Leser-Reporter Bernd Dörnhöfer

Beim Kulmbach-Triathlon begann die Sport-Karriere

Leser-Reporter Bernd Dörnhöfer erinnert sich an seinen ersten Wettkampf, den Kulmbach-Triathlon 2010. Seitdem hat ihn das Wettkampf-Fieber gepackt. Sein Ziel für 2014: Halbmarathon.

Leserreporter Bernd Dörnhöfer Volkstriathlon Kulmbach

Bernd Dörnhöfer entschlossen und konzentriert bei seiner ersten Wettkampf-Etappe: Schwimmen.

Bild: Michael Joppek

„Sport ist Mord und Breitensport ist Massenmord!“, so lautete jahrzehntelang mein Motto. Mit Ausdauer, Bewegung und Fitness hatte ich nicht viel am Hut, denn ich war eher der gemütliche Sofasitzer und meine sportlichen Aktivitäten umfassten lediglich eine rege Fingertätigkeit, wenn man mit der Fernbedienung von einem zum anderen Programm zappte.

Zu meiner Person muss ich leider sagen, dass ich bis vor knapp vier Jahren eher der faulen und pummeligen Fraktion angehörte, die doch sehr gerne dem guten Essen zusprach, weshalb sich dann auch mein Lebendgewicht auf knapp 125 kg summierte. Natürlich gab es immer mal wieder Phasen, wo ich etwas tun wollte, Diäten, Fitnesscenter oder dem Joggen einen Nutzen abringen wollte. Doch ich fing immer viel zu schnell und falsch an, weshalb dann die Motivation ganz schnell wieder auf einen Tiefstand zurück fiel und das Sofa am Abend den Kampf gewann.

Unser Leser-Reporter auf seiner letzten Streckenetappe: Die emotionalste von allen.

Bild: Michael Joppek

Dann kam aber mit meinen 43 „Lenzen“ der Tag, an dem ich mit meinen Kindern am Nachmittag herum tobte und feststellte, dass mir die Puste doch ziemlich schnell ausging. Von Ausdauer konnte man da wirklich nicht sprechen. Zu diesem Zeitpunkt wuchs bei mir der Gedanke, endlich etwas zu tun. Das war im Frühling 2010. Da in Kulmbach jedes Jahr im Juli ein Volkstriathlon stattfindet und in unserer Firma schon einmal im Jahr 2009 eine Teilnahmewette lief, wurde mir schnell klar: Im Juli 2010 werde ich mit dabei sein. Dies posaunte ich auch sofort lautstark heraus für jeden, der es hören oder auch nicht hören wollte. So baute ich für mich selber einen gewissen Druck auf und ein Rückzieher stand nicht mehr zur Diskussion.

Zuerst aktiviere ich mein altes Rad, baute den Kinderanhänger ran, schnappte mir meinen damals zweijährigen Sohn und versuchte die ersten Kilometer herunter zu strampeln und die erste Fitness aufzubauen. Dass mein Hinterteil nach den ersten 10 km ziemlich ramponiert war und ich ziemlich fertig war, erklärt sich von selbst. Aber in den ersten vier Wochen merkte ich doch eine Steigerung meiner Leistungsfähigkeit. Zum Glück hatte ich einen Freund, der sich schon seit Jahren mit dem Radsport auseinandersetzte und mir einige Tipps und Tricks verriet, gerade hinsichtlich Taktfrequenz, Pulsmesser und Ausdauer, wo für Anfänger viele Fehler lauern. Ziemlich schnell merkte ich auch, dass ein besseres Rad dringend notwendig war.

Da beim Triathlon neben dem Rad auch das Laufen einen großen Stellenwert hat, versuchte ich mich auch in dieser Disziplin. Meine ersten Versuche sahen aber mehr als kläglich aus, denn ich machte so ziemlich alles falsch, was man nur falsch machen kann. Was kann man beim Laufen schon falsch machen? Ein einfacher Gedanke als Laie! Man zieht sich Schuhe an, geht raus und rennt los. Ganz einfach, ganz schnell, ganz falsch. Dies merkte ich spätestens nach 500 Metern, als meine Zunge mir bis fast auf den Boden reichte und ich aufpassen musste nicht auf dieselbe zu treten. Ich las mich also dank Internet erst einmal in das Thema ein, besorgte mir eine einfache Pulsuhr und gutes Schuhwerk und fing langsam an mit Lauf- und Geh-Phasen. 300 m joggen, 100 m gehen und dies immer im Wechsel mit Blick auf den Puls. So schaffte ich die ersten 3 km in einer „hervorragenden“ Zeit von ca. 40 Minuten, war aber riesig stolz auf mich! In den Wochen danach wurden meine Geh-Phasen immer weniger und die Lauf-Phasen immer länger. Das erste Mal 5 km am Stück zu joggen ohne Pausen, war das toll!

Im Sommer war dann noch das Schwimmen im Freibad angesagt, die letzte Disziplin. Dann kam endlich der große Tag: der 26. Juli 2010. Die Nacht davor konnte ich fast nicht schlafen und war viel zu aufgeregt. Ich konnte nicht aufhören, mich zu fragen wie alles laufen würde, ob ich es schaffen würde, und und und. Zum Glück hatte ich meine Sportsachen schon einen Tag vorher eingepackt und natürlich war ich am Eventtag der Erste bei der Anmeldung. Die zwei Stunden bis zum Startschuss waren eine einzige große Anspannung und man merkte mir das auch an.

Ab dem Startschuss erlebte ich alles nur noch wie in einem großen Tunnel. Das Schwimmen lief für meine Verhältnisse sehr gut, nur der Wechsel zum Rad dauerte etwas. Aber das waren einfach typische Anfängerfehler, ich kam trotzdem gut zeitlich durch die 20-km-Runde. Beim Wechsel zum Laufen nahm ich dann von den anderen Leuten niemanden mehr wahr, sondern sah nur noch die Straße und das näherkommende Ziel.

Leserreporter Bernd Dörnhöfer Volkstriathlon Kulmbach 2

Bild: Michael Joppek

Auf der Zielgeraden hatte unser Leser-Reporter nur noch zwei Dinge im Auge: Die Straße und das näherkommende Ziel.

Der Zieleinlauf selbst war wie eine Explosion an Glücksgefühlen, es endlich geschafft zu haben. So ein tolles Gefühl habe ich seit dem nie wieder gehabt bei meinen vielen Events, die ich mittlerweile schon bestritten habe. Das erste Mal sich ein Ziel zu setzen, darauf hin zu trainieren und es letztendlich zu schaffen ist einfach nur toll!

Seit dieser Zeit nehme ich an vielen Veranstaltungen teil wie an 10-km-Volksläufen, Rad-Events oder Triathlons mit Sprint- und Olympischer Distanz. Es ist immer wieder schön, zusammen ins Ziel zu kommen und mit vielen fremden Menschen gemeinsam in friedlicher Weise einen schönen Tag zu erleben. Sport verbindet und bringt Menschen zusammen!

Ankommen ist für mich immer noch das Ziel. Da ich immer noch gerne esse und trinke, ist mein Gewicht noch im dreistelligen Bereich, aber meine Fitness ist doch um ein Vielfaches besser geworden. Natürlich werde ich nicht bei den Besten dabei sein, aber darum geht es mir auch nicht. Ich möchte dabei sein, ankommen und mich danach noch gut fühlen. So trainiere ich und bestreite auch meine Wettkämpfe. Ich setze mir aber auch immer wieder neue Ziele um weiter voran zu kommen und etwas Neues zu erleben. So möchte ich 2014 meinen ersten Halbmarathon bestreiten und spätestens in drei Jahren meine erste Mitteldistanz im Triathlon schaffen. Bis ich sechzig bin, steht bei mir dann mindestens ein Marathon auf der Wunschliste und ein Ironman wäre dann die Krönung meiner Laufbahn. Der Weg ist das Ziel!

Eines habe ich gelernt. Egal ob mit 60 kg oder 120 kg, jeder kann es schaffen. Man darf es am Anfang nicht übertreiben und sollte sich am besten Freunde suchen, die einen unterstützen und es gemeinsam schaffen, denn nichts ist schöner als ein Ziel vor Augen zu haben, es zu erreichen und dann mit anderen den Erfolg zu teilen.

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