Salomon Zugspitz Ultratrail

Berglauf der Superlative feiert Rekordtag

2013 Teilnehmer bescherten dem Salomon Zugspitz Ultratrail einen neuen Teilnehmerrekord. Stephan Hugenschmidt gewann das 100-km-Rennen in Rekordzeit. Mit Video.

Salomon Zugspitz Ultratrail

Stephan Hugenschmidt konnte den Salomon Zugspitz Ultratrail nach rund zehn Stunden für sich entscheiden.

Bild: Klaus Fengler

Die 4. Auflage des Salomon Zugspitz Ultratrail konnte mit 2013 Läufern aus 46 Nationen einen neuen Teilnehmerrekord feiern. Für eine Überraschung sorgte der Radolfzeller Stephan Hugenschmidt, der sein erstes 100-km-Rennen auf Anhieb gewinnen konnte. Nur 10:36:50 Stunden benötigte er für die mit über 5.000 Höhenmetern gespickte Strecke.

Stephan Hugenschmidt war längst im Ziel, gab Interviews und wartete auf die Siegerehrung, da war der Spanier Clemente Mora Cris aus San Sebastian noch immer nicht im Ziel. 37 Minuten Abstand lagen zwischen dem Sieger und dem Zweiten, mit weiteren 20 Minuten Rückstand folgte der Engländer Dan Doherty (Team UVU Racing) auf Rang drei. Selbst für ein 100-km-Rennen sind das riesige Zeitabstände, die unterstreichen, wie stark die Leistung von Stephan Hugenschmidt war.

Dabei ließ es der Wahl-Schweizer zunächst langsam angehen. „Bei Kilometer 20 oder 30 spielen Platzierungen keine Rolle. Ein Ultra beginnt erst bei Kilometer 50“, begründete er seine anfängliche Zurückhaltung. „Das Anfangstempo war allerdings auch verdammt hoch“, meinte Hugenschmidt, der für Team Salomon Deutschland ins Rennen ging. Dafür verantwortlich dürfte wohl der junge Mirco Berner gewesen sein. „Ein echtes Talent, er hat wirklich ein hohes Tempo angeschlagen, aber an der Ehrwalder Alm war er plötzlich nicht mehr da“, sagte Hugenschmidt. Der danach bis ins Ziel in Grainau ein einsames Rennen lief.



Dramatisches Damen-Rennen beim Salomon Zugspitz Ultratrail

Über die Ultra-Distanz (100 km und 5.420 Höhenmeter) spielte sich im Frauenrennen ein echtes Drama ab. Nachdem die Führende Simona Morbelli disqualifiziert werden musste, weil sie einen Teil der Strecke nicht gelaufen war, holte sich die in St. Moritz lebende Deutsche Anne-Marie Flammersfeld den Sieg. „Ich habe die ganze Zeit die Italienerin Morbelli vor mir gesehen und war mir absolut sicher, dass ich Zweite werde“, sagte sie, und ergänzt: „Auf einmal war sie weg und keiner konnte mir sagen, was passiert war.“

Neue Strecke: Supertrail XL über 79,3 Kilometer und 4.156 Höhenmeter

Auch die neue Strecke, der Supertrail XL über 79,3 Kilometer und 4.156 Höhenmeter, kam bei allen Beteiligten richtig gut an. Die Entscheidung bei den Männern war eine klare Sache. Mit rund 40 Minuten Vorsprung überquerte Anton Philipp (Weitnau) nach 9:19:56 Stunden die Ziellinie in Grainau. „Mit den hohen Temperaturen hatte ich keine Probleme, da wir über Pfingsten in Südtirol bei 36 Grad trainiert haben“, sagte Philipp, der knapp 40 Minuten vor Stefan Zäh einlief. Bei den Damen führte zunächst die in Österreich lebende Schwedin Kristin Berglund, musste am Ende aber der Ungarin Zsofia Palos (11:14:26 Stunden) den Vortritt lassen, die mit einem erstklassigen Finale ihren ersten großen Sieg in den Alpen feierte. „Ich kann es immer noch nicht glauben, dass ich gewonnen habe“, jubelte die Ungarin.

Anne-Marie Flammersfeld

Bild: Klaus Fengler

Siegerin im Frauenrennen: Anne-Marie Flammersfeld.

Klare Sache beim Supertrail über 60,7 Kilometer und 3.000 Höhenmeter

Zu einer klaren Sache entwickelte sich der Supertrail über 60,7 Kilometer und knapp 3.000 Höhenmeter. Von Beginn an übernahm der Eppelborner Martin Schedler (Team Salomon Deutschland) die Führung und verteidigte diese bis ins Ziel souverän mit einer Zeit von 6:41:54 Stunden und 13 Minuten Vorsprung auf Steffen Walk aus Martinszell. „An der Bergstation Längenfelder hatte ich acht Minuten Vorsprung. Da konnte ja eigentlich nicht mehr viel passieren, aber man weiß ja nicht“, freute sich der 34-jährige Pfälzer über seinen bislang größten Erfolg als Trailrunner. Schnellste Frau im Supertrail wurde relativ leicht und locker die Münchnerin Eva Färberböck (7:52:16 Stunden).„Es war nicht so schwer“, lachte die 42-Jährige, die knappe 3 Minuten vor Kathrin Schichtl aus Bludenz das Ziel erreichte.

Für Berglauf-Einsteiger: Basetrail mit 36 Kilometer

Beim Basetrail über die 36,1 Kilometer sollte die Entscheidung um den Gesamtsieg auf dem Abstieg von der Längenfelder Bergstation fallen. Dort lag Andrew Syme aus Garmisch-Partenkirchen noch hauchdünn in Führung, musste dann aber den starken Österreicher Peter Fankhauser (3:32:28 Stunden) ziehen lassen. „Für mich sollte es ein Trainingslauf sein. Dass es zum Sieg reicht, damit habe ich nicht gerechnet“, sagte der Zillertaler, der im Abstieg seine technischen Vorteile locker ausspielte. Syme war über seinen zweiten Platz überglücklich, zumal er damit Zweiter der Master-Wertung wurde und 30 Minuten schneller als im Vorjahr war. In Rekordzeit beendete Tina Fischl aus Fürstenstein die Frauenwertung des Basetrail: in nur 3:51:08 Stunden konnte sie die Vorjahreszeit um 36 Minuten schlagen.