Darmstadt-Cross

Arne Gabius und Julia Viellehner überzeugten

Arne Gabius, Steffen Uliczka und Julia Viellehner überraschten mit einer starken Vorstellung.

Arne Gabius

Arne Gabius, bester Deutscher.

Bild: Tomas Ortiz Fernandez

Arne Gabius und Julia Viellehner wurden beste Deutsche bei der Cross-EM-Qualifikation auf der Lichtwiese in Darmstadt. Sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen gingen allerdings jeweils die ersten beiden Ränge an Kenianer: Nicholas Koech und Anderson Chirchir sowie Regina Nguria und Jebichi Yator. Dennoch wurde die 23. Auflage des Traditions-Crosslaufes zur „Deutschen Winter-Meisterschaft“.

Der Deutsche Leichtathletik Verband (DLV) wird nach der Leistungsschau von Darmstadt seine Mannschaft für die Cross-EM am 9. Dezember im spanischen Toro nominieren. „Es bleibt dabei, bei den Männern und Frauen werden wir nur Einzelstarter entsenden“, sagte Langstrecken-Bundestrainer Detlef Uhlemann, „während wir im Nachwuchsbereich an unserem eingeschlagenen Weg festhalten werden und komplette Teams benennen werden.“

Auf der komplett einsehbaren Crossrunde unweit des Hochschulstadions am Stadtrand von Darmstadt meldete sich ein erstaunlich stark auftrumpfender Arne Gabius (LAV Asics Tübingen) nach nur kurzer Saison-Regenerationspause in bereits beachtlicher Form zu Wort. „Ich wollte heute bester Deutscher werden“, diktierte der Neu-Tübinger aus Hamburg den Journalisten in die Notizblöcke. „Das ist mir auch gelungen, auch wenn ich den Start verpennt habe.“ Der Schützling von Dieter Baumann zeigte erfrischenden Mut zum Risiko und war letztlich der einzige der deutschen Asse, der mit den beiden munter drauflos stürmenden Kenianern Koech und Chirchir auf der 9,7 km langen Strecke noch mithalten konnte. „Das zeigt mir allerdings auch, in welch guter Verfassung ich aus der Saison herausgegangen bin. Ich habe aber nicht vor, die Cross-EM zu laufen. Das lässt sich mit meinem Medizin-Praktikum nicht vereinbaren. Eine Hallensaison werde ich aber machen, da gibt es übrigens auch eine WM in diesem Winter...“, lässt Arne Gabius alle Eventualitäten offen. Hinter dem starken Gabius empfahl sich aus einer starken Dreiergruppe mit Sebastian Hallmann (LAV Asics Tübingen), Steffen Uliczka (TSV Kronshagen/Kieler TB) und dem Crossmeister Stephan Hohl (TV Huchenfeld) vor allem der Hindernis-Spezialist Uliczka, den Uhlemann gerne als Einzelstarter mit zur Cross-EM mitnehmen möchte. „Seine Schlussrunde war stark“, erkannte Stephan Hohl die Stärke seines Konkurrenten, dem er neun Sekunden später auf Rang fünf folgte, neidlos an.

Julia Viellehner überraschte mit einem starken Rennen als schnellste Deutsche.

Bild: Tomas Ortiz Fernandez

Auch bei den Frauen dominierten an der Spitze die ausländischen Starter. Zusammen mit den beiden Kenianerinnen Nguria und Yator bog mit der Polin Katarzyna Kowalska die Europameisterin der unter 23-Jährigen im 3000-m-Hindernislauf in die Schlussrunde ein. Dahinter verblüffte die 22-jährige Julia Viellehner (TSV Winhöring) selbst die Fachleute. Sie konnte mit einem energischen Schlussteil sogar auf die Polin auflaufen und verpasste Rang drei schließlich nur hauchdünn. „Endlich habe ich wieder die Form, die ich vor meiner Verletzung hatte“, freute sich die Winhöringer Juniorin, die in der kommenden Saison für die LG Passau starten wird. Nach einer fünfmonatigen Zwangspause möchte sie nun wieder durchstarten. „Es hat mich schon überrascht, dass ich mich von den anderen Deutschen so problemlos habe absetzen können. Ich liebe aber das Crosslaufen und freue mich deshalb schon auf die EM.“

Eine geringe Hoffnung auf einen EM-Start macht sich allerdings auch Simret Restle (Eintr. Frankfurt), die hinter Julia Viellehner zweitbeste deutsche Läuferin wurde, nachdem sie seit drei Wochen im Besitz eines deutschen Passes ist. „Ich habe das schwere Rennen in Tilburg in der Vorwoche noch in den Beinen gespürt, deshalb fehlte mir am Ende doch die Kraft.“ Und das wäre fast noch ins Auge gegangen, denn hinter der gebürtigen Äthiopierin folgte dichtauf schon die wieder genesene Birte Bultmann vor Stephanie Beckmann, während die eigentliche 1500-m-Sepzialistin Antje Möldner als Sechste einlief.