Etappe 7

Atemberaubende Trails absolvierten die Teilnehmer des Transalpine-Runs auch auf der siebten Etappe.

Bild: Harald Wisthaler

Die siebte Etappe der elften Ausgabe des Extrem-Rennens Gore-Tex Transalpine-Run war mit 1633 Höhenmetern und 37 Kilometern nicht das schwierigste oder das längste, dafür aber mit der legendären Uina Schlucht und der Hochebene Plantapatsch eines der schönsten Teilstücke des Etappen-Rennens. „Wir haben etwas Zeit gehabt und mussten nicht 100 Prozent laufen. Die Trails waren einfach traumhaft“, zeigte sich Oscar Casal angetan von den landschaftlichen Schönheiten im Grenzgebiet zwischen der Schweiz und Italien. Angetan waren alle Fachleute aber auch von der Leistung der beiden Männer aus Andorra, die innerhalb von wenigen Tagen eine Veränderung vom Sky Runner zum Ultra-Läufer vollzogen. „Ich weiß auch nicht, wie wir das geschafft haben. Bis vor einer Woche haben wir Strecken bis maximal 25 Kilometer gelaufen. Und jetzt gewinnen wir Rennen von fast 40 km. Damit haben wir niemals gerechnet“, freute sich Marc Casal. Das trifft allerdings auch auf die beiden Italiener Daniel Jung und Ivan Paulmichl zu, die in St. Valentin auf Rang zwei einliefen und ihre Verfolger-Position verteidigten. Von einer Niederlage wollten sie aber nichts wissen. „Ich bin stolz auf Ivan, dass er trotz seiner Magenprobleme durchgehalten hat. Das ist ein gemeinsamer Kampf über Höhen und Tiefen. Als Verlierer fühlen wir uns absolut nicht“, meinte der emotional mitgenommene Daniel Jung. Verständlich. Immerhin liefen die nur wenige Kilometer entfernt wohnenden Jung und Paulmichl vor eigenem Publikum und wurden bei ihrem Heimspiel von ihren Familien begeistert empfangen.

Impressionen von der siebten Etappe finden Sie oberhalb dieses Artikels. Die Bildergalerien zu den ersten sechs Teilstücken finden Sie weiter unten.

Das Rennen selbst hatte einen ganz besonderen Charakter. Auf dem ersten Flachstück legten die deutschen Straßenläufer Benjamin Sperl und Lukas Nägele sowie Marcus und Matthias Baur ein ungeheures Tempo vor. Das Feld der verbliebenen 240 Mannschaften riss weit auseinander. „Das war unsere taktische Marschroute, wir wollten die beiden Schweizer Master Läufer distanzieren und uns unseren dritten Platz in der Overall-Wertung zurückholen. Das hat schließlich funktioniert“, erklärte der Freiburger Lukas Nägele die Tempoverschärfung direkt nach dem Start. Danach war eigentlich alles gelaufen. Die Casal-Brüder übernahmen im Aufstieg zum Schlinigpass die Führung. Zwar konnten Jung und Paulmichl zwischenzeitlich noch einmal auflaufen, doch nach einer erneuten Tempoverschärfung der beiden Männer aus Andorra war die 7. Etappe bereits auf der Plantapatsch-Hochebene zu Gunsten der Spitzenreiter entschieden.

Ansonsten gab es einen Tag vor dem Finale in Sulden/Ortler noch die ein oder andere Überraschung: Das Mixed-Team Landie und Christiaan Greyling aus Südafrika feierten auf der siebten Etappe ihren ersten Tageserfolg überhaupt. Die vom ersten Tag an dominierenden Ragna Debats und Pere Bove Aurell (Niederlande/Spanien) mussten sich zum ersten Mal mit Platz zwei begnügen. „Ich hatte keine Kraft mehr auf den Flachstücken“, gestand die junge Niederländerin Ragna Debats. Im fast zehn Kilometer langen Abstieg vom 2409 Meter hohen Schafberg hinunter nach St. Valentin auf 1459 Meter verloren die Führenden der Mixed-Wertung über drei Minuten.

Wie schwer ein Etappenlauf wie der Transalpine-Run sein kann, erfuhren die favorisierten Anne-Marie Flammersfeld und Tim Wortmann. Flammersfeld, eine der weltbesten Extremläuferinnen, findet nach ihrem Weltrekordlauf auf den Kilimandscharo einfach keine Form und erreichte das Ziel in St. Valentin mit 44:38 Minunten Rückstand auf Rang sechs. „Meine Lunge pfeift wie eine alte Lokomotive. Ich hätte schon am ersten Tag am liebsten aufgegeben. Das ist wirklich eine neue Erfahrung für mich“, zeigte die gebürtige Duisburgerin gehörigen Respekt vor der Leistung der Konkurrenz.
Schadlos hielten sich die Spitzenreiter in den Kategorien Women und Master Mixed. Bei den Frauen gelang den Schottinnen Helen Bonsor und Claire Gordon Etappensieg Nummer sechs. Bei der Entscheidung in der Kategorie Master Mixed geht kein Weg an die Italiener Annemarie Gross und Franz Kröss vorbei, die in St. Valentin ihren vierten Tageserfolg feierten. Beiden Teams dürfte der Gesamtsieg nicht mehr zu nehmen sein.

Spannung pur bietet dagegen das Duell in der Kategorie Senior Master Men zwischen dem italienischen Brüder-Paar Oswald und Richard Wenin und den Spitzenreitern Jörg Schreiber und Thomas Miksch (Deutschland). Nachdem die Südtiroler Wenin und Wenin am ersten Tag aus gesundheitlichen Gründen mehr als eine Stunde Zeit verloren, setzten sie danach zur Aufholjagd an. Gestern machten sie über 36 Minuten auf Jörg Schreiber und Thomas Miksch gut, der allerdings an einer schmerzhaften Sehnenentzündung am Schienbein laboriert und für das Finale nach Sulden wenig Hoffnung hat: „Ich glaube nicht, dass wir unsere zehn Minuten Vorsprung verteidigen können. Ich laufe nur auf Sicherheit und Ankommen. Mehr ist nicht mehr drin.“

Die achte und letzte Etappe des größten Trailruns über die Alpen für Zweier-Teams führt am Samstag über 41 Kilometer von St. Valentin nach Sulden/Ortler. Ob die 2880 Meter hohe Tabarettascharte überquert wird, entscheidet sich erst kurz vor dem Start, da eine angekündigte Kaltfront Schneefall ab 2500 Meter bringen soll.

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