1000 Kilometer in 20 Tagen

Auf den Spuren von Apostel Jacobus

Extremsportler Karl Graf aus Goch durchquerte Spanien auf einem alten Pilgerweg, dem Jakobsweg.

Karl Graf lief von Sevilla nach Santiago de Compostela.

Das Ziel von Karl Graf war hart gesteckt: 1000 Kilometer in 20 Tagen. Trotz schlechter Wetterbedingungen und Handicap am linken Fuß erreichte er seine Vorgabe. In nur drei Wochen lief er den größten Teil der Via de la Plata zu Fuß.

Karl Graf liebt verrückte Aktionen: Schnell mal in zweieinhalb Tagen mit dem Fahrrad 630 Kilometer an die Ostsee fahren, mal eben 5000 Kilometer von Lissabon nach Moskau oder in nur 10 Tagen auf dem Radfernweg R1 die 1000 Kilometer von Holland nach Polen laufen, um nur einige Beispiele zu nennen.

Von der Via de la Plata hörte Graf, als er vor zwei Jahren den Jakobsweg über die Pyrenäen lief – das spanische Fernsehen berichtete vom verrückten Deutschen. Sofort machte sich eine Gänsehaut bei dem aktiven Sportler breit und er wusste, dass er auch diesen Teil des Weges unter die Sohlen nehmen wollte. Natürlich nicht in sechs oder acht Wochen, wie die vielen anderen Pilger – Karl Graf wollte die 1000 Kilometer von Sevilla nach Santiago de Compostela in nur 20 Tagen schaffen.

Seinen Plan durchkreuzten schließlich die schlechten Wetterbedingungen – Dauerregen von morgens bis abends – und eine Reizung an der Achillessehne am linken Fuß. Er musste sogar seine Schuhe aufschneiden, um weiter laufen zu können.

Zwar musste Graf während seiner Tour einige Etappen mit dem Bus bewältigen, die letzten 180 Kilometer konnte er aber schließlich wieder mit gesunden Füßen genießen. Zu seinen persönlichen Höhepunkten zählen die 12-Uhr-Pilgermesse in der Kathedrale in Santiago und das einwöchige Fest anlässlich Christi Himmelfahrt.


Karl Graf bei einer Rast auf dem Pilgerweg.