LA-EM in Zürich

Antje Möldner-Schmidt triumphierte über 3.000-m-Hindernis

Antje Möldner-Schmidt gewann am Schlusstag der Titelkämpfe in Zürich Gold über 3000-m-Hindernis. Sie stürmte in einer Saisonbestzeit von 9:29,43 Minuten zum größten Triumph ihrer Karriere.

Antje Möldner-Schmidt

Antje Möldner-Schmidt.

Bild: photorun.net

Am Ende kam das Beste für die deutschen Läufer bei den Leichtathletik-Europameisterschaften: Antje Möldner-Schmidt gewann am Schlusstag der Titelkämpfe in Zürich Gold über 3000-m-Hindernis. Die 30-jährige Läuferin des LC Cottbus stürmte in einer Saisonbestzeit von 9:29,43 Minuten zum Sieg und zum größten Triumph ihrer Karriere.

Unerwartet gab es im Langstrecken-Bereich eine Goldmedaille für das deutsche Leichtathletik-Team. Antje Möldner-Schmidt, die vor zwei Jahren Bronze bei der EM in Helsinki gewonnen hatte, lief ein taktisch kluges Rennen. Sie war stets vorne dabei und sorgte mit dafür, dass das Tempo ihr letztlich entgegenkam. Es war nicht zu langsam und nicht zu schnell, so dass die frühere Mittelstrecklerin am Ende ihre Grundschnelligkeit entscheidend ausspielen konnte. In der letzten Runde waren vier Läuferinnen im Rennen um die Medaillen:
Neben Möldner-Schmidt waren dies die Schwedin Charlotta Fougberg, die Spanierin Diana Martin und Sviatlana Kudzelich (Weißrussland). In der letzten Kurve griff Möldner-Schmidt an und schob sich zunächst auf Rang zwei hinter Fougberg. Eingangs der Zielgeraden hatte sie im Gegensatz zur Schwedin den besseren Schritt. Während Fougberg am letzten Hindernis Mühe hatte, kam die Deutsche Meisterin nicht aus dem Rhythmus und lief flüssig durch – das war die Entscheidung.

In 9:29,43 gewann Möldner-Schmidt vor Fougberg (9:30,16), Martin (9:30,70) und Kudzelich (9:30,99). Mit etwas Abstand folgte die zweite deutsche Läuferin auf einem guten fünften Platz: Gesa-Felicitas Krause (Eintracht Frankfurt) war nach 9:35,46 im Ziel.

„Ich hatte auf eine Medaille gehofft – und ein bisschen auch auf Gold. Aber es waren zwei Läuferinnen im Rennen, die in dieser Saison bereits unter 9:30 Minuten gelaufen waren, so dass ein Sieg nicht sehr wahrscheinlich war“, sagte Antje Möldner-Schmidt und fügte hinzu: „Das Tempo war schnell, und am Ende des Rennens wurde ich müde. Ich habe versucht, mit den anderen mitzulaufen und dranzubleiben. Im Gegensatz zu früheren Rennen bin ich dieses Mal den letzten Wassergraben aggressiv angegangen und habe nicht verlangsamt. Ich glaube, das war der Schlüssel zum Erfolg. Es ist unglaublich!”

Antje Möldner-Schmidt hatte bereits vor fünf Jahren ein Weltklasseniveau erreicht, als sie bei den Weltmeisterschaften in Berlin mit der nach wie vor aktuellen deutschen Rekordzeit von 9:18,54 Minuten Neunte wurde. Nach diesem starken Rennen musste sie jedoch einen Schicksalsschlag hinnehmen. Eine schwere Erkrankung warf sie aus der Bahn. 2011 startete sie ihr Comeback. Die WM in Daegu (Südkorea) kam damals für sie noch zu früh. 2012 meldete sich Möldner-Schmidt dann mit Rang drei bei der EM und einem starken siebenten Platz im Olympia-Finale in der internationalen Spitze zurück. Im vergangenen Jahr folgte Rang acht im WM-Finale in Moskau.

Das Finale der Männer über die 3.000-m-Hindernisstrecke hatte am Donnerstag der Franzose Yoann Kowal in 8:26,66 Minuten vor Krystian Zalewski (Polen/8:27,11) und Angel Mullera (Spanien) 8:29,16 gewonnen. Bester deutscher Läufer war hier einmal mehr Steffen Uliczka (SG Kronshagen-Kiel) mit 8:32,99 als Siebenter. Martin Grau (LSC Höchstadt) wurde 13. mit 8:44,46.

Doppelsieg für Mo Farah

Vier Tage nach seinem 10.000-m-Sieg gewann Mo Farah am Sonntag auch die 5.000 m. Damit ist er aktuell nicht nur Europameister sondern auch Weltmeister und Olympiasieger über jeweils beide Langstrecken. Nach einem Bummelrennen gewann der Brite mit einer superschnellen letzten Runde in 14:05,82 Minuten vor Hayle Ibrahimov (Aserbaidschan/14:08,32), der ihm bis fast auf die Zielgerade auf den Fersen war. „Es wurde viel spekuliert, dass ich nicht bereit sei, aber ich habe gezeigt, dass es nicht so ist“, sagte Mo Farah nach seiner zweiten Goldmedaille. Dritter wurde Farahs Landsmann Andy Vernon in 14:09,48. Farah hatte bereits vor vier Jahren bei der EM beide Langstrecken gewonnen.

Eine starke Leistung zeigte Richard Ringer (VfB LC Friedrichshafen), der sich bei seiner ersten großen Meisterschaft im Sommer mit 14:10,92 Minuten Rang vier sicherte. Dagegen musste Arne Gabius (LAV Stadtwerke Tübingen) mit Platz sieben in 14:11,84 zufrieden sein. Für den 33-Jährigen, der auf eine Medaille gehofft hatte, sollte die Zukunft im Marathonbereich liegen.

Im 5.000-m-Finale der Frauen hatte sich am Sonnabend die Schwedin Meraf Bahta in 15:31,39 Minuten vor den Niederländerinnen Sifan Hassan (15:31,79) und Susan Kuijken (15:32,82) durchgesetzt. Maren Kock (LG TF Regensburg) belegte in 16:04,60 Platz 15.