Salomon Alpen X 100 2016

Alpenüberquerung bei Extrembedingungen

Der Salomon Alpen X 100, eine Alpenüberquerung mit 160 Kilometern und knapp 10.000 Höhenmetern beim Auf- und Abstieg, brachte selbst erfahrene Trailrunner an ihre Grenzen.

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Salomon Alpen X

Unterwegs beim Salomon Alpen X 100.

Bild: Plan B Events

Der Salomon Alpen X 100 ist eine non-stop Alpenüberquerung von Seefeld in Tirol bis nach Brixen in Südtirol - ein 100 Meilen-Rennen mit sage und schreibe knapp 10.000 Höhenmetern jeweils bei Auf- und Abstieg. Start war am 5. August 2016 abends um 22 Uhr. Mit Stirnlampen ausgestattet machten sich 160 von ursprünglich 220 gemeldeten Athleten in der Olympiaregion auf den Weg. Die bald darauf einsetzende Dunkelheit, starker Wind und bittere Kälte machten den Läufern sehr schnell zu schaffen.

Kampf der zwei Favoriten gegen die Naturgewalten

Das Rennen entwickelte sich schnell zu einem Zweikampf zwischen dem Favoriten Iker Karrera (Team Salomon) aus Spanien und dem Lokalmatador Alexander Rabensteiner (Team Skinfit) aus Klausen in Südtirol. Lange sah es dabei nach einem Sensationssieg des Italieners aus, der auf dem Weg zur dritten Verpflegungsstation zwischen Axamer Lizum und Stubaital mit einem Downhill von über 1.000 Hm gut 28 Minuten Vorsprung herauslief.

Karrera ging auf den tiefen Trails kein Risiko ein und verlief sich auf der Strecke, was ihn geschätzt zehn Minuten Zeit kostete. Doch damit war er noch längst nicht geschlagen. Er konnte sein Tempo stetig erhöhen und hatte schließlich am Tellerjoch, dem höchsten Punkt des Rennens, einen Vorsprung von knapp 40 Minuten. Auf den letzten 60 km wurde den Läufern auf dem anspruchsvollsten Teilstück noch einmal alles an Konzentration abverlangt. Iker Karrera lief schließlich nach 25:29:33 Stunden ins Ziel am Domplatz in Brixen ein, gefolgt von Alexander Rabensteiner (26:45:54 Stunden) und dem Österreicher Sebastian Fuchs (27:08:17 Stunden). Insgesamt erreichten nur 61 der 160 Starter das Ziel, davon 59 Männer und zwei Frauen.

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Spannung pur auf den kürzeren Distanzen

Neben dem „100 Meiler“ gab es zwei weitere Distanzen über 102,3 bzw. 69,7 Kilometer, die in Steinach (Österreich) und Gossensass (Italien) gestartet wurden. Über die kürzere Strecke (4.313 Hm Aufstieg/4.848 Hm Abstieg) dominierte der Österreicher Thomas Farbmacher (SALOMON RUNNING TEAM) in 8:30:57 Stunden und knüpfte somit an seinen Erfolg beim Salomon Zugspitz Ultratrail an. Er war lange zusammen an der Spitze mit dem später Drittplatzierten Christian Moser (8:41:05 Stunden) aus Italien und dem Münchner Trail-Nationalmannschaftläufer Moritz auf der Heide, der in 8:37:52 Stunden Zweiter wurde. Die Entscheidung fiel bei Kilometer 60 im Downhill. Lokalmatador Moser war da schon ermüdet zurückgefallen und auch Moritz auf der Heide war mit seinen Kräften am Ende.

Bei den Frauen kam es ebenfalls zu einem spannenden Dreikampf, den die Schweizerin Maja Dorfschmid (12:04:59 Stunden) vor der lange Zeit auf Platz 3 liegenden Bozenerin Tanja Plaikner (12:08:28 Stunden) und der zum Schluss abbauenden Belgierin Anouk Doore (12:39:11 Stunden) gewann.

Die knapp 102 Kilometer lange Strecke von Steinach nach Brixen hatte es mit 6291 hm im Anstieg und 6.779 Hm im Abstieg in sich. Der Schweizer Adrian Brennwald lag vom ersten Meter an in Führung und erreichte das Ziel nach 14:23:39 Stunden. Rang Zwei ging an den Südtiroler Alfred Psenner (15:18:26 Stunden), Dritter wurde der Österreicher Christian Gangl (16:27:28 Stunden).

Bei den Frauen lief die Italienerin Simona Morbelli (Team SALOMON) in 16:57:01 Stunden einen ungefährdeten Favoritensieg ein. Es folgten Stephanie Lieb (SV Bergdorf Höhn, 19:29:55 Stunden) und Biggi Fauser (Bad Wurzach, 22:08:12). Morbelli, die zunächst einen Start auf der langen Strecke über 160 Kilometer geplant hatte, war so schnell unterwegs, dass sie auf dem vierten Platz der Männer gelandet wäre.