Brüssel

Bekele triumphiert im Jackpot

Äthiopiens Langstreckenstar Bekele gewann auch beim finalen Meeting der der Golden League-Serie die 5.000 m.

Kenenisa Bekele in Brüssel

Kenenisa Bekele in Brüssel.

Kenenisa Bekele hat die letztmögliche Gelegenheit genutzt und in Brüssel am Freitagabend den Jackpot der Golden League geknackt. Der äthiopische Langstreckenstar gewann auch beim finalen Meeting der Serie die 5.000 m und teilt sich damit zusammen mit der 400-m-Läuferin Sanya Richards (USA) und der Stabhochspringerin Yelena Isinbayeva (Russland) die Prämie von einer Million US-Dollar. Im nächsten Jahr wird die Diamond League die Golden League ablösen.

„Dieses Rennen heute und das in Berlin ganz am Anfang der Serie waren die härtesten“, sagte Kenenisa Bekele, der nach dem Auftakt in der deutschen Hauptstadt auch in Oslo, Rom, Paris und Zürich gewonnen hatte. Am Freitag war der 27-jährige nun in Brüssel nach 12:55,31 Minuten im Ziel. In der Mitte des Rennens hatte Bekele nach dem Ausstieg des letzten Tempomachers bereits mit rund zehn Metern Vorsprung das Feld angeführt. Doch er ließ seine Verfolger wieder herankommen und konzentrierte sich auf den Schlussspurt. Als es in die letzte Runde ging, waren immer noch acht Läufer vorne dabei. Doch Bekele überholen konnte keiner mehr als es drauf ankam. Allerdings hielt sich sein Landsmann Imane Merga ausgezeichnet. Er wurde in 12:55,66 Minuten Zweiter vor dem ebenfalls dicht folgenden Kenianer Vincent Chepkok (12:55,98).

Zuvor war in Brüssel am Freitagabend der älteste Weltrekord der Leichtathletik gefallen – ausgenommen sind dabei jene Disziplinen, in denen der internationale Leichtathletik-Verband (IAAF) keine offiziellen Rekorde anerkennt. Und es war zudem ein Rekord, der von einer deutschen Staffel gehalten wurde. Kenia kam in der sehr selten gelaufenen 4x1.500-m-Staffel nach 14:36,23 Minuten ins Ziel. Eine deutsche Staffel hatte am 17. August 1977 in Köln mit 14:38,8 einen Weltrekord aufgestellt, der 32 Jahre halten sollte.

Kenia lief in Brüssel mit William Biwott, Gideon Gathimba, Geoffrey Rono und Augustine Choge, der in diesem Jahr seine 1.500-m-Bestzeit auf unter 3:30 Minuten gesteigert hatte (3:29,47). Entscheidend war dann der letzte Abschnitt, den Choge lief. Beim Stabwechsel lag Kenia noch ganz knapp vor einer gemischten Mannschaft, doch Choge ließ nichts anbrennen und sicherte seinem Quartett einen überlegen Sieg und einen Weltrekord, den die Zuschauer feierten. Kenias Schlussläufer war mit einer Einzelzeit von 3:36,9 Minuten der mit Abstand Schnellste in seinem Quartett und im gesamten Feld. „Das ist der größte Moment in meiner Karriere. Es war eine tolle Atmosphäre und die Zuschauer waren großartig – das hat uns motiviert“, sagte Augustine Choge und fügte hinzu: „Das Rennen war nicht so leicht. Und vor drei Wochen wussten wir noch nicht einmal, dass so ein Weltrekord überhaupt existiert.“

In Köln waren 1977 Thomas Wessinghage, Harald Hudak, Michael Lederer und Karl Fleschen jene 14:38,8 Minuten gelaufen, von denen die Kenianer nichts wussten. Wessinghage ist heute noch Deutschlands 1.500-m-Rekordler mit 3:31,58 Minuten. 1982 war er zudem Europameister über 5.000 m. Da in Brüssel die nächsten Staffeln hinter den Kenianern, darunter die Briten, mit großem Rückstand ins Ziel kamen, bleibt dem deutschen Quartett aber weiterhin der Europarekord.

Im 2.000-m-Rennen der Frauen wurde es dagegen nichts mit dem avisierten Weltrekord. „Diese Marke von Sonia O’Sullivan ist eine außerordentlich starke Marke – es ist kein Zufall, dass der Rekord schon so lange steht“, hatte Brüssels Meeting-Direktor Wilfried Meert tags zuvor gesagt. 5:25,36 Minuten war die Irin 1994 in Edinburgh gelaufen. Nicht annähernd kam Gelete Burka in Brüssel an diese Zeit heran. Die Äthiopierin, die im Berliner WM-Finale über 1.500 m gestürzt war und sich nun versuchte, mit dem Rekord zu versöhnen, erreichte das Ziel nach 5:30,19 Minuten. Vor den Augen von Sonia O’Sullivan hatte sie damit immerhin aber den Afrikarekord von Vivian Cheruiyot gebrochen. Die Kenianerin, die in Eugene in diesem Jahr 5:31,52 Minuten gelaufen war, wurde Zweite in 5:35,46. Rang drei belegte ihre Landsfrau Mercy Cherono in 5:35,65.

Nirgendwo anders wird Leichtathletik so mitreißend präsentiert wie in Brüssel. Seit Jahren stellt Meeting-Direktor Wilfried Meert bei seinem Golden League-Meeting ein Programm zusammen, das alles hat, was die Sportart braucht: Stars, Duelle, nationale Siege, Rekorde sowie obendrein auch noch eine gute Show, die mit einem Live-Konzert und Feuerwerk zuende geht. Diese Mischung war ein würdiger Schlusspunkt der Golden League.

Text: race-news-service.com
Foto: photorun.net

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