Hallen-WM in Doha

Bernard Lagat stoppt Äthiopiens Siegserie bei Hallen-WM

Bei der Hallen-WM in Doha ließ der US-Star der Konkurrenz im 3.000-Meter-Rennen keine Chance.

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Bernard Lagat wurde in Doha Weltmeister über 3.000 m.

Bild: photorun.net

Bernard Lagat stoppte Äthiopiens Siegserie bei den Hallen-Weltmeisterschaften und sorgte für die größte Überraschung bei den Laufentscheidungen dieser Titelkämpfe. In beeindruckender Manier rannte der US-Amerikaner in Doha (Katar) am Sonntag zum 3.000-m-Titel, den er bereits 2004 gewonnen hatte. Damals lief Lagat noch für sein ursprüngliches Heimatland Kenia, nun siegte er für die USA, deren Staatsbürgerschaft er seit 2005 besitzt.

In Doha hatten die Äthiopier am Sonnabend zunächst durch Deresse Mekonnen (1.500 m) und Meseret Defar (3.000 m) zweimal Gold gewonnen. Am Sonntag setzte sich dann Kalkidan Gezahegne im 1.500-m-Finale der Frauen durch, doch Gold Nummer vier ging nicht nach Ostafrika. Dafür sorgte Bernard Lagat in ebenso beeindruckender wie überlegener Manier.

In einem vermeintlich sehr engen Finalrennen, in dem Kenenisa Bekeles ,kleiner’ Bruder Tariku als Titelverteidiger ins Rennen ging, ließ Bernard Lagat der Konkurrenz am Ende nicht den Hauch einer Chance. Lange Zeit führte Tariku Bekele. Als der Äthiopier auf der 200-m-Rundbahn das Tempo spürbar anzog, riss er vier Runden vor Schluss das Feld auseinander. Doch einen wurde er nicht los: Bernard Lagat startete kurz vor der letzten Runde seinen Angriff und lief davon. Während der Amerikaner in 7:37,97 Minuten ins Ziel stürmte, war Tariku Bekele schwer geschlagen und verpasste am Ende als Vierter in 7:40,10 Minuten sogar eine Medaille. Der neue spanische Europarekordler Sergio Sánchez bestätigte seine Topform in dieser Wintersaison mit einer Silbermedaille in 7:39,55 Minuten, Bronze gewann der Kenianer Sammy Mutahi (7:39,90). Ausgezeichnet schlug sich auf Rang fünf mit Galen Rupp ein weiterer US-Amerikaner (7:42,40).

„Mein Kinder sind extra um sieben Uhr morgens in den USA aufgestanden, um ihren Vater rennen zu sehen – also musste ich etwas zeigen. Ich bin genau so gelaufen wie es mir mein Trainer gesagt hatte“, erzählte der 35-jährige Bernard Lagat, der 2007 bei der WM in Osaka für Furore gesorgt hatte, als er sowohl die 1.500 m als auch die 5.000 m gewann. „Seit 2007 habe ich einige Erfolge verpasst, aber jetzt bin ich zurück. Mein Fernziel ist das olympische Gold in London 2012. Wahrscheinlich werde ich dort über 5.000 Meter laufen“, sagte Bernard Lagat, der vor Doha in der 3.000-m-Jahresweltbestenliste nicht unter den besten 25 platziert war. Allerdings hatte er in diesem Winter über andere Distanzen Topleistungen gezeigt. So gewann er zum Beispiel bei den Millrose Games in New York zum achten Mal das Meilenrennen auf dem engen Rund des Madison Square Gardens. Acht Tage später brach er in Boston den US-Rekord über 5.000 m. Bernard Lagat lief dort 13:11,50 Minuten.

Über die Mittelstrecken gab es am Schlusstag der WM in Doha Siege für Äthiopien, den Sudan und Russland. Im 1.500-m-Finale der Frauen setzte sich Kalkidan Gezahegne (Äthiopien) in 4:08,14 Minuten vor Natalia Rodriguez (Spanien/4:08,30) und Gelete Burka (Äthiopien/4:08,39) durch.

Im 800-m-Finale kompensierte Abubaker Kaki (Sudan) mit einem Sieg in 1:46,23 Minuten die Enttäuschung, die er bei der WM in Berlin im vergangenen Sommer durch einen Sturz erlebt hatte. Silber gewann Boaz Lalang (Kenia/1:46,39) vor Adam Kszczot (Polen/1:46,69). Schnell war der 800-m-Endlauf bei den Frauen: Mariya Savinova (Russland) siegte mit einer Jahresweltbestzeit von 1:58,26 Minuten vor der britischen Rekord laufenden Jennifer Meadows (1:58,43). Bronze sicherte sich Alysia Johnson (USA) in 1:59,60.

Den Bericht vom zweiten Wettkampftag der Hallen-Weltmeisterschaften finden Sie hier.

Text: race-news-service.com
Foto: photorun.net

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