Leser-Reporter Thomas Keller

Beim Comrades-Marathon einen Läufertraum erfüllt

Schon seit vielen Jahren war es ein Läufertraum von Thomas Keller, den Comrades-Marathon zu bestreiten. Jetzt war er dabei, beim ältesten Ultralauf der Welt.

Leser-Reporter Thomas Keller beim Comrades-Marathon 2015

Angela und Thomas vor dem Start des Comrades-Marathons in der Dunkelheit.

Bild: privat

Schon seit vielen Jahren ist es ein Läufertraum von mir, den Comrades-Marathon zu bestreiten. Dieses Jahr feiert dieser älteste Ultralauf der Welt sein 90-jähriges (!) Jubiläum – da musste es endlich sein.

Der Comrades-Marathon ist trotz seines Namens ein ausgewachsener Ultralauf von 88 km zwischen Durban und Pietermaritzburg in Südafrika. Die Richtung wechselt jedes Jahr, weshalb es einen „Up-Run“ und einen „Down-Run“ gibt. Ich melde mich zum Up-Run an, also von Durban am indischen Ozean nach Pietermaritzburg im Landesinnern. Was mal 1921 als Gedenken an die Opfer des ersten Weltkriegs begann, ist mittlerweile eine der traditionsreichsten Laufveranstaltungen der Welt – und eine, bei der der sportliche Aspekt stark im Vordergrund steht. Für die 88 km und rund 1700 Höhenmeter hat man maximal 12 Stunden Zeit. Das ist nicht gerade üppig und für einen eher langsamen Läufer wie mich heißt das: ich darf auf der Strecke nicht trödeln, denn das Zeitlimit wird auf die Sekunde genau eingehalten – ohne Pardon. Wer eine Sekunde nach dem Zielschuss kommt, darf nicht mehr durchs Ziel laufen. Unterwegs gibt es weitere 6 Cut-Offs, die ebenso unerbittlich eingehalten werden.

Ein Start beim Comrades möchte gut geplant sein, denn neben der langen Reise muss man sich auch noch qualifizieren. Die Mindestanforderung ist relativ leicht zu erfüllen: ein Marathon in unter 5 Stunden, gelaufen in den letzten 6 Monaten vor dem Comrades. Möchte man aber in einen der vorderen Startblöcke kommen, wird es schon anspruchsvoller. Für Block „D“ muss es ein Marathon unter 4 Stunden sein, Block „C“ unter 3:40 usw. Weiter hinten zu starten hat Nachteile: man verliert viel Zeit, um über die Startlinie zu kommen und obwohl man mit dem Champion-Chip läuft, zählen die 12 Stunden ab dem Startschuss. Ich schaffe die Qualifikation für Block „D“ bereits bei meinem ersten Marathon in Kandel und bin die Sorge erst mal los.

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Ganz schön kompliziert