Auf die Platte

Bergauf in Wiesbaden

8,1 Kilometer, 450 Höhenmeter - knapp 300 ließen sich in Wiesbaden diese Strapaze nicht entgehen.

Wiesbaden Berglauf

Vor allem auf den letzten Metern geht es mächtig bergan.

„Auf die Platte fertig los“ hieß es am 9. März in Wiesbaden zum 13. Mal bei dem vom LC Olympia Wiesbaden ausgerichteten 8,1 km langen Berglauf. Der profilierte Lauf ist durch die Verlegung des Starts in die Nerotal Parkanlage auf nunmehr 450 Höhenmeter angewachsen. Um 10.00 Uhr fiel der Startschuss bei bedecktem Himmel und trockenen ca. 6°C, also idealen Bedingungen für sportliche Anstrengungen dieser Ausprägung. Konnten sich die Starter anfangs bei relativ flachem Geläuf noch am artenreichen Baumbestand des Parks erfreuen, so ging es direkt anschließend bei der Bezwingung der Serpentinen, welche sich auf den Neroberg heraufschlängeln, schon ordentlich zur Sache. So manch einer hätte die knapp 20% Steigung wohl lieber im gelben Wagen der parallel zur Strecke verlaufenden Nerobergbahn bewältigt, doch dieses 1888 eingeweihte Kulturdenkmal der Landeshauptstadt nimmt seinen Saisonbetrieb erst am Karfreitag wieder auf.

Wie zu erwarten konnten sich am Neroberg die Bergspezialisten vom Hauptfeld absetzen. Vom Pavillon auf dem Neroberg bis zur Leichtweißhöhle nahe km 3 konnten sich die Läufer etwas vom steilen Anstieg erholen, dann ging es wieder bergan, und kurz nach km 5 kam der lang gezogene, gerade Anstieg auf dem Platterpfad. Hier war schon erkennbar, dass der Sieg wohl unter fünf Leuten ausgemacht werden würde, die einen kleinen Vorsprung herausgelaufen hatten.

Nach 6,5 Kilometern folgte ein letzter flacher Abschnitt, bei dem alle ihre verbliebenen Kräfte sammeln konnten, bevor es auf der berüchtigten Rodelbahn ans Eingemachte ging. Auf knapp 400 m Strecke waren dort nochmals 100 Höhenmeter zu bewältigen, und das bei noch vom Regen der vergangenen Tage rutschigem Boden.

Am Ende konnte sich der Bergspezialist Eric Le Mercier, M35, von der LG Brechen, der übrigens 2007 auch den Feldberglauf gewann, durchsetzen. Mit einer hervorragenden Zeit von 34:56,6 min, siegte er vor Steffen Denk, MHK, Lang-Lauf Jugenheim in 35:01,2 min und Melkamu Mesert, MJA, TSG Eppstein in 35:19,7 min. Eine ganz besondere Leistung bei den Frauen vollbrachte Natascha Schmitt, WHK von der LG Eintracht Frankfurt. Nur einen Tag nach ihrer Teilnahme an den Deutschen Cross Meisterschaften in Ohrdruf holte sie sich mit großem Vorsprung den Sieg in 40:37,3 min vor Simone Jochem, W35, TG Tria Rüsselsheim in 44:09,3 min und Martina Stück W40, TuS Wiesbaden-Rambach in 44:47,7 min.

Nach dieser gelungenen Strapaze konnten die 294 Finisher in der Turnhalle der Johannes-Maaß-Schule mit diversen Getränken, Bockwurst und von einem prall gefüllten Büfett selbstgebackener Kuchen die fehlenden Kalorien wieder auffüllen.