10-km-Lauf

Boston läuft wieder

Nach den Bombenanschlägen auf den Boston-Marathon am 15. April findet in Boston zum ersten Mal wieder ein internationales Straßenrennen statt. Am Sonntag treten 6.500 Läufer über 10 km an.

Boston 10Km

Start des 10-km-Laufes 2012 in Boston.

Bild: photorun.net

Zum ersten Mal seit den tragischen Ereignissen beim Boston-Marathon wird in der Stadt am Sonntag wieder ein großer internationaler Straßenlauf stattfinden. 6.500 Teilnehmer werden bei dem Rennen über 10 km erwartet. Mit der Boston Athletic Association (BAA) ist dabei derselbe Veranstalter aktiv wie beim Marathon am 15. April, der nach dem Terroranschlag auf der Zielgeraden abgebrochen wurde.

Bei den Bombenanschlägen kamen im April drei Menschen ums Leben, über 250 wurden zum Teil schwer verletzt. Nach rund vier Stunden wurden alle Läufer, die noch auf der Strecke waren, umgeleitet. Sie mussten ihr Rennen vorzeitig beenden. Wie die BAA inzwischen bekannt gab, erhalten all jene Athleten, die am 15 April das Rennen abbrechen mussten, die Möglichkeit, für den Boston-Marathon 2014 eine Startnummer zu erhalten. Normalerweise ist dies nur über zum Teil anspruchsvolle Qualifikationszeiten möglich, die jeweils im Vorjahr erreicht werden müssen.

Unter dem Motto „Boston Stands as One“ (Boston steht geschlossen zusammen) wurde unmittelbar nach den Bombenanschlägen damit begonnen, Spenden für die Opfer und betroffenen Familien zu sammeln. Nach rund zwei Monaten sind bereits über 54,5 Millionen US-Dollar für den “The One Fund Boston” zusammen gekommen. Zu den größeren Spendern zählte auch der London-Marathon. Für jeden Läufer, der in der britischen Metropole sechs Tage nach Boston das Ziel erreichte, spendeten die Veranstalter zwei Pfund. Bei 34.278 Finishern kamen somit umgerechnet über 100.000 US-Dollar zusammen.

Geschlossen zusammen halten offenbar auch die Läufer in Boston: Für das 10-km-Rennen am Sonntag waren die 6.500 Startnummern binnen 13 Stunden ausverkauft. Teilnehmer und Veranstalter setzten somit schon vor dem Lauf ein starkes Zeichen – sie lassen sich nicht einschüchtern.

Zurück kehrt übrigens auch der Sieger des Boston-Marathons: Der Äthiopier Lelisa Desisa geht am Sonntag als Favorit ins Rennen. Diese Rolle hat bei den Frauen ebenfalls eine Läuferin aus Äthiopien: Mamitu Daska. Auch sie lief im April bereits in Boston. Dabei kam die Frankfurt-Marathon-Siegerin des Jahres 2011 allerdings nur auf einen enttäuschenden zwölften Rang.