In Eugene

Arne Gabius knackt WM-Norm über 10.000 Meter

Arne Gabius lief 27:43,93 Minuten über 10.000 m in Eugene (USA). Damit unterbot er die Norm für die Weltmeisterschaften in Peking im August.

Arne Gabius in Eugene

Arne Gabius in Eugene auf dem Weg zu einer Bestzeit und zur WM-Norm.

Bild: photorun.net

Arne Gabius hat beim Leichtathletik-Meeting in Eugene (USA) über 10.000 m die Norm für die Weltmeisterschaften in Peking im August unterboten. Gefordert sind für den WM-Start 27:45,00 Minuten, Arne Gabius war in den USA nach 27:43,93 im Ziel. Damit unterbot der 34-jährige Läufer, der für den Verein Marathon Hamburg startet, im zweiten 10.000-m-Rennen seiner Karriere seine bisherige Bestzeit um knapp zwölf Sekunden. Vor gut einem Jahr war Arne Gabius bei seiner 10.000-m-Premiere in Stanford (USA) 27:55,35 gelaufen.

Das hochklassig besetzte Rennen gewann der britische Weltmeister und Olympiasieger Mo Farah. Im Kampf gegen die Kenianer Paul Tanui und Geoffrey Kamworor lief Farah mit 26:50,97 Minuten eine Weltklassezeit und stellte eine Jahresweltbestzeit auf. Nur um gut vier Sekunden verpasste er seinen eigenen Europarekord von 26:46,57. Tanui und der Crosslauf-Weltmeister Kamworor folgten mit 26:51,86 beziehungsweise 26:52,65 auf den Plätzen zwei und drei. Vierter wurde der Kanadier Cameron Levins in 27:07,51. Arne Gabius erreichte das Ziel auf Rang 15.

In der Liste der besten deutschen Läufer aller Zeiten über 10.000 m stieß Arne Gabius durch seine Steigerung in die Top Ten vor. Er ist mit seiner Zeit von 27:43,93 nunmehr Neunter. In den letzten gut 25 Jahren waren nur zwei deutsche Läufer schneller als Arne Gabius: Der deutsche Rekordhalter Dieter Baumann, dessen Bestzeit bei 27:21,53 steht, und Carsten Eich (27:41,91).

Da es bei Weltmeisterschaften über 10.000 m keine Vorläufe gibt, sind die internationalen Normen relativ anspruchsvoll. Arne Gabius könnte der erste deutsche Läufer seit zwölf Jahren sein, der bei einer Weltmeisterschaft über 10.000 m startet. Noch aber hat er seine weitere Saisonplanung nicht bekannt gegeben. Klar ist lediglich, dass Arne Gabius im Herbst einen Marathon laufen wird. Der letzte deutsche Läufer, der über 10.000 m bei einer WM an den Start ging, war Dieter Baumann. 2003 in Paris gab er dann jedoch auf.

Das 5.000-m-Rennen der Männer gewann in Eugene überraschend ein Äthiopier: Der erst 17-jährige 5.000-m-Junioren-Weltmeister Yomif Kejelcha war in 13:10,54 Minuten vor dem Kenianer Edwin Soi (13:11,97) und dem US-Amerikaner Galen Rupp (13:12,36) im Ziel.

Einen Tag später fand am Sonnabend in Eugene an gleicher Stelle das Diamond League-Leichtathletik-Meeting statt. Dabei sorgte Genzebe Dibaba für die hochklassigste Lauf-Leistung des Wochenendes. Die Äthiopierin gewann die 5.000 m mit großem Vorsprung in 14:19,76 Minuten vor den Kenianerinnen Faith Kipyegon (14:31,95) und Vivian Cheruiyot (14:46,69).

Dibaba erzielte die fünftbeste je gelaufene Zeit über diese Strecke. Den Weltrekord hält ihre ältere Schwester Tirunesh Dibaba mit 14:11,15. Genzebe Dibaba war allerdings in der vergangenen Hallensaison bereits etwas schneller als nun im Freien. Mit 14:18,86 Minuten hatte sie im Februar in Stockholm einen Hallen-Weltrekord aufgestellt.