Peking 2015

Almaz Ayana verhindert Doppelsieg von Genzebe Dibaba

Dibabas äthiopische Landsfrau Almaz Ayana ließ der Konkurrenz nicht den Hauch einer Chance und gewann die 5.000 Meter souverän mit großem Vorsprung.

Ayana 5.000m

Almaz Ayana lief die letzten 3.000 Meter in unter 8:20 Minuten; das wäre Landesrekord!

Bild: photorun.net

Almaz Ayana hat Genzebe Dibaba mit ihrem Triumph über 5.000 Meter bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Peking einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht und einen geschichtsträchtigen Doppelsieg verhindert. In dem hochkarätigen äthiopischen Duell setzte sich die 23-jährige Ayana am Ende mit 14:26,83 Minuten deutlich durch und stellte einen neuen WM-Rekord auf. Enttäuscht verschenkte Genzebe Dibaba, die zuvor die 1.500 Meter gewonnen hatte, auf der Zielgeraden sogar noch die Silbermedaille. Senbere Teferi fing ihre Landsfrau ab und war mit 14:44,07 Minuten vor Dibaba (14:44,14 Minuten) im Ziel. Geschlagen waren in diesem letzten Langstrecken-Finale der Weltmeisterschaften von Peking auch die vier Kenianerinnen, die die Medaillenränge verpassten und stattdessen die Plätze vier bis sieben belegten. Schnellste Kenianerin war Viola Kibiwot als Vierte mit 14:46,16 Minuten. Als beste Europäerin lief die Holländerin Susan Kuijken mit 15:08,00 Minuten auf Platz acht. Deutsche Läuferinnen waren über diese Strecke nicht am Start.

Fünf WM-Läufe für Dibaba

Ein Doppelsieg über 1.500 und 5.000 Meter wäre bei Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen einmalig gewesen in der Geschichte der Leichtathletik. Souverän hatte Genzebe Dibaba in Peking die Mittelstrecke gewonnen. Und sie galt auch über 5.000 Meter als Favoritin. Almaz Ayana wusste, dass sie in einer Spurtentscheidung gegen Dibaba keine Chance haben würde angesichts der Grundschnelligkeit der 1.500-m-Weltrekordlerin. So war es nicht überraschend, dass Ayana in diesem Finale die Initiative ergriff und auf Tempo setzte – in der Hoffnung, dass Dibaba in ihrem fünften Rennen bei dieser WM (Vorlauf, Halbfinale und Finale über 1.500 Meter sowie Vorlauf und Finale über 5.000 Meter) müde werden würde. Es war die einzige Chance für Ayana, und ihr Plan funktionierte.

Ayanas Tempoverschärfung kann keine folgen

Nach rund 2.000 Metern ging Almaz Ayana, die zurzeit über 5.000 Meter mit einer Zeit von 14:14,32 Minuten auch die Jahresweltbestzeit hält, an die Spitze. Genzebe Dibaba und die kenianische 5.000-m-WM-Zweite von 2013, Mercy Cherono, folgten ihr umgehend. Ayana lief nun ein Tempo von unter 2:50 Minuten pro Kilometer und wurde nicht langsamer. Cherono konnte nach 3.000 Metern nicht mehr mithalten, Dibaba verlor knapp zwei Runden später Kontakt. Zwei Runden vor Schluss hatte Ayana ihren Vorsprung auf Dibaba auf rund 50 Meter ausgebaut und ließ keinerlei Schwäche erkennen. Die neue Weltmeisterin lief die letzten 3.000 Meter in diesem Rennen in knapp unter 8:20 Minuten – das ist schneller als ihre eigene Jahresweltbestzeit von 8:22,22 Minuten und schneller als der äthiopische Rekord über diese Distanz! Ein derartiges Tempo war nach den vorausgegangenen Belastungen zu viel für Genzebe Dibaba. Sie hatte in diesem Jahr alle ihre 14 Rennen inklusive der WM-Vorläufe in Peking gewonnen – doch am Sonntag musste sich die jüngere Schwester der dreifachen Olympiasiegerin Tirunesh Dibaba erstmals geschlagen geben.

Asbel Kiprop macht es spannend über 1.500 Meter

Der große Favorit setzte sich durch im 1.500-m-Finale, doch Asbel Kiprop machte es überraschend spannend. Zum dritten Mal in Folge gewann der Kenianer den WM-Titel, nachdem er aufgrund der nachträglichen Dopingsperre von Rashid Ramzi (Bahrain) vor kurzem auch zum Olympiasieger von Peking 2008 ernannt wurde. Am Sonntag siegte er mit 3:34,40 Minuten vor seinem Landsmann Elijah Manangoi (3:34,63 Minuten) und Abdalaati Iguider (Marokko/3:34,67 Minuten). Kiprop hatte sich im ersten Teil des Rennens weit hinten einsortiert, kam dann nach vorne, war jedoch in der Innenbahn eingeklemmt als es in die letzte Runde ging. Dadurch wurde es knapp für den Kenianer, der am Ende aber dennoch triumphierte.